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Raubwild

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Jäger- & Weidmannssprache > Jäger- & Weidmannssprache

Definition und Überblick

Raubwild ist ein feststehender Begriff der Jägersprache (auch Weidmannssprache genannt) und bezeichnet sämtliche dem Jagdrecht unterliegenden wildlebenden Beutegreifer. Anders als der umgangssprachliche Ausdruck „Raubtiere", der sich auf die zoologische Ordnung der Carnivora bezieht, ist Raubwild ein rein jagdrechtlicher und weidmännischer Begriff. Er umfasst ausschließlich jene Beutegreifer, die im jeweiligen Landesjagdgesetz als jagdbare Wildarten aufgeführt sind. Nicht dem Jagdrecht unterliegende Raubtiere – etwa der Wolf oder der Luchs – zählen daher formal nicht zum Raubwild, obwohl sie biologisch zur selben Ordnung gehören.

Das Gegenstück zum Raubwild bildet in der Jägersprache das sogenannte Raubzeug. Dieser ältere Ausdruck meint räuberisch lebende Tiere, die nicht dem Jagdrecht unterliegen, sondern unter das Naturschutzrecht fallen – darunter beispielsweise Greifvögel, Rabenvögel oder bestimmte Marderarten, sofern sie in einzelnen Bundesländern aus dem Jagdrecht herausgenommen wurden.

Zum Raubwild zählende Arten

Das Bundesjagdgesetz (BJagdG) in Deutschland listet die jagdbaren Wildarten auf, aus denen sich der Kanon des Raubwildes ableitet. Je nach Landesjagdgesetz können geringfügige Abweichungen bestehen. Zum Raubwild gehören in der Regel folgende Arten:

  • Rotfuchs (Vulpes vulpes) – der häufigste und jagdlich bedeutsamste Vertreter des Raubwildes in Mitteleuropa
  • Steinmarder (Martes foina) und Baummarder (Martes martes)
  • Dachs (Meles meles)
  • Hermelin (Mustela erminea), auch Großes Wiesel genannt
  • Mauswiesel (Mustela nivalis), auch Kleines Wiesel genannt
  • Iltis (Mustela putorius)
  • Marderhund (Nyctereutes procyonoides) – ein aus Ostasien eingewanderter Neozoon
  • Waschbär (Procyon lotor) – ebenfalls ein Neozoon, ursprünglich aus Nordamerika stammend
  • Mink (Neogale vison), auch Amerikanischer Nerz genannt – ein weiterer gebietsfremder Beutegreifer

In Österreich und der Schweiz weicht die Zusammensetzung teilweise ab, da dort andere jagdgesetzliche Regelungen gelten. Grundsätzlich gilt jedoch: Sobald eine Beutegreifer-Art dem Jagdrecht unterstellt ist, wird sie weidmännisch als Raubwild angesprochen.

Jagdliche Bedeutung und Bejagung

Die Bejagung des Raubwildes wird in der Jägersprache als Raubwildbejagung oder Prädatorenmanagement bezeichnet. Sie dient mehreren Zwecken: dem Schutz von Niederwild wie Feldhase, Fasan und Rebhuhn, der Seuchenprävention (etwa der Bekämpfung der Tollwut oder der Staupe) sowie dem Artenschutz bedrohter Bodenbrüter.

Für die Bejagung gelten je nach Art unterschiedliche Jagdzeiten. Einige Raubwildarten unterliegen einer ganzjährigen Schonzeit in bestimmten Bundesländern, während andere ganzjährig bejagt werden dürfen – insbesondere die invasiven Neozoen Waschbär, Marderhund und Mink, deren Populationen aus naturschutzfachlichen Gründen reguliert werden sollen.

Typische Jagdarten auf Raubwild sind:

  • Ansitzjagd – das Erlegen vom Hochsitz oder einer anderen erhöhten Position aus
  • Baujagd – die Jagd am Fuchs- oder Dachsbau, häufig unter Einsatz von Erdhunden wie Teckel oder Terrier
  • Fallenjagd – der Fang mittels zugelassener Lebendfallen oder Totfangfallen, wobei strenge gesetzliche Vorgaben einzuhalten sind
  • Lockjagd – das Anlocken von Füchsen durch Nachahmen von Beutetierlauten mittels eines Mauspfeifchens oder Hasenklage

Die Raubwildjagd gilt unter Jägern als anspruchsvolle Disziplin, da viele Arten nachtaktiv und äußerst vorsichtig sind. Besonders der Fuchs besitzt hervorragende Sinne und ein ausgeprägtes Lernvermögen, was die Bejagung erschwert.

Weidmännische Fachbegriffe rund um das Raubwild

Die Jägersprache kennt zahlreiche spezifische Ausdrücke für das Raubwild und dessen Verhalten:

  • Das Fell des Raubwildes wird als Balg bezeichnet, nicht als Fell oder Haut.
  • Das Erlegen von Raubwild heißt abbalgen (für das Abziehen des Balges) beziehungsweise strecken (für das Erlegen selbst).
  • Der Schwanz des Fuchses wird Lunte genannt, jener des Marders heißt Rute.
  • Ein weiblicher Fuchs heißt Fähe, ein männlicher Rüde; die Jungtiere werden als Welpen oder Jungfüchse angesprochen.
  • Raubwild raubt oder reißt seine Beute – diese Formulierung unterscheidet sich bewusst von den Begriffen für andere Wildarten.
  • Die Paarungszeit des Fuchses wird als Ranzzeit oder schlicht Ranz bezeichnet.
  • Der unterirdische Bau des Fuchses oder Dachses wird schlicht als Bau angesprochen, wobei man zwischen Fuchsb