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Rheinische-schecke

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Rassen > Kaninchenrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Rheinland, Deutschland
  • Rassestandard: Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK), Abteilung Mittelgroße Rassen
  • Gewicht: 3,0–4,25 kg (Idealgewicht ca. 3,5–4,0 kg)
  • Körperform: Gedrungen, walzenförmig, gut bemuskelt
  • Fell: Kurz, dicht, mit feiner Unterwolle; Deckfarbe Weiß mit klar abgegrenzten schwarzen und gelben Scheckenzeichnungen (dreifarbig)
  • Lebenserwartung: 8–10 Jahre bei artgerechter Haltung
  • Besonderheit: Einzige dreifarbig gescheckte Kaninchenrasse im deutschen Rassestandard

Herkunft & Geschichte

Die Rheinische Schecke entstand Anfang des 20. Jahrhunderts im Rheinland, als dort ansässige Züchter gezielt eine dreifarbige Scheckenrasse hervorbringen wollten. Die Abstammung geht auf Kreuzungen verschiedener gescheckter und einfarbiger Rassen zurück. Als Ausgangsrassen dienten unter anderem Japaner-Kaninchen, die das dreifarbige Muster einbrachten, sowie Deutsche Riesenschecken und verschiedene mittelgroße Rassen, die den gewünschten Körperbau und die Zeichnungsanlage lieferten.

Die eigentliche Zuchtarbeit wird dem Züchter Josef Heintz aus Grevenbroich zugeschrieben, der in den 1920er-Jahren die Rasse maßgeblich formte und standardisierte. Sein Ziel war ein mittelgroßes Kaninchen mit klar voneinander abgegrenzten schwarzen und gelben Flecken auf weißem Grund – eine züchterisch äußerst anspruchsvolle Aufgabe. Die Anerkennung durch den Zuchtverband erfolgte 1927, und die Rheinische Schecke wurde als eigenständige Rasse in den Standard des ZDRK aufgenommen.

Trotz ihrer Schönheit und Einzigartigkeit gehört die Rheinische Schecke heute zu den gefährdeten Kaninchenrassen. Die Zucht ist anspruchsvoll, da die korrekte Zeichnung nur bei einem geringen Prozentsatz der Nachkommen auftritt. Engagierte Züchter und Erhaltungszuchtprogramme setzen sich aktiv für den Fortbestand dieser bemerkenswerten Rasse ein. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) führt die Rheinische Schecke auf ihrer Roten Liste.

Aussehen & Rassemerkmale

Das auffälligste Merkmal der Rheinischen Schecke ist ihre dreifarbige Zeichnung. Auf einer reinweißen Grundfarbe verteilen sich schwarze und gelbe Flecken, die scharf abgegrenzt und gleichmäßig über den Körper verteilt sein sollen. Die Flecken dürfen sich nicht vermischen oder ineinanderlaufen – genau darin liegt die züchterische Herausforderung.

Der Kopf zeigt eine sogenannte Schmetterlingszeichnung auf der Nase, Augenringe, farbige Wangen und aufrecht stehende, vollständig gefärbte Ohren. Über den Rücken zieht sich ein durchgehender, möglichst gleichmäßiger Aalstrich vom Genick bis zur Blume. Die Seitenzeichnung besteht aus freistehenden, etwa münzgroßen Flecken in Schwarz und Gelb, die möglichst gleichmäßig auf beiden Körperseiten verteilt sind.

Der Körperbau ist gedrungen und walzenförmig mit einer gut ausgeprägten Bemuskelung. Der Rücken verläuft leicht gewölbt, die Hinterpartie ist breit und gut gerundet. Die Läufe sind mittellang und kräftig. Das Fell ist dicht, griffig und mit einer feinen Unterwolle ausgestattet, die für guten Witterungsschutz sorgt. Die Ohren erreichen eine Länge von etwa 12 bis 13 Zentimetern und werden aufrecht getragen.

Charakter & Wesen

Die Rheinische Schecke gilt als ausgeglichenes und ruhiges Kaninchen mit einem freundlichen Wesen. Sie zeigt sich gegenüber ihren Haltern zutraulich und baut bei regelmäßigem, behutsamen Umgang eine enge Bindung auf. Viele Züchter beschreiben die Tiere als neugierig und aufgeweckt, ohne dabei nervös oder schreckhaft zu reagieren.

Im Zusammenleben mit Artgenossen verhält sich die Rheinische Schecke in der Regel sozialverträglich und friedlich. Sie eignet sich gut für die Gruppenhaltung, sofern die Vergesellschaftung richtig durchgeführt wird. Ihr ruhiges Temperament macht sie zu einem angenehmen Begleiter, der auch für Familien mit Kindern interessant sein kann – vorausgesetzt, die Kinder lernen den respektvollen Umgang mit Tieren.

Haltung & Pflege

Wie alle Kaninchen benötigt die Rheinische Schecke ausreichend Platz und Bewegungsmöglichkeiten. Ein großzügiger Stall mit angegliedertem Auslauf oder eine geräumige Außenanlage mit wetterfester Schutzhütte sind ideal. Pro Tier sollte eine Grundfläche von mindestens zwei Quadratmetern im Stall und zusätzlicher täglicher Freilauf eingeplant werden. Die Haltung in Außengehegen ist ganzjährig möglich, da das dichte Fell mit Unterwolle guten Schutz vor Kälte bietet.

Die Fellpflege gestaltet sich unkompliziert. Das kurze, dichte Fell muss nicht regelmäßig gebürstet werden, profitiert aber während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst von gelegentlichem Auskämmen loser Haare. Krallen sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gekürzt werden. Beschäftigung durch Tunnel, Erhöhungen, Zweige zum Benagen und wechselnde Einrichtungsgegenstände hält die Tiere geistig und körperlich fit.

Eine Einzelhaltung ist nicht artgerecht. Kaninchen sind gesellige Tiere, und die Rheinische Schecke sollte mindestens zu zweit gehalten werden. Bewährt hat sich die Kombination aus kastriertem Rammler und Häsin.

Ernährung

Die Grundlage der Ernährung bildet hochwertiges Heu, das rund um die Uhr zur Verfügung stehen muss. Es sorgt für den notwendigen Zahnabrieb und eine gesunde Verdauung.