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Rex

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Rassen > Kaninchenrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Frankreich
  • Rassestandard: Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK), Standard Nr. 320–339 (je nach Farbenschlag)
  • Größe: Mittelgroß bis groß
  • Gewicht: 3,5 bis 4,5 kg (Idealgewicht ca. 4,0 kg)
  • Lebenserwartung: 8 bis 12 Jahre
  • Fell: Kurzes, samtartiges Plüschfell mit einer Länge von ca. 17–20 mm; aufrecht stehende Grannenhaare
  • Farben: Über 20 anerkannte Farbenschläge, darunter Castor, Chinchilla, Blau, Schwarz, Weiß (Rot- und Blauauge), Havanna, Dalmatiner, Dreifarben, Gelb und viele weitere

Herkunft & Geschichte

Die Geschichte des Rex-Kaninchens beginnt Anfang der 1920er-Jahre in Frankreich. In der Nähe des Dorfes Louché-Pringé in der Region Sarthe entdeckte der Pfarrer Amédée Gillet um 1919 in einem Wurf gewöhnlicher Wildkaninchen Jungtiere mit auffällig kurzem, samtigem Fell. Diese natürliche Mutation, die auf ein rezessives Gen zurückgeht, wurde gezielt weiterverfolgt. Der französische Genetiker Professor Kohler von der Universität in Straßburg erkannte das Potenzial dieser Fellstruktur und legte den Grundstein für eine systematische Zucht.

Erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde die Rasse 1924 auf einer internationalen Kaninchenschau in Paris, wo sie für großes Aufsehen sorgte. Das außergewöhnliche Fell erinnerte an das Pelzwerk edler Wildtiere, was den Namen „Rex" – lateinisch für „König" – inspirierte. In den folgenden Jahren verbreitete sich die Rasse rasch über ganz Europa. Deutsche Züchter begannen ab den späten 1920er-Jahren, eigene Linien aufzubauen und in verschiedenen Farbenschlägen zu züchten. Heute betreuen zahlreiche Zuchtverbände, allen voran der ZDRK, die Standardisierung und Förderung der Rasse. Die Rex-Kaninchen sind nach wie vor sowohl in der Rassekaninchenzucht als auch in der Liebhaberhaltung fest verankert.

Aussehen & Rassemerkmale

Das herausragende Merkmal des Rex-Kaninchens ist sein einzigartiges Fell. Während bei normalhaarigen Kaninchen die Grannenhaare deutlich über die Unterwolle hinausragen, sind beim Rex die Grannenhaare durch die Mutation auf die Länge der Unterwolle verkürzt. Dadurch entsteht ein gleichmäßig dichtes, plüschartiges Haarkleid, das sich beim Streicheln gegen den Strich aufstellt und sofort wieder in die Ausgangsposition zurückkehrt. Die Fellstruktur erinnert an Samt oder feinen Velours.

Der Körperbau des Rex ist walzenförmig, gedrungen und kräftig. Die Rückenlinie verläuft leicht gewölbt, die Hinterpartie ist gut abgerundet. Der Kopf ist breit mit kräftigen Backen, besonders ausgeprägt beim Rammler. Die Ohren sind fleischig, gut behaart und idealerweise zwischen 11 und 13 cm lang. Die Läufe sind mittellang und kräftig. Auffällig sind auch die leicht gelockten Tasthaare (Vibrissen), ein weiteres äußeres Zeichen der Rex-Mutation.

Die Vielfalt anerkannter Farbenschläge ist bemerkenswert. Besonders beliebt sind der Castor-Farbenschlag mit seiner braunroten Deckfarbe und blauen Unterfarbe, der an den Wildtyp erinnert, sowie die Chinchilla-Variante. Jeder Farbenschlag wird im Rassestandard des ZDRK mit exakten Vorgaben zu Deck-, Zwischen- und Unterfarbe beschrieben.

Charakter & Wesen

Rex-Kaninchen gelten als ruhige, ausgeglichene und gutmütige Tiere. Sie sind neugierig und zeigen ein zutrauliches, menschenbezogenes Verhalten, wenn sie von klein auf behutsam an den Halter gewöhnt werden. Viele Besitzer beschreiben ihre Rex-Kaninchen als besonders gelassen und weniger schreckhaft als andere Rassen vergleichbarer Größe.

Im Umgang mit Artgenossen sind sie in der Regel sozialverträglich und friedfertig. Sie eignen sich gut für die Gruppenhaltung, wobei wie bei allen Kaninchenrassen die richtige Vergesellschaftung entscheidend ist. Trotz ihrer Ruhe sind Rex-Kaninchen durchaus verspielt und bewegen sich gerne. Sie nehmen Beschäftigungsangebote wie Tunnel, Aussichtsplattformen und Nagematerial bereitwillig an.

Haltung & Pflege

Rex-Kaninchen benötigen als mittelgroße Rasse ausreichend Platz. Pro Tier sollte eine Grundfläche von mindestens 2 Quadratmetern im Gehege zur Verfügung stehen, ergänzt durch täglichen Auslauf in einem gesicherten Bereich. Die Haltung in Außengehegen ist ganzjährig möglich, sofern ein wind- und wettergeschützter, isolierter Rückzugsort vorhanden ist. Allerdings ist zu beachten, dass das kurze Rex-Fell weniger Kälteschutz bietet als das Fell normalhaariger Rassen. Im Winter sollte die Einstreu daher großzügig bemessen und der Schutzbereich gut isoliert sein.

Die Fellpflege ist vergleichsweise unkompliziert. Das kurze, dichte Fell neigt kaum zur Verfilzung. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst empfiehlt sich gelegentliches Bürsten mit einer weichen Bürste, um lose Haare zu entfernen und die Verdauung nicht durch übermäßiges Verschlucken von Haaren zu belasten. Krallen sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gekürzt werden.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Pfoten: Da das Rex-Fell an den Sohlen dünner und weniger schützend ist als bei anderen Rassen, neigen Rex-Kaninchen vermehrt zu wunden Läufen (Pododermatitis). Ein weicher, sauberer Untergrund und Vermeidung von reinem Drahtgitterboden sind daher zwingend notwendig.

Ernährung

Die Ernährung unterscheidet sich nicht grundlegend von der anderer Kaninchenrassen. Hochwertiges Heu bildet die