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Rosenkopfkardinal

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Rhodothraupis celaeno
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Kardinäle (Cardinalidae)
  • Gattung: Rhodothraupis (monotypisch)
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder, Dickichte und Buschland im nordöstlichen Mexiko
  • Größe: 20–21 cm Körperlänge
  • Gewicht: 55–85 g
  • Lebenserwartung: geschätzt 5–8 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Rosenkopfkardinal ist ein kräftig gebauter Singvogel mit einem auffällig großen, kegelförmigen Schnabel, der typisch für die Familie der Kardinäle ist. Das Männchen zeigt eine dunkle, überwiegend graubraune bis schiefergraue Gefiederfärbung am Rumpf und an den Flügeln. Namensgebend ist der leuchtend rosarot gefärbte Kopf, der Brust und Kehle einschließt und bei erwachsenen Männchen während der Brutzeit besonders intensiv hervortritt. Die Intensität dieser roten Färbung variiert individuell und hängt unter anderem von der Ernährung und dem Alter des Vogels ab.

Das Weibchen ist insgesamt deutlich unauffälliger gefärbt. Sein Gefieder ist überwiegend olivbraun bis graubraun, mit einer schwach angedeuteten rötlichen Tönung an Kopf und Brust. Diese kryptische Färbung bietet dem Weibchen während der Brut am Nest einen besseren Schutz vor Fressfeinden. Beide Geschlechter besitzen dunkle Augen und kräftige, dunkelgraue Beine. Der massive, schwarze Oberschnabel kontrastiert mit dem helleren Unterschnabel und dient als effektives Werkzeug zum Knacken von Samen und Hartschalenfrüchten.

Im englischsprachigen Raum ist die Art unter dem Namen „Crimson-collared Grosbeak" bekannt – eine Bezeichnung, die auf den roten Halsbereich und den kräftigen Schnabel (engl. „grosbeak" = Dickschnabel) verweist. Der deutsche Name „Rosenkopfkardinal" betont hingegen die auffällige Kopffärbung und die Zugehörigkeit zur Familie der Kardinäle.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Rosenkopfkardinals beschränkt sich auf den Nordosten Mexikos, wo er in den Bundesstaaten Nuevo León, Tamaulipas und San Luis Potosí vorkommt. Gelegentlich werden Einzelvögel auch im äußersten Süden von Texas (USA) gesichtet, wobei es sich dabei um seltene Irrgäste handelt und nicht um ein dauerhaftes Brutgebiet.

Das bevorzugte Habitat sind dichte, halbimmergrüne und tropische Laubwälder in niedrigen bis mittleren Höhenlagen, typischerweise zwischen 300 und 1.500 Metern über dem Meeresspiegel. Der Rosenkopfkardinal besiedelt vor allem das Unterholz und die unteren Straten des Waldes, wo er sich im Dickicht und an Waldrändern aufhält. Er bevorzugt Biotope mit dichter Vegetation und einem geschlossenen oder halbgeschlossenen Kronendach. Offene Landschaften meidet er weitgehend, gelegentlich nutzt er jedoch Sekundärwälder und verwilderte Anbauflächen mit ausreichender Strauchschicht.

Ernährung

Der Rosenkopfkardinal ist ein Allesfresser mit einer Ernährung, die sich saisonal verschiebt. Samen, Früchte und Beeren bilden den Hauptanteil der Nahrung, wobei der kräftige Schnabel das Aufbrechen selbst härterer Samenschalen ermöglicht. Daneben frisst er Insekten und andere Wirbellose, die er im Laub und an Zweigen aufsammelt. Während der Brutzeit steigt der Anteil tierischer Nahrung, da Insekten eine proteinreiche Nahrungsquelle für die heranwachsenden Jungvögel darstellen.

Die Nahrungssuche findet überwiegend im Unterholz und in Bodennähe statt. Der Vogel durchsucht systematisch Laubstreu und niedrige Äste, wobei er einzelne Blätter wendet oder mit dem Schnabel im Substrat stochert. Im Kronenbereich wird er nur selten bei der Nahrungsaufnahme beobachtet.

Verhalten & Lebensweise

Der Rosenkopfkardinal ist ein tagaktiver Vogel mit einer eher zurückhaltenden, scheuen Lebensweise. Er hält sich bevorzugt im dichten Unterholz auf und ist trotz der auffälligen Färbung des Männchens oft schwer zu beobachten. Außerhalb der Brutzeit lebt er einzeln oder in kleinen, lockeren Gruppen, manchmal auch in gemischten Schwärmen mit anderen Arten wie Spottdrosseln oder anderen Kardinälen.

Die Art ist weitgehend standorttreu, es sind keine ausgeprägten Zugbewegungen bekannt. Saisonale Wanderungen innerhalb des Verbreitungsgebiets, etwa in Abhängigkeit vom Nahrungsangebot, sind jedoch nicht ausgeschlossen. Der Gesang des Männchens besteht aus kurzen, klaren Pfeiftönen und wird vor allem während der Brutzeit von erhöhten Singwarten im Unterholz vorgetragen. Das Revier wird akustisch abgesteckt, direkte körperliche Auseinandersetzungen zwischen Männchen scheinen selten zu sein.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit des Rosenkopfkardinals fällt in die Regenzeit, die im nordöstlichen Mexiko etwa von Mai bis August dauert. Das Nest wird vom Weibchen in niedriger Vegetation errichtet, typischerweise in dichten Sträuchern oder im Unterholz in einer Höhe von ein bis drei Metern über dem Boden. Es handelt sich um eine napfförmige Konstruktion aus Zweigen, Grashalmen und Pflanzenfasern, die innen mit feinerem Material ausgepolstert wird.

Das Gelege umfasst in der Regel zwei bis drei Eier, die eine bläulich-weiße Grundfärbung mit feinen dunklen Sprenkelungen aufweisen. Die Bebrütung dauert etwa 12 bis 14 Tage und wird hauptsächlich vom Weibchen übernommen. Beide Elternvögel beteiligen sich an der Fütterung der Nestlinge, die nach etwa 10 bis 13 Tagen das Nest verlassen. Die J