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Renke

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – heimisch

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Coregonus lavaretus (Artenkomplex)
  • Ordnung: Lachsartige (Salmoniformes)
  • Familie: Lachsfische (Salmonidae)
  • Unterfamilie: Coregoninae (Renken, Maränen, Felchen)
  • Gattung: Coregonus
  • Lebensraum: Tiefe, kühle, sauerstoffreiche Seen der Voralpen und Alpen; seltener in Fließgewässern
  • Größe: 25–60 cm, je nach Gewässer und Form bis über 70 cm
  • Gewicht: 0,3–2 kg, Ausnahmen bis etwa 4 kg
  • Lebenserwartung: 8–15 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Renke besitzt einen langgestreckten, seitlich leicht abgeflachten Körper mit silbrig glänzenden Schuppen. Der Rücken ist dunkelgrau bis olivgrün gefärbt, die Flanken schimmern silbern, und die Bauchseite ist weißlich. Die Schuppen sind vergleichsweise groß und sitzen fest in der Haut. Ein typisches Merkmal aller Lachsartigen – und damit auch der Renke – ist die kleine Fettflosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse, die keinerlei Flossenstrahlen enthält.

Das Maul ist relativ klein und endständig bis leicht unterständig, was auf die vorwiegend planktivore Ernährungsweise hinweist. Die Augen sind verhältnismäßig groß. Ein entscheidendes taxonomisches Unterscheidungsmerkmal zwischen den verschiedenen Renkenformen ist die Anzahl der Kiemenreusendornen: Formen mit vielen, eng stehenden Dornen filtern feines Plankton besonders effektiv, während Formen mit weniger und gröberen Dornen eher auf größere Nahrungsorganismen spezialisiert sind. Diese Variabilität macht die systematische Einordnung der einzelnen Populationen seit jeher zu einer Herausforderung für die Ichthyologie.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Renke erstreckt sich über weite Teile der Nordhalbkugel. In Mitteleuropa besiedelt sie vor allem die tiefen Voralpenseen in Bayern, Österreich und der Schweiz. Bekannte Vorkommen bestehen im Bodensee, Starnberger See, Ammersee, Chiemsee, Walchensee und zahlreichen weiteren Seen des Alpenvorlandes. In Norddeutschland und im Ostseeraum treten verwandte Formen auf, die dort als Maränen oder Schnäpel bezeichnet werden.

Das bevorzugte Habitat sind kühle, oligotrophe bis mesotrophe Seen mit hohem Sauerstoffgehalt und großer Tiefe. Renken halten sich überwiegend im Freiwasser (Pelagial) auf und meiden flache, stark erwärmte Uferzonen. Im Sommer ziehen sie sich in kühlere Wasserschichten zurück, häufig in Tiefen zwischen 15 und 40 Metern. Im Winter und zur Laichzeit können sie auch in flacheren Bereichen angetroffen werden.

Die regionale Namensvielfalt ist beträchtlich: In Bayern heißt der Fisch Renke, in Baden-Württemberg und der Schweiz Felchen oder Blaufelchen, in Österreich teils Reinanke, in Norddeutschland Maräne, Kleine Maräne oder Große Maräne. Hinter diesen Bezeichnungen verbergen sich zum Teil eigenständige Formen, die sich an die jeweiligen Gewässerbedingungen angepasst haben.

Ernährung

Renken ernähren sich überwiegend von Zooplankton, insbesondere von Wasserflöhen (Daphnien) und Ruderfußkrebsen (Copepoden). Je nach Jahreszeit und Nahrungsangebot werden auch Insektenlarven, Zuckmückenlarven (Chironomiden) und andere Kleintiere des Benthos aufgenommen. Größere Individuen fressen gelegentlich kleine Fische, wobei dies eher die Ausnahme bleibt.

Die Nahrungsaufnahme erfolgt in der Regel im freien Wasser, wo Schwärme von Renken gezielt Planktonwolken durchschwimmen. Die feinen Kiemenreusendornen wirken dabei als Filterapparat. Bei abnehmendem Planktonangebot im Herbst und Winter steigen viele Renken auf Bodennahrung um und suchen den Gewässergrund nach Zuckmückenlarven und anderen Benthosorganismen ab.

Verhalten & Lebensweise

Renken sind ausgeprägte Schwarmfische. Sie bilden teils große Schwärme im Freiwasser und unternehmen tägliche Vertikalwanderungen: Nachts steigen sie in höhere Wasserschichten auf, um dem Plankton zu folgen, das ebenfalls nach oben wandert. Tagsüber ziehen sie sich in tiefere, dunklere Zonen zurück. Dieses Verhalten wird von der Lichtintensität und der Wassertemperatur gesteuert.

Renken sind kühle Temperaturen gewöhnt und bevorzugen Wassertemperaturen zwischen 4 und 15 °C. In warmen Sommern kann Hitzestress auftreten, wenn die oberen Wasserschichten zu warm werden und gleichzeitig in der Tiefe Sauerstoffmangel herrscht – ein Phänomen, das durch die Eutrophierung von Seen verstärkt wird.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Laichzeit der Renke fällt in den Spätherbst und Frühwinter, meist zwischen November und Januar. Die Wassertemperatur sollte dabei unter 6 °C liegen. Je nach Gewässer und Renkenform unterscheiden sich die Laichplätze erheblich: Einige Formen laichen über kiesigem Grund im Flachwasser, andere geben ihre Eier im Freiwasser ab, wo sie langsam auf den Seegrund sinken.

Ein Weibchen produziert je nach Körpergröße zwischen 5.000 und 30.000 Eier. Die Eier sind klein (1,5–3 mm Durchmesser) und benötigen bei kalten Wassertemperaturen eine Entwicklungszeit von mehreren Wochen bis Monaten. Die Larven schlüpfen im Frühjahr, meist zwischen Februar und April, und ernähren sich zunächst von ihrem Dottersack, bevor sie auf kleinste Planktonorganismen umsteigen.

Die Jungfische wachsen je nach Nahrungsangebot unterschiedlich schnell. Die Geschlechtsreife wird in der Regel mit zwei bis vier Jahren erreicht.