Ruderfrosch
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Rhacophorus (Gattung); zahlreiche Arten, z. B. Rhacophorus reinwardtii (Schwarzfußer Ruderfrosch) oder Rhacophorus nigropalmatus (Wallaces Flugfrosch)
- Ordnung: Froschlurche (Anura)
- Familie: Ruderfrösche (Rhacophoridae)
- Lebensraum: Tropische und subtropische Regenwälder Südost- und Ostasiens, Teile Indiens und Afrikas
- Größe: Je nach Art 3–12 cm Kopf-Rumpf-Länge
- Gewicht: 5–80 g, abhängig von der Art
- Lebenserwartung: Circa 5–10 Jahre in freier Wildbahn; in Gefangenschaft teils bis 15 Jahre
Aussehen & Merkmale
Ruderfrösche besitzen einen schlanken, leicht abgeflachten Körper, der an ein Leben in den Baumkronen tropischer Wälder angepasst ist. Die Haut ist glatt und feucht, ohne Schuppen oder andere Verhornungen. Bei vielen Arten dominiert eine leuchtend grüne Oberseite, die als Tarnung inmitten von Blattwerk dient. Flanken, Innenseiten der Gliedmaßen und Schwimmhäute können dagegen kontrastreich orange, gelb, blau oder schwarz gefärbt sein – eine sogenannte Schreckfärbung, die bei Sprüngen plötzlich sichtbar wird und potenzielle Fressfeinde irritiert.
Das auffälligste Merkmal der Gattung Rhacophorus sind die stark vergrößerten Schwimmhäute zwischen Fingern und Zehen. Diese Häute erstrecken sich deutlich über die Zehenspitzen hinaus und wirken beim Sprung wie kleine Tragflächen. Zusammen mit seitlichen Hautlappen an Unterarmen und Fersen ermöglichen sie weite Gleitflüge von Ast zu Ast. Die Zehenenden tragen breite Haftscheiben, mit deren Hilfe die Tiere selbst auf nassen Blattoberflächen sicheren Halt finden. Die Pupillen sind horizontal elliptisch, die großen Augen ermöglichen gutes Sehen bei Dämmerung und in der Nacht.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Ruderfrösche erstreckt sich über weite Teile der tropischen und subtropischen Regionen Asiens – von Indien und Sri Lanka über Südchina bis nach Indonesien und auf die Philippinen. Einige Gattungen innerhalb der Familie Rhacophoridae kommen auch in Ost- und Zentralafrika sowie auf Madagaskar vor, etwa die Gattungen Chiromantis und Boophis.
Das bevorzugte Habitat sind immergrüne Regen- und Bergwälder mit hoher Luftfeuchtigkeit. Ruderfrösche leben überwiegend arboreal, also in der Strauch- und Baumschicht, häufig in Höhen von 5 bis 30 Metern über dem Boden. Sie sind an Biotope gebunden, in denen stehende oder langsam fließende Gewässer in der Nähe der Bäume vorhanden sind – Tümpel, Teiche, wassergefüllte Baumhöhlen oder überflutete Senken dienen als Laichgewässer. Einige Arten besiedeln auch Sekundärwälder und Plantagen, sofern geeignete Mikrohabitate mit ausreichend Feuchtigkeit vorhanden sind.
Ernährung
Ruderfrösche sind ausschließlich karnivor. Die Nahrung besteht überwiegend aus Insekten und anderen Wirbellosen, die in der Kronenschicht der Bäume vorkommen. Dazu zählen Fliegen, Mücken, Nachtfalter, Käfer, Ameisen, Spinnen und gelegentlich kleine Schnecken. Die Beute wird durch schnelles Vorstülpen der klebrigen Zunge erbeutet – ein für Froschlurche typischer Fangmechanismus. Größere Arten wie Rhacophorus nigropalmatus, die bis zu 12 cm Körperlänge erreichen, fressen mitunter auch kleinere Frösche oder Geckos.
Die Larven (Kaulquappen) ernähren sich in ihren ersten Lebenswochen vorwiegend herbivor von Algen, Detritus und Biofilmen, gehen aber im fortgeschrittenen Larvenstadium teilweise zu einer omnivoren Kost über.
Verhalten & Lebensweise
Ruderfrösche sind überwiegend nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie zusammengerollt auf Blattunterseiten oder in Astgabeln, wobei sie die auffällig gefärbten Gliedmaßen unter den Körper ziehen und durch ihre grüne Rückenfarbe nahezu unsichtbar werden. In der Dämmerung beginnen sie mit der Nahrungssuche und zeigen ihr charakteristisches Gleitverhalten: Bei Sprüngen von Baum zu Baum spreizen sie alle vier Gliedmaßen und nutzen die Schwimmhäute als Gleitflächen. Manche Arten überbrücken so Distanzen von 10 bis 15 Metern, wobei sie die Flugbahn durch Veränderung des Anstellwinkels der Hände und Füße aktiv steuern können.
Ein territoriales Verhalten ist vor allem bei den Männchen während der Fortpflanzungszeit zu beobachten. Sie besetzen Rufplätze in Gewässernähe und verteidigen diese gegenüber Rivalen durch laute Rufreihen. Außerhalb der Balzzeit leben Ruderfrösche einzelgängerisch und zeigen keine ausgeprägten sozialen Strukturen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung der Ruderfrösche ist innerhalb der Froschlurche ungewöhnlich. Die Balz wird durch die einsetzende Regenzeit ausgelöst. Männchen rufen von Ästen oder Blättern über Gewässern und locken so paarungsbereite Weibchen an. Nach dem Amplexus – der typischen Umklammerung durch das Männchen – produziert das Weibchen ein schaumiges Sekret, das es mit den Hinterbeinen zu einem festen Schaumnest verarbeitet. Dieses Schaumnest wird an Blättern oder Zweigen befestigt, die über Wasser hängen.
In den Schaum werden 30 bis 100 Eier eingebettet, die durch die schützende Hülle vor Austrocknung und vielen Fressfeinden bewahrt werden. Nach etwa einer Woche schlüpfen die Kaul