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Riesenhai

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Tierart – Fische > Knorpelfische – Haie & Rochen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Cetorhinus maximus
  • Ordnung: Makrelenhaiartige (Lamniformes)
  • Familie: Riesenhaie (Cetorhinidae)
  • Gattung: Cetorhinus
  • Lebensraum: Gemäßigte bis kühle Meeresgebiete weltweit, küstennah und pelagisch
  • Größe: Durchschnittlich 6–8 Meter, maximal bis etwa 12 Meter
  • Gewicht: Bis zu 6 Tonnen
  • Lebenserwartung: Geschätzt 50 Jahre oder mehr

Aussehen & Merkmale

Der Riesenhai ist nach dem Walhai der zweitgrößte lebende Fisch. Sein spindelförmiger, massiger Körper ist von winzigen Placoidschuppen bedeckt, die sich rau anfühlen und der Haut eine sandpapierartige Textur verleihen. Die Grundfärbung variiert von graubraun über schiefergrau bis nahezu schwarz auf der Oberseite, während die Bauchseite heller ausfällt – eine typische Gegenschattierung, die im offenen Wasser als Tarnung dient.

Das auffälligste Merkmal sind die enormen Kiemenspalten, die den Kopf beinahe vollständig umschließen und beim Filtrieren von Wasser weit geöffnet werden. Im Inneren der Kiemenbögen sitzen dicht aneinandergereihte Kiemenreusen – feine, hornartige Fortsätze, die als Filterapparat dienen. Die Schnauze ist kegelförmig und spitz zulaufend, das Maul kann beim Fressen einen Durchmesser von über einem Meter erreichen. Die Zähne sind winzig, hakenförmig und in mehreren Reihen angeordnet, spielen bei der Nahrungsaufnahme jedoch keine funktionelle Rolle. Die sichelförmige Schwanzflosse (Caudalflosse) weist einen stark verlängerten oberen Lobus auf, ähnlich wie bei anderen Lamniformes. Zwei Rückenflossen, von denen die erste deutlich größer ist, sowie große Brustflossen ergänzen das Erscheinungsbild.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Riesenhais erstreckt sich über die gemäßigten und subarktischen Zonen aller Ozeane. Besonders regelmäßig wird die Art in den Küstengewässern des Nordostatlantiks gesichtet – etwa vor Großbritannien, Irland, Norwegen und in der Nordsee. Weitere bedeutende Vorkommen bestehen vor den Küsten Neuenglands, Neufundlands, Südafrikas, Australiens und Neuseelands. Im Mittelmeer treten Riesenhaie seltener auf, sind aber nachgewiesen.

Das bevorzugte Habitat sind küstennahe Gewässer über dem Kontinentalschelf mit Wassertiefen von 20 bis 200 Metern. Saisonale Wanderungen führen die Tiere entlang von Frontzonen, an denen unterschiedlich temperierte Wassermassen aufeinandertreffen und eine hohe Planktondichte erzeugen. Telemetrische Studien haben gezeigt, dass Riesenhaie im Winter in tiefere Wasserschichten bis über 900 Meter abtauchen und sich über offene Ozeanbecken bewegen können – ein Verhalten, das lange unbekannt war und die saisonale Abwesenheit an der Oberfläche erklärt.

Ernährung

Der Riesenhai ist ein obligater Filtrierer. Er ernährt sich überwiegend von Zooplankton, insbesondere von Ruderfußkrebsen (Copepoden) der Gattung Calanus, aber auch von Fischeiern, Fischlarven und kleinen Garnelen. Beim Fressen schwimmt das Tier mit weit geöffnetem Maul langsam durch planktonreiche Wasserschichten und filtert pro Stunde bis zu 1.800 Kubikmeter Wasser. Das Wasser strömt durch die Kiemenspalten nach außen, während die Nahrungspartikel an den Kiemenreusen hängen bleiben und abgeschluckt werden.

Die Reusenfortsätze werden periodisch abgestoßen und erneuert, was zu der früheren Annahme führte, der Riesenhai halte im Winter eine Art Ruheperiode ein, in der er nicht fresse. Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Tiere auch ohne vollständig ausgebildete Kiemenreusen in der Lage sind, in tieferen Wasserschichten Nahrung aufzunehmen.

Verhalten & Lebensweise

Riesenhaie sind überwiegend tagaktiv an der Wasseroberfläche zu beobachten, wenn sie an sonnigen Tagen durch planktonreiche Strömungszonen ziehen. Sie treten einzeln oder in losen Gruppen von bis zu hundert Individuen auf – solche Ansammlungen wurden vor allem vor der Küste Schottlands und Irlands dokumentiert. Trotz ihrer Größe verhalten sich Riesenhaie gegenüber Menschen vollkommen harmlos und ergreifen bei Annäherung eher die Flucht.

Die Tiere unternehmen ausgedehnte saisonale Wanderungen, die durch das Planktonangebot gesteuert werden. Im Sommer halten sie sich in produktiven Küstengewässern auf, im Winter ziehen sie sich in tiefere, offene Meeresregionen zurück. Gelegentlich wurde beobachtet, wie Riesenhaie vollständig aus dem Wasser springen – ein Verhalten, dessen Funktion nicht abschließend geklärt ist. Diskutiert werden das Abstreifen von Parasiten oder eine Rolle in der innerartlichen Kommunikation.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzungsbiologie des Riesenhais gehört zu den am schlechtesten erforschten Aspekten seiner Lebensgeschichte. Die Art ist ovovivipar: Die Embryonen entwickeln sich in Eiern innerhalb des Uterus und ernähren sich dort wahrscheinlich durch Oophagie, also den Verzehr unbefruchteter Eier, die das Weibchen produziert. Die Tragzeit wird auf ein bis drei Jahre geschätzt. Die wenigen dokumentierten Jungtiere maßen bei der Geburt zwischen 1,5 und 1,8 Metern.

Die Geschlechtsreife wird bei Männchen ab einer Länge von etwa 5 bis 7 Metern, bei Weibchen ab 8 bis 10 Metern erreicht, was einem Alter von vermutlich 12 bis 20 Jahren entspricht. Die geringe Reproduktionsrate – kleine Wurfgrößen, späte Geschlechtsreife, lange Tragzeiten – macht den Riesenhai besonders anfäl