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Rotfeder

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – heimisch

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Scardinius erythrophthalmus
  • Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
  • Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
  • Gattung: Scardinius
  • Lebensraum: Stehende und langsam fließende Süßgewässer Europas
  • Größe: 20–30 cm, maximal bis 50 cm
  • Gewicht: 200–500 g, in Ausnahmefällen bis 2 kg
  • Lebenserwartung: 10–15 Jahre, selten bis 19 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Rotfeder ist ein hochrückiger, seitlich abgeflachter Süßwasserfisch mit einer charakteristischen Körperform, die an die eng verwandte Plötze (Rutilus rutilus) erinnert. Die Verwechslung beider Arten ist häufig, lässt sich aber anhand mehrerer eindeutiger Merkmale klären. Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal betrifft die Stellung der Rückenflosse: Bei der Rotfeder setzt sie deutlich hinter dem Ansatz der Bauchflossen an, während sie bei der Plötze annähernd auf gleicher Höhe beginnt.

Die Schuppen der Rotfeder sind relativ groß und fest sitzend. Entlang der Seitenlinie zählt man 40 bis 45 Schuppen. Die Grundfärbung des Körpers variiert von messinggelb über olivgrün auf dem Rücken bis hin zu silbrig-golden an den Flanken. Der Bauch ist heller, oft weißlich bis gelblich. Namensgebend sind die leuchtend roten Flossen, insbesondere die Brust-, Bauch- und Afterflossen. Bei älteren, gut genährten Exemplaren kann die Rotfärbung besonders intensiv ausfallen. Die Iris der Augen zeigt einen goldgelben bis orangefarbenen Ton – im Gegensatz zur roten Iris der Plötze.

Ein weiteres diagnostisches Merkmal ist das leicht oberständige Maul, das auf die bevorzugte Nahrungsaufnahme an der Wasseroberfläche und im Mittelwasser hinweist. Der Kiel zwischen Bauchflossen und After ist schuppenlos und bildet eine deutliche Kante.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Rotfeder erstreckt sich über weite Teile Europas und Westasiens. Von den Britischen Inseln im Westen reicht es über Mittel- und Osteuropa bis zum Aralsee und nach Westsibirien. In Skandinavien erreicht sie den Süden Finnlands und Schwedens. Im Mittelmeerraum kommt sie in Teilen Italiens, Griechenlands und der Türkei vor. In Deutschland ist die Rotfeder in allen Bundesländern heimisch.

Als typischer Stillwasserfisch bevorzugt die Rotfeder stehende oder nur schwach strömende Gewässer. Ihr Habitat umfasst flache, nährstoffreiche Seen, Altarme, Weiher, Teiche und verkrautete Buchten größerer Flüsse. Ein entscheidender Standortfaktor ist das Vorhandensein dichter Unterwasser- und Ufervegetation. Biotope mit ausgedehnten Beständen von Laichkraut, Tausendblatt, Hornblatt oder Seerosen bieten der Rotfeder sowohl Nahrung als auch Deckung. In klaren, pflanzenarmen Gewässern fehlt sie in der Regel oder tritt nur in geringer Dichte auf.

Ernährung

Die Rotfeder gehört zu den wenigen einheimischen Süßwasserfischen mit einem ausgeprägten Anteil pflanzlicher Kost auf dem Speiseplan. Sie gilt als omnivor mit starker Tendenz zur Herbivorie. Jungfische ernähren sich zunächst von Zooplankton, kleinen Insektenlarven und Algen. Mit zunehmender Größe steigt der Anteil pflanzlicher Nahrung deutlich an. Erwachsene Rotfedern fressen bevorzugt Wasserpflanzen, Fadenalgen, Wasserlinsen und weiche Pflanzenteile submerser Vegetation.

Daneben nehmen sie weiterhin tierische Nahrung auf, darunter Insekten, die auf die Wasseroberfläche fallen, Schnecken, kleine Krebstiere und Würmer. Die Nahrungsaufnahme erfolgt vorwiegend in den oberen und mittleren Wasserschichten, was mit dem oberständigen Maul korrespondiert. An warmen Sommerabenden lassen sich Rotfedern regelmäßig beim Aufnehmen von Anflugnahrung an der Oberfläche beobachten.

Verhalten & Lebensweise

Rotfedern sind gesellige Schwarmfische, die sich meist in kleineren bis mittelgroßen Gruppen zusammenfinden. Jüngere Exemplare bilden oft dichtere Schwärme, während ältere und größere Fische sich in lockeren Verbänden aufhalten oder paarweise in der Vegetation stehen. Die Art ist überwiegend tagaktiv, mit Aktivitätsspitzen in den Morgen- und Abendstunden. In den Sommermonaten zeigen Rotfedern eine ausgeprägte Oberflächenorientierung und halten sich bevorzugt in den oberen Wasserschichten zwischen den Pflanzenstängeln auf.

Im Winter ziehen sich die Tiere in tiefere Gewässerbereiche zurück und reduzieren ihre Aktivität erheblich. Sie überwintern in kleinen Gruppen nahe dem Gewässergrund, ohne eine echte Winterruhe einzulegen. Die Rotfeder ist ein standorttreuer Fisch, der keine ausgedehnten Wanderungen unternimmt. Sie meidet offene, strömungsreiche Bereiche und hält sich stattdessen bevorzugt in der Deckung submerser Pflanzenbestände auf.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Laichzeit der Rotfeder erstreckt sich von April bis Juni, abhängig von der Wassertemperatur. Die Fortpflanzung beginnt in der Regel, wenn das Wasser eine Temperatur von 16 bis 20 °C erreicht. Zur Laichzeit versammeln sich die geschlechtsreifen Tiere in flachen, dicht bewachsenen Uferzonen. Die Männchen entwickeln einen feinen Laichausschlag auf Kopf und Körper.

Das Laichgeschehen selbst verläuft portionsweise über mehrere Tage bis Wochen. Ein Weibchen gibt je nach Größe zwischen 50.000 und 200.000 klebrige Eier ab, die an Wasserpflanzen, Wurzeln und untergetauchte Pflanzenteile geheftet werden. Eine gezielte Brutpflege findet nicht statt. Die Embryon