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Rotknievogelspinne

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Tierart – Spinnentiere > Vogelspinnen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Brachypelma smithi (F. O. Pickard-Cambridge, 1897)
  • Ordnung: Webspinnen (Araneae)
  • Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
  • Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
  • Unterfamilie: Theraphosinae
  • Gattung: Brachypelma
  • Lebensraum: Trockenwälder und Halbwüsten der mexikanischen Pazifikküste
  • Körperlänge: 6–8 cm (ohne Beinspannweite); Beinspannweite bis 15 cm
  • Gewicht: 15–25 g (adulte Weibchen)
  • Lebenserwartung: Weibchen bis 30 Jahre; Männchen 5–7 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Rotknievogelspinne zählt zu den bekanntesten Vertretern der Familie Theraphosidae. Ihr auffälligstes Merkmal sind die leuchtend orange- bis rotgefärbten Gelenke (Patellae) an den Laufbeinen, die dem Tier seinen deutschen Trivialnamen geben. Der übrige Körper ist überwiegend dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Die einzelnen Beinabschnitte – Femur, Patella, Tibia und Metatarsus – zeigen einen deutlichen Farbkontrast: Auf das dunkle Femur folgt das namensgebende rote Kniegelenk, während Tibia und Metatarsus heller, oft orangebraun behaart sind.

Der Vorderkörper (Prosoma) ist von einem leicht gewölbten Carapax bedeckt, der einen cremefarbenen bis beigefarbenen Rand aufweist. Das Opisthosoma (Hinterleib) trägt eine dichte Behaarung aus feinen Brennhaaren, sogenannten Bombardierhaaren, die bei Bedrohung abgestreift werden können. Wie alle Vogelspinnen besitzt Brachypelma smithi zwei Cheliceren mit nach unten gerichteten Giftklauen – ein typisches Merkmal der Orthognatha. Die Pedipalpen dienen als Tastorgane und bei Männchen zusätzlich als Kopulationsorgan.

Männchen sind schlanker gebaut als Weibchen und entwickeln nach der Reifehäutung charakteristische Schienbeinhaken (Tibiaapophysen) an den vorderen Laufbeinen, die bei der Paarung eine Rolle spielen.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Rotknievogelspinne beschränkt sich auf den Westen Mexikos, insbesondere auf die Bundesstaaten Guerrero, Colima und Jalisco. Ihr bevorzugtes Habitat sind laubabwerfende Trockenwälder und Dornbuschsavannen in Höhenlagen zwischen 0 und 1.500 Metern über dem Meeresspiegel. Die Art besiedelt dort bevorzugt Bereiche mit lockerem, grabfähigem Boden.

Die Spinnen bewohnen selbstgegrabene Erdröhren oder nutzen natürliche Hohlräume unter Steinen, Wurzeln und Felsvorsprüngen. Die Eingänge dieser Wohnröhren werden häufig mit Spinnseide ausgekleidet. Das Biotop zeichnet sich durch ausgeprägte Trocken- und Regenzeiten aus, wobei die Luftfeuchtigkeit im Jahresmittel bei 60–70 % liegt und die Temperaturen tagsüber 25–35 °C erreichen.

Taxonomisch wurde die Art lange mit der eng verwandten Brachypelma hamorii verwechselt oder synonym behandelt. Erst 1997 erfolgte eine klare Abgrenzung beider Arten. B. hamorii, die Mexikanische Rotknievogelspinne, stammt aus weiter nördlich gelegenen Regionen und unterscheidet sich durch geringfügige Abweichungen in der Färbung des Carapax und der Beinbehaarung.

Ernährung

Die Rotknievogelspinne ist eine opportunistische Lauerjägerin. Sie ernährt sich vorwiegend von Insekten wie Grillen, Heuschrecken, Schaben und Käfern. Gelegentlich werden auch kleinere Wirbeltiere wie junge Eidechsen oder nestjunge Mäuse erbeutet. Entgegen dem Familiennamen „Vogelspinne" spielen Vögel in der natürlichen Ernährung keine nennenswerte Rolle – die Bezeichnung geht auf historische Darstellungen der Naturforscherin Maria Sibylla Merian aus dem 18. Jahrhundert zurück.

Die Beute wird durch einen schnellen Biss mit den Cheliceren überwältigt. Das injizierte Gift wirkt neurotoxisch auf Arthropoden und verflüssigt durch beigemischte Verdauungsenzyme das Gewebe der Beute. Die Spinne saugt anschließend die vorverdaute Nahrung auf – eine extraintestinale Verdauung, die für alle Spinnen charakteristisch ist. Für den Menschen ist das Gift von B. smithi weitgehend ungefährlich und vergleichbar mit einem Bienenstich.

Verhalten & Lebensweise

Die Rotknievogelspinne ist vorwiegend nachtaktiv und dämmerungsaktiv. Tagsüber verbleibt sie in ihrer Wohnröhre und verlässt diese nach Einbruch der Dunkelheit zur Nahrungssuche. Die Art lebt streng solitär; jedes Tier bewohnt ein eigenes Revier, das es gegen Artgenossen verteidigt. Begegnungen außerhalb der Paarungszeit führen häufig zu aggressivem Verhalten.

Bei Bedrohung zeigt B. smithi ein mehrstufiges Abwehrverhalten. Zunächst streift die Spinne mit den Hinterbeinen Brennhaare vom Abdomen ab und schleudert sie dem Angreifer entgegen. Diese winzigen Widerhakenhärchen verursachen bei Säugetieren starken Juckreiz und können Schleimhäute reizen. Erst wenn diese passive Verteidigung nicht ausreicht, nimmt die Spinne eine Drohstellung ein, bei der sie den Vorderkörper anhebt und die Cheliceren spreizt. Tatsächliche Bisse erfolgen nur selten.

Wie alle Gliederfüßer muss sich die Rotknievogelspinne regelmäßig häuten, um zu wachsen. Juvenile Tiere häuten sich alle vier bis sechs Wochen, adulte Weibchen ein- bis zweimal jährlich. Adulte Männchen häuten sich nach