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Rhodeländer

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Rassen > Hühnerrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Rhode Island, USA
  • Rassestandard: BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter), APA (American Poultry Association)
  • Gewichtsklasse: Schweres Huhn
  • Gewicht Hahn: 3,0–4,0 kg
  • Gewicht Henne: 2,5–3,0 kg
  • Legeleistung: ca. 180–220 Eier pro Jahr
  • Eigewicht: ca. 58–63 g
  • Eierfarbe: Braun
  • Lebenserwartung: 5–8 Jahre
  • Gefiederfarben: Dunkelrot-braun (Hauptfarbe), seltener Weiß
  • Kammform: Einfachkamm oder Rosenkamm

Herkunft & Geschichte

Die Rhodeländer gehören zu den bekanntesten und weltweit am weitesten verbreiteten Hühnerrassen. Ihre Abstammung geht auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück, als Farmer im US-Bundesstaat Rhode Island begannen, einheimische Landhühner systematisch mit importierten asiatischen Rassen zu kreuzen. Maßgeblich beteiligt waren dabei Malaien, Cochins und Shanghai-Hühner, die den neuen Tieren ihre Robustheit und das charakteristische dunkle Gefieder verliehen. Auch Leghorn-Blut floss in die Zucht ein, um die Legeleistung zu verbessern.

Bereits 1904 wurde die Rasse von der American Poultry Association offiziell anerkannt – zunächst die Variante mit Einfachkamm, 1906 folgte der Rosenkamm. Nach Europa gelangten die ersten Rhodeländer Anfang des 20. Jahrhunderts. In Deutschland übernahm der BDRG die Standardisierung. Durch ihre hervorragende Kombination aus guter Legeleistung und brauchbarem Fleischansatz wurden Rhodeländer rasch zur tragenden Säule der bäuerlichen Geflügelhaltung und dienten als Ausgangsrasse für zahlreiche Hybridlinien, die heute die kommerzielle Eierproduktion dominieren.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Rhodeländer ist ein kräftig gebautes, langgestrecktes Huhn mit waagerechter Körperhaltung. Der Rumpf wirkt rechteckig, breit und tief, was dem Tier ein kompaktes, massiges Erscheinungsbild verleiht. Die Brust ist voll und gut gerundet, der Rücken lang und flach. Die Schenkel sind muskulös, die Läufe gelb und unbefiedert.

Das Gefieder zeigt in der Hauptfarbvariante ein sattes, gleichmäßiges Dunkelrot-Braun mit starkem Glanz. Hähne tragen im Schwanz und in den Sicheln häufig schwarze Federn mit grünem Schimmer. Die seltenere weiße Variante ist reinweiß ohne jede Zeichnung. Das Gefieder liegt straff am Körper an und wirkt glatt – ein deutlicher Unterschied zu den eher lockerbefiederten asiatischen Vorfahren.

Der Kopf ist mittelgroß mit lebhaften, rotbraunen Augen. Der Einfachkamm steht aufrecht und weist fünf gleichmäßige Zacken auf. Bei der Rosenkammvariante liegt ein flacher, gleichmäßig geperlter Kamm eng am Kopf an – diese Variante gilt als weniger frostempfindlich. Ohr- und Kehllappen sind rot, die Ohrscheiben oval und ebenfalls rot.

Es existiert zudem eine Zwergform des Rhodeländers, die vom Zuchtverband gesondert standardisiert wird. Zwerghähne wiegen etwa 1,0–1,2 kg, Zwerghennen rund 0,9–1,0 kg.

Charakter & Wesen

Rhodeländer gelten als ruhige, ausgeglichene und unkomplizierte Hühner. Sie sind weder schreckhaft noch übermäßig temperamentvoll und lassen sich nach kurzer Eingewöhnung gut handhaben. Gegenüber dem Halter entwickeln sie rasch Vertrauen und können durchaus zutraulich werden, besonders wenn sie regelmäßig Kontakt zum Menschen haben.

Im Sozialverhalten innerhalb der Gruppe zeigen sich Rhodeländer verträglich. Hähne können territorial sein, sind aber im Vergleich zu anderen Rassen selten übermäßig aggressiv. Die Hennen sind aktive, neugierige Tiere, die gerne scharren und ihr Umfeld erkunden. Trotz ihres Gewichts sind sie erstaunlich lebhaft und bewegungsfreudig. Ihre Wachsamkeit ist ausgeprägt, ohne dabei nervös zu wirken – ein weiterer Grund für ihre Beliebtheit in der Hobbyhaltung.

Der Bruttrieb ist bei Rhodeländern nur schwach ausgeprägt. Das ist für die Eierproduktion von Vorteil, bedeutet aber, dass zur Nachzucht in der Regel ein Brutapparat oder eine brutfreudige Ammenrasse benötigt wird.

Haltung & Pflege

Rhodeländer sind ausgesprochen anspruchslose und robuste Hühner, die sich für verschiedenste Haltungsformen eignen. Sie fühlen sich in Freilandhaltung mit ausreichend Auslauf am wohlsten, kommen aber auch mit begrenztem Platzangebot zurecht, solange der Stall trocken, gut belüftet und ausreichend dimensioniert ist.

Der Auslauf sollte idealerweise strukturiert sein – mit Büschen, Unterständen und Sandbademöglichkeiten. Das Scharren und Staubbaden gehört zu den natürlichen Verhaltensweisen, die unbedingt ermöglicht werden sollten. Auch im Winter zeigen sich Rhodeländer widerstandsfähig gegen Kälte. Die Rosenkamm-Variante ist dabei noch unempfindlicher gegenüber Frost als die Einfachkamm-Variante, bei der die Kammzacken bei starkem Frost Erfrierungen erleiden können.

Die Gefiederpflege ist minimal. Das straff anliegende Gefieder neigt kaum zu Verschmutzung oder Verfilzung. Regelmäßige Kontrollen auf Parasiten wie Milben und Federlinge sind dennoch unerlässlich. Sitzstangen, Legenester und Einstreu sollten sauber gehalten werden, um Krankheiten vorzubeugen.

Ernährung

Als Zweinutzungshuhn haben Rhodeländer einen moderaten Futterbedarf. Eine ausgewogene Fütterung