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Rotes Eichhörnchen

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Tierart – Säugetiere > Nagetiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Sciurus vulgaris
  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Familie: Hörnchen (Sciuridae)
  • Gattung: Eichhörnchen (Sciurus)
  • Lebensraum: Laub-, Misch- und Nadelwälder, Parks und Gärten
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 20–25 cm, Schwanzlänge 15–20 cm
  • Gewicht: 200–400 g
  • Lebenserwartung: 3–5 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 10 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Das Rote Eichhörnchen, auch Eurasisches Eichhörnchen genannt, ist ein mittelgroßes Nagetier mit einem schlanken, leichten Körperbau, der optimal an das Leben in Baumkronen angepasst ist. Trotz seines Namens variiert die Fellfarbe erheblich: Sie reicht von fuchsrot über braun bis hin zu fast schwarz. In höheren Lagen und nordischen Regionen überwiegen dunklere Farbvarianten, während in Mitteleuropa die namensgebende rote Fellfärbung am häufigsten auftritt. Die Bauchseite ist stets weiß bis cremefarben und scharf gegen die Oberseite abgegrenzt.

Ein charakteristisches Merkmal sind die Ohrpinsel – verlängerte Haarbüschel an den Ohrspitzen, die im Winter besonders ausgeprägt sind und im Sommer teilweise oder vollständig fehlen. Der buschige Schwanz dient als Steuerruder beim Springen, als Balancierhilfe auf dünnen Ästen und im Winter als wärmende Decke. Die kräftigen Hinterbeine sind deutlich länger als die Vorderbeine, was dem Eichhörnchen Sprünge von bis zu fünf Metern Weite ermöglicht. An den Vorderpfoten sitzen vier lange, bewegliche Zehen mit scharfen Krallen, die Hinterpfoten besitzen fünf Zehen. Diese Krallen erlauben es dem Tier, selbst an glatter Rinde Halt zu finden und kopfüber Baumstämme hinabzuklettern – ermöglicht durch die um 180 Grad drehbaren Hinterfußgelenke.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Sciurus vulgaris erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis – von der Iberischen Halbinsel und den Britischen Inseln ostwärts durch ganz Europa und Nordasien bis nach Japan und zur Insel Hokkaido. Innerhalb dieses enormen Areals besiedelt die Art unterschiedlichste Waldhabitate. Bevorzugt werden zusammenhängende Nadel- und Mischwälder mit einem reichen Angebot an Samenbäumen wie Fichten, Kiefern, Buchen und Eichen. Doch auch in Laubwäldern, Auwäldern, Stadtparks und großen Gärten mit altem Baumbestand fühlt sich das Rote Eichhörnchen heimisch.

Entscheidend für die Eignung eines Biotops ist das Vorhandensein ausreichend hoher Bäume, die sowohl Nahrung als auch Nistmöglichkeiten bieten. In reinen Fichtenmonokulturen schwanken die Bestände stark in Abhängigkeit von den Zapfenerträgen. In strukturreichen Mischwäldern mit verschiedenen Baumarten ist die Populationsdichte in der Regel stabiler, da das Nahrungsangebot gleichmäßiger ausfällt.

Ernährung

Das Rote Eichhörnchen ist ein Allesfresser mit deutlichem Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. Die Hauptnahrung besteht aus Samen und Nüssen – Haselnüsse, Walnüsse, Bucheckern, Eicheln sowie die Samen von Fichten- und Kiefernzapfen bilden je nach Jahreszeit und Waldtyp die Grundlage. Ergänzt wird dieser Speiseplan durch Knospen, Rinde, Pilze, Beeren und Früchte. In geringem Umfang nehmen Eichhörnchen auch tierische Nahrung zu sich: Insekten, Vogeleier und gelegentlich Jungvögel gehören zum Nahrungsspektrum.

Zur Vorbereitung auf den Winter legt Sciurus vulgaris zahlreiche Nahrungsdepots an, indem Nüsse und Samen einzeln im Boden vergraben werden. Diese Verstecke werden mithilfe des Geruchssinns wiedergefunden, jedoch längst nicht alle – vergessene Depots tragen so aktiv zur Verbreitung von Baumarten bei. Einen echten Winterschlaf hält das Rote Eichhörnchen nicht. Bei sehr kalten Temperaturen bleibt es jedoch mehrere Tage im Nest und zehrt von angelegten Vorräten.

Verhalten & Lebensweise

Rote Eichhörnchen sind tagaktiv mit Aktivitätsschwerpunkten am Morgen und am späten Nachmittag. Sie leben als Einzelgänger und beanspruchen Streifgebiete, die sich mit denen von Artgenossen überlappen können. Feste Reviergrenzen, wie sie etwa bei territorialen Raubtieren vorkommen, gibt es nicht – an ergiebigen Futterquellen werden andere Individuen zwar geduldet, aber durch Drohgebärden auf Distanz gehalten.

Zum Schlafen und Ruhen bauen Eichhörnchen kugelige Nester aus Zweigen und Blättern, die als Kobel bezeichnet werden. Ein Kobel befindet sich meist in einer Astgabel hoch im Baum und wird innen mit Moos, Gras und Federn gepolstert. Jedes Individuum unterhält mehrere solcher Nester in seinem Streifgebiet und wechselt regelmäßig zwischen ihnen, vermutlich zur Parasitenvermeidung. Auch ausgefaulte Spechthöhlen und Nistkästen werden gern angenommen.

Die Kommunikation erfolgt über Lautäußerungen – ein raues, schnalzendes Schimpfen bei Störung – sowie über Schwanzbewegungen und Duftmarken. Bei Gefahr durch Greifvögel, Baummarder oder Hauskatzen flüchten Eichhörnchen spiralförmig an Baumstämmen empor, wobei sie den Stamm stets zwischen sich und den Verfolger bringen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit des Roten Eichhörnchens liegt zwischen Januar und März, ein zweiter Fortpflanzungszyklus kann zwischen Mai und August folgen. Die Balz ist durch auff