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Riesenturako

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Tierart – Vögel > Tropische & exotische Vögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Corythaeola cristata
  • Ordnung: Turakos (Musophagiformes)
  • Familie: Turakos (Musophagidae)
  • Gattung: Corythaeola (monotypisch)
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder Zentral- und Westafrikas
  • Größe: 70–76 cm (Gesamtlänge)
  • Gewicht: 800–1.230 g
  • Lebenserwartung: Etwa 10–15 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Riesenturako ist der größte Vertreter der Familie der Turakos (Musophagidae) und damit der größte Vertreter seiner gesamten Ordnung. Mit einer Körperlänge von bis zu 76 Zentimetern und einem Gewicht von über einem Kilogramm übertrifft er alle anderen Turako-Arten deutlich. Die Geschlechter unterscheiden sich äußerlich kaum – ein bei Turakos verbreitetes Merkmal.

Das Gefieder des Riesenturacos ist überwiegend blaugrau bis schieferblau gefärbt. Die Brust zeigt einen grünlich-gelben Ton, der zum Bauch hin in ein warmes Kastanienrot übergeht. Auffällig ist die schwarz-blaue, aufrechte Federhaube auf dem Scheitel, die dem Vogel ein markantes Profil verleiht. Der Schnabel ist kräftig, leicht gebogen und an der Spitze gelb gefärbt, an der Basis orange bis rot. Die Augenpartie wird von einem rötlichen, nackten Hautring umgeben, der dem Gesicht zusätzliche Kontur gibt. Der lange, breit gefächerte Schwanz dient als Steuer- und Balancierhilfe beim Klettern im Geäst.

Wie bei anderen Turako-Arten enthält das Gefieder kupferhaltige Pigmente – Turacin (rot) und Turacoverdin (grün). Diese Pigmente sind einzigartig in der Vogelwelt und kommen ausschließlich bei Turakos vor. Beim Riesenturako dominiert allerdings die strukturelle Blaufärbung des Gefieders gegenüber den pigmentbasierten Farben.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Riesenturacos erstreckt sich über die tropischen Regenwälder West- und Zentralafrikas. Die Art kommt von Guinea und Sierra Leone im Westen über Kamerun, Gabun und die Republik Kongo bis nach Uganda und Kenia im Osten vor. Ihr Habitat sind vorwiegend dichte, feuchte Tieflandregenwälder und montane Wälder bis in Höhenlagen von etwa 2.500 Metern. Gelegentlich werden auch Galeriewälder, Sekundärwälder und bewaldete Flussufer besiedelt.

Die Art ist standorttreu und unternimmt keine saisonalen Wanderungen. Die Reviergröße hängt vom Nahrungsangebot innerhalb des jeweiligen Biotops ab. In intakten Primärwäldern mit hoher Fruchtdichte sind die Reviere tendenziell kleiner als in degradierten Waldgebieten.

Ernährung

Der Riesenturako ernährt sich hauptsächlich frugivor, also von Früchten. Bevorzugt werden weiche, fleischige Baumfrüchte verschiedener tropischer Gehölze, darunter Arten der Gattungen Ficus, Musanga und Maesopsis. Ergänzt wird der Speiseplan durch Blüten, junge Blätter, Knospen und gelegentlich durch kleine Wirbellose wie Insekten und Schnecken. Die Nahrungsaufnahme findet fast ausschließlich im Kronendach der Bäume statt.

Als Fruchtfresser spielt der Riesenturako eine wichtige ökologische Rolle bei der Samenverbreitung. Viele der aufgenommenen Samen passieren den Verdauungstrakt unbeschadet und werden an anderer Stelle wieder ausgeschieden, was zur Regeneration und genetischen Durchmischung des Waldbestandes beiträgt.

Verhalten & Lebensweise

Riesenturakos sind tagaktive Vögel, die den Großteil ihres Lebens in den oberen Stockwerken des Waldes verbringen. Sie bewegen sich geschickt kletternd und hüpfend durch das Geäst und fliegen eher ungern über längere Distanzen. Der Flug wirkt schwerfällig – typisch sind kurze Gleitphasen zwischen den Baumkronen, unterbrochen von wenigen Flügelschlägen.

Die Art lebt paarweise oder in kleinen Gruppen von bis zu sechs Individuen. Innerhalb dieser Gruppen herrscht ein ausgeprägtes Sozialverhalten mit gegenseitiger Gefiederpflege und gemeinsamer Nahrungssuche. Die Kommunikation erfolgt über laute, tiefe Rufreihen, die über weite Strecken durch den Wald tragen. Der typische Ruf ist ein tiefes, resonantes „kow-kow-kow", das oft in der Morgen- und Abenddämmerung zu hören ist und der Reviermarkierung dient.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz des Riesenturacos umfasst gemeinsames Rufen, gegenseitiges Füttern und synchrone Bewegungen im Geäst. Das Paar errichtet ein vergleichsweise einfaches Plattformnest aus Zweigen und Reisig in der mittleren bis oberen Baumschicht, meist in einer Höhe von 5 bis 20 Metern.

Das Gelege besteht typischerweise aus zwei Eiern, die von beiden Elternteilen über einen Zeitraum von etwa 29 bis 31 Tagen bebrütet werden. Die Küken sind Nesthocker und werden nach dem Schlüpfen von beiden Altvögeln mit vorverdauten Früchten gefüttert. In Gruppen lebende Artgenossen beteiligen sich gelegentlich an der Brutpflege – ein als kooperatives Brüten bezeichnetes Verhalten, das bei mehreren Turako-Arten beobachtet wird. Die Jungvögel verlassen das Nest nach etwa sechs Wochen, bleiben aber noch einige Monate im Familienverband.

Bedrohung & Schutzstatus

Die IUCN stuft den Riesenturako derzeit als „Least Concern" (nicht gefährdet) ein. Die Art verfügt über ein großes Verbreitungsgebiet und kommt in zahlreichen Schutzgebieten vor. Dennoch gehen die