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Rotbauchunke

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Tierart – Amphibien > Froschlurche – Kröten

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Bombina bombina (Linnaeus, 1761)
  • Ordnung: Froschlurche (Anura)
  • Familie: Bombinatoridae (Unken und Barbourfrösche)
  • Gattung: Bombina
  • Lebensraum: Flachlandgewässer, Überschwemmungsflächen, Auenlandschaften
  • Größe: 4–5 cm Kopf-Rumpf-Länge
  • Gewicht: 5–10 g
  • Lebenserwartung: bis 12 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis 20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Rotbauchunke ist ein kleiner, gedrungen gebauter Froschlurch mit einer abgeflachten Körperform, die für die Gattung Bombina typisch ist. Die Oberseite zeigt eine unauffällige graubraune bis olivfarbene Grundfärbung mit dunklen Flecken und warzenartigen Hauterhebungen. Im Gegensatz dazu steht die leuchtend orange- bis ziegelrot gefärbte Unterseite mit unregelmäßigen dunkelgrauen bis schwarzen Flecken – ein Merkmal, das der Art ihren deutschen Namen verleiht.

Die Pupillen sind herzförmig, was die Rotbauchunke mit ihrer nächsten Verwandten, der Gelbbauchunke (Bombina variegata), teilt. Die Haut der Oberseite ist mit zahlreichen kleinen Warzen besetzt, deren Spitzen häufig dunkle Hornstacheln tragen. Die Hinterbeine sind relativ kurz, die Zehen mit gut ausgebildeten Schwimmhäuten verbunden. Ein äußerlich sichtbares Trommelfell fehlt, ebenso Schallblasen – die Rufe werden durch innere Kehlsackresonanz erzeugt.

Die Unterscheidung von der Gelbbauchunke erfolgt vor allem anhand der Bauchzeichnung: Während bei der Rotbauchunke Orange- und Rottöne dominieren und die dunklen Flecken mehr als die Hälfte der Bauchfläche bedecken, zeigt die Gelbbauchunke eine gelbe Grundfärbung mit geringerem Dunkelanteil. In Gebieten, in denen sich die Verbreitungsgebiete beider Arten überschneiden, etwa in Mitteleuropa, kommen Hybride vor, die als Bombina bombina × variegata beschrieben werden.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Rotbauchunke erstreckt sich von Mitteleuropa über Osteuropa bis nach Westsibirien. In Deutschland liegt die westliche Arealgrenze; hier kommt die Art vorwiegend im norddeutschen Tiefland vor, mit Schwerpunkten in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Außerhalb Deutschlands besiedelt sie große Teile Polens, des Baltikums, der Ukraine, Russlands sowie Teile des Balkans und Ungarns.

Als Habitat bevorzugt die Rotbauchunke flache, stehende Gewässer in offenen bis halboffenen Landschaften. Typische Biotope sind Überschwemmungsflächen in Flussauen, temporäre Kleingewässer, Wiesengräben, Feldsölle und extensiv genutzte Teiche. Entscheidend ist ein geringer Fischbesatz, da Fische als Prädatoren der Larven auftreten. Die Art ist ein ausgesprochener Tieflandbewohner und meidet Mittelgebirgslagen – im Gegensatz zur Gelbbauchunke, die stärker an höhere Lagen angepasst ist.

Zur Überwinterung suchen Rotbauchunken frostfreie Verstecke an Land auf, darunter Erdlöcher, Steinhaufen, Komposthaufen oder lockere Böden in Gewässernähe. Die Winterruhe dauert in Mitteleuropa von Oktober bis April.

Ernährung

Die Rotbauchunke ernährt sich vorwiegend von kleinen wirbellosen Tieren. Auf dem Speiseplan stehen Insekten und deren Larven, Spinnen, kleine Schnecken, Würmer und Wasserflöhe. Die Nahrungsaufnahme erfolgt sowohl an Land als auch im Wasser. Im Wasser werden Beutetiere von der Oberfläche oder knapp darunter aufgenommen, an Land werden kriechende Insekten erbeutet. Die Kaulquappen ernähren sich zunächst von Algen, Detritus und pflanzlichem Material, bevor sie gegen Ende der Metamorphose zunehmend tierische Nahrung aufnehmen.

Verhalten & Lebensweise

Die Rotbauchunke ist überwiegend tagaktiv, zeigt aber während der Fortpflanzungszeit auch in der Dämmerung und nachts hohe Aktivität. Während der Laichsaison halten sich die Tiere fast ausschließlich im Wasser auf und sind dort häufig an der Wasseroberfläche treibend zu beobachten.

Die Rufe der Männchen sind ein monotones, dumpfes „uuh…uuh…uuh", das in regelmäßigen Abständen wiederholt wird und an ein fernes Läuten erinnert. In dichten Populationen bilden sich Rufgemeinschaften, bei denen zahlreiche Männchen gleichzeitig rufen – ein Klangbild, das als typisch für sommerliche Tieflandgewässer Nordostdeutschlands gilt.

Bei Bedrohung zeigt die Rotbauchunke den sogenannten Unkenreflex (Kahnstellung): Das Tier wölbt den Rücken durch, biegt die Gliedmaßen nach oben und präsentiert so die leuchtend gefärbte Unterseite. Diese aposematische Färbung signalisiert Fressfeinden die Ungenießbarkeit, denn die Hautdrüsen der Unke sondern ein giftiges Sekret ab (Bombinin), das bei Kontakt Schleimhautreizungen verursachen kann.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzungszeit erstreckt sich von Mai bis August, mit einem Schwerpunkt im Juni. Die Männchen rufen aus dem Wasser und locken die Weibchen an. Die Paarung erfolgt in einer lumbalen Amplexus-Stellung, bei der das Männchen das Weibchen vor den Hinterbeinen umklammert.

Die Weibchen legen den Laich in mehreren kleinen Portionen von jeweils 10 bis 30 Eiern ab, die einzeln oder in lockeren Klümpchen an Wasserpflanzen, Halme oder am Gewässergrund geheftet werden. Pro Saison produziert ein Weibchen insgesamt 100 bis 300 Eier. Die Lar