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Red Fire Garnele

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Tierart – Wirbellose > Krebstiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Neocaridina davidi var. red
  • Ordnung: Zehnfußkrebse (Decapoda)
  • Familie: Süßwassergarnelen (Atyidae)
  • Gattung: Neocaridina
  • Lebensraum: Süßwassergewässer – Bäche, Flüsse, stehende Gewässer in Ostasien (Wildform)
  • Größe: 2,5–3,5 cm (Weibchen etwas größer als Männchen)
  • Gewicht: ca. 0,5–1 g
  • Lebenserwartung: 1,5–2 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Red Fire Garnele ist eine Zuchtform der ursprünglich unauffällig gefärbten Art Neocaridina davidi, die in ihrer Wildform ein durchscheinendes, grau-braunes Exoskelett besitzt. Durch gezielte Selektion wurde die leuchtend rote Körperfärbung herausgezüchtet, die dieser Farbvariante ihren Namen gibt. Die Intensität der Rotfärbung variiert stark – von einem hellen, teils transparenten Orangerot bis hin zu einem deckenden, tiefen Kirschrot. Besonders hochwertig selektierte Tiere werden im Handel als „Sakura" oder „Painted Fire Red" bezeichnet und zeigen eine nahezu blickdichte Deckfarbe ohne transparente Stellen.

Der Körperbau entspricht dem typischen Bauplan der Süßwassergarnelen aus der Familie der Atyidae. Der Körper gliedert sich in das Cephalothorax (Kopfbruststück) und das Pleon (Hinterleib), das aus sechs beweglichen Segmenten besteht und in den fächerförmigen Schwanz (Telson und Uropoden) mündet. Am Cephalothorax sitzen fünf Schreitbeinpaare, von denen die vorderen beiden Paare als kleine Scheren ausgebildet sind, die zum Greifen und Zerkleinern von Nahrung dienen. Zwei Paar Antennen – die kürzeren Antennulen und die längeren Antennen – dienen der Orientierung und chemischen Wahrnehmung der Umgebung. Die Augen sitzen gestielt am Kopf und ermöglichen ein weites Blickfeld.

Ein Geschlechtsdimorphismus ist bei adulten Tieren gut erkennbar: Weibchen werden größer, zeigen eine intensivere Färbung und besitzen einen breiteren, gewölbteren Hinterleib, der zur Aufnahme der Eier dient. Männchen sind schlanker, etwas blasser und deutlich agiler.

Lebensraum & Verbreitung

Die Wildform Neocaridina davidi stammt aus Ostasien. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet umfasst Süßwassergewässer in Taiwan, Südchina, Korea und Japan. Sie besiedelt dort langsam fließende Bäche, Gräben, Reisfelder und stehende Gewässer mit dichter Vegetation. Das Habitat zeichnet sich durch einen leicht alkalischen bis neutralen pH-Wert, moderate Temperaturen und reichlich pflanzliches Substrat aus.

Die Red Fire Garnele als Zuchtform existiert in freier Natur nicht. Durch Aquarienfreisetzungen haben sich jedoch an einigen Standorten weltweit verwilderte Populationen von Neocaridina davidi etabliert, unter anderem in Gewässern in Deutschland, etwa in thermalwassergespeisten Gräben. In der Aquaristik wird die Red Fire Garnele bei Wassertemperaturen zwischen 18 und 28 °C gehalten, wobei ein Bereich von 20–25 °C als optimal gilt. Sie toleriert ein breites Spektrum an Wasserwerten (pH 6,5–8,0; Gesamthärte 5–20 °dGH), was sie zu einer der anpassungsfähigsten Garnelenarten in der Aquarienhaltung macht.

Ernährung

Red Fire Garnelen sind Allesfresser (Omnivoren) mit einem Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost und Aufwuchs. In ihrem natürlichen Biotop ernährt sich die Wildform vorwiegend von Biofilmen, Algenbelägen, abgestorbenen Pflanzenteilen (Detritus), Mikroorganismen und gelegentlich von tierischer Kost wie Insektenlarven oder Aas. Die vorderen Schreitbeine durchkämmen dabei systematisch Oberflächen und führen Nahrungspartikel zu den Mundwerkzeugen.

In der Aquarienhaltung fressen die Tiere Algenaufwuchs, überbrühtes Gemüse (Spinat, Brennnessel, Zucchini), handelsübliches Garnelenfutter, Herbstlaub (Eiche, Buche, Seemandelbaum) sowie gelegentlich proteinreiche Kost wie gefrostete Mückenlarven. Herbstlaub spielt eine besondere Rolle, da sich auf den Blättern Biofilme aus Bakterien und Einzellern bilden, die eine natürliche Nahrungsquelle darstellen.

Verhalten & Lebensweise

Red Fire Garnelen sind gesellige Tiere, die in Gruppen gehalten werden sollten. Ein ausgeprägtes Sozialverhalten mit Hierarchiebildung, wie es bei vielen Zehnfußkrebsen vorkommt, ist bei Neocaridina davidi nicht ausgeprägt. Die Tiere leben vielmehr in losen Verbänden, in denen sie sich unabhängig voneinander bewegen und nach Nahrung suchen.

Die Aktivität erstreckt sich über den gesamten Tag, wobei die Garnelen keine strikt nachtaktive Lebensweise zeigen. Sie durchstreifen kontinuierlich ihr Umfeld, weiden Oberflächen ab und zeigen ein ausgeprägtes Erkundungsverhalten. Bei Gefahr reagieren sie mit einem schnellen Fluchtschlag des Hinterleibs, der sie ruckartig rückwärts durch das Wasser katapultiert – ein typisches Verhalten vieler Decapoda, das als Caridoid-Fluchtreflex bezeichnet wird.

Regelmäßig häuten sich die Tiere, da das aus Chitin bestehende Exoskelett nicht mitwächst. Die Häutung (Ecdysis) erfolgt bei Jungtieren alle paar Tage, bei adulten Tieren etwa alle drei bis sechs Wochen. Unmittelbar nach der Häutung ist die Garnele weichhäutig und verletzlich, weshalb sie sich in dieser Phase versteckt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Neocaridina davidi gehört zum sogenannten spezialisierten Fortpflanzungstyp der Süßwassergarnelen. Das bedeutet,