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Riesenkolibri

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Tierart – Vögel > Tropische & exotische Vögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Patagona gigas
  • Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
  • Familie: Kolibris (Trochilidae)
  • Gattung: Patagona
  • Lebensraum: Offene Gebirgslandschaften, Trockentäler und Buschland der Anden
  • Größe: 21–23 cm (Gesamtlänge)
  • Gewicht: 18–24 g
  • Lebenserwartung: Geschätzt 5–12 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Riesenkolibri ist die größte rezente Art innerhalb der Familie der Kolibris und erreicht damit Körperdimensionen, die eher an einen kleinen Sperlingsvogel erinnern als an einen typischen Kolibri. Der Schnabel ist lang, gerade und schwarz gefärbt; er misst etwa 3,5 bis 4 cm. Das Gefieder zeigt eine vergleichsweise dezente Färbung: Die Oberseite ist olivgrün bis bräunlich-grau, die Unterseite variiert je nach Unterart von zimtfarben-rötlich bis graubraun. Der Bürzel fällt durch einen weißlichen Fleck auf, der im Flug gut sichtbar ist.

Im Gegensatz zu vielen anderen Kolibriarten fehlt dem Riesenkolibri der typische schillernde Metallglanz im Gefieder weitgehend. Männchen und Weibchen ähneln sich stark, wobei Männchen tendenziell eine etwas kräftigere Rottönung an der Unterseite aufweisen. Der Schwanz ist gegabelt und dunkel gefärbt. Die Flügel sind im Verhältnis zum Körper proportional kürzer als bei kleineren Kolibris, was sich auf die Flugweise auswirkt – dazu mehr im Abschnitt Verhalten.

Seit 2021 wird die Art von einigen Taxonomen in zwei Arten aufgeteilt: den Nördlichen Riesenkolibri (Patagona gigas) und den Südlichen Riesenkolibri (Patagona chaski). Diese Aufteilung basiert auf genetischen Analysen und Unterschieden in der Gefiederfärbung, ist jedoch noch nicht von allen ornithologischen Gremien anerkannt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Riesenkolibris erstreckt sich entlang der Anden von Kolumbien und Ecuador über Peru und Bolivien bis nach Chile und Argentinien. Damit gehört die Art zu den am weitesten verbreiteten Kolibris Südamerikas. Sie besiedelt bevorzugt offene und halboffene Landschaften in Höhenlagen zwischen 1.500 und 4.500 Metern. Typische Habitate sind Trockentäler, Kakteenwüsten, Buschland und Gebirgssteppenlandschaften der Puna-Zone.

In manchen Regionen kommt der Riesenkolibri auch in Gärten und Parks menschlicher Siedlungen vor, sofern ein ausreichendes Blütenangebot vorhanden ist. Anders als viele tropische Kolibriarten, die an feuchte Bergwälder gebunden sind, bevorzugt diese Spezies eher trockene und kühlere Biotope. Saisonale Wanderungen innerhalb der Anden sind dokumentiert: In den südlichen Teilen des Verbreitungsgebiets ziehen einige Populationen im Winter in tiefere Lagen.

Ernährung

Wie alle Kolibris ernährt sich der Riesenkolibri hauptsächlich von Blütennektar. Aufgrund seiner Körpergröße und des langen Schnabels bevorzugt er großblütige Pflanzenarten, darunter verschiedene Kakteen, Tabakbäume (Nicotiana), Agaven und diverse Bromeliaceae. Im Schwirrflug vor der Blüte positioniert, führt er den Schnabel in die Blütenkelche ein und nimmt den Nektar mit seiner spezialisierten, gespaltenen Zunge auf.

Ergänzend fängt der Riesenkolibri kleine Insekten und Spinnen, die als Proteinquelle dienen. Diese tierische Kost ist vor allem während der Brutzeit und für die Aufzucht der Jungvögel von Bedeutung. Der hohe Energiebedarf – Kolibris gehören zu den Wirbeltieren mit dem höchsten gewichtsbezogenen Stoffwechsel – macht eine nahezu ununterbrochene Nahrungsaufnahme während des Tages erforderlich.

Verhalten & Lebensweise

Der Riesenkolibri ist tagaktiv und einzelgängerisch. Männchen verteidigen ein Nahrungsrevier, das reich an Blüten ist, gegen Artgenossen und andere Kolibriarten. Die Revierverteidigung erfolgt durch Verfolgungsflüge und Drohgebärden, seltener durch direkten körperlichen Kontakt.

Im Flug zeigt sich ein auffälliger Unterschied zu kleineren Kolibriarten: Der Riesenkolibri wechselt häufig zwischen Schwirrflug und kurzen Gleitphasen. Der Schwirrflug – bei dem die Flügel in einer liegenden Acht bewegt werden – erfordert bei der größeren Körpermasse erheblich mehr Energie. Daher setzt sich die Art öfter auf Zweige und legt kürzere Schwirrphasen ein als etwa die nur drei Gramm schwere Bienenelfe (Mellisuga helenae), der kleinste Kolibri.

Bei kalten Nachttemperaturen in den Hochlagen der Anden verfällt der Riesenkolibri in einen Torpor, einen Zustand stark herabgesetzter Körpertemperatur und Stoffwechselrate. Diese physiologische Anpassung ermöglicht es ihm, Nächte mit Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt zu überstehen, ohne die gesamten Energiereserven aufzubrauchen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit variiert je nach Region und fällt in der Regel in Monate mit hohem Blütenangebot. Das Weibchen baut ein relativ großes, offenes Schalennest aus Pflanzenfasern, Moos und Flechten. Die Neststandorte befinden sich meist an geschützten Stellen wie Felsvorsprüngen, unter Dächern oder in Kakteen.

Das Gelege besteht aus zwei weißen Eiern, die das Weibchen allein über einen Zeitraum von etwa 16 bis 18 Tagen bebrütet. Wie bei fast allen Kolibriarten übernimmt das Männchen keine Rolle bei Brut oder Aufzucht. Die Nestlinge werden zunächst mit vorverdautem Nektar und Ins