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Ruderfußkrebs

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Tierart – Wirbellose > Krebstiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Copepoda
  • Systematik: Unterklasse innerhalb der Krebstiere (Crustacea)
  • Überordnung: Podoplea / Gymnoplea (je nach Ordnung)
  • Wichtige Ordnungen: Calanoida, Cyclopoida, Harpacticoida, Siphonostomatoida
  • Lebensraum: Süßwasser, Brackwasser, Meerwasser; pelagisch, benthisch oder parasitisch
  • Größe: 0,2 mm bis ca. 10 mm (Ausnahmen bei parasitischen Formen bis über 30 cm)
  • Gewicht: im Mikrogramm-Bereich (einzelne Individuen); Gesamtbiomasse im Ozean übertrifft jene aller anderen Tiergruppen
  • Lebenserwartung: wenige Wochen bis etwa ein Jahr, je nach Art und Umweltbedingungen
  • Artenzahl: über 14.000 beschriebene Arten weltweit

Aussehen & Merkmale

Ruderfußkrebse besitzen einen langgestreckten, tropfenförmigen Körper, der in zwei Hauptabschnitte gegliedert ist: den vorderen Cephalothorax (Kopfbruststück) und das schmälere, nach hinten zulaufende Abdomen. Das Exoskelett besteht aus Chitin und ist meist durchscheinend bis farblos, bei einigen Arten jedoch rötlich, bläulich oder orangefarben pigmentiert. Charakteristisch ist das einzelne, median gelegene Naupliusauge, das als einfacher Lichtsinnesrezeptor dient – im Gegensatz zu den zusammengesetzten Facettenaugen vieler anderer Krebstiere.

Der Kopf trägt zwei Paar Antennen, wobei die ersten Antennen (Antennulae) bei vielen Arten auffallend lang sind und sowohl der Fortbewegung als auch der Sinneswahrnehmung dienen. Die namensgebenden Ruderfüße – fünf Paare gegliederter Thorakopoden – ermöglichen eine ruckartige, springende Schwimmbewegung. Am Hinterende des Abdomens sitzt die Furca, ein gegabelter Anhang mit langen Borsten, der als Steuer- und Stabilisierungsorgan fungiert. Weibchen tragen häufig ein oder zwei deutlich sichtbare Eisäckchen am Genitalsegment.

Lebensraum & Verbreitung

Ruderfußkrebse kommen in nahezu jedem aquatischen Habitat der Erde vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Tiefseegräben der Ozeane bis zu temporären Tümpeln, von tropischen Korallenriffen bis zu arktischen Schmelzwasserseen. Die Ordnung Calanoida dominiert das marine Plankton der offenen See und bildet dort die zahlenmäßig größte Fraktion des Zooplanktons. Cyclopoida sind sowohl im Süßwasser als auch im Meer verbreitet, während Harpacticoida überwiegend benthisch leben und im Lückensystem von Sedimenten, im Moos feuchter Böden oder auf Makroalgen siedeln.

Im Süßwasser besiedeln Ruderfußkrebse stehende und fließende Gewässer aller Größenordnungen. Einige Arten sind an extreme Biotope angepasst: hypersaline Salzseen, heiße Quellen oder das Grundwasser karstiger Gebirgsregionen. Diese stygobionten Formen zeigen häufig Reduktionen der Pigmentierung und der Augen als Anpassung an lichtlose Lebensräume.

Ernährung

Das Nahrungsspektrum der Ruderfußkrebse ist breit gefächert. Freilebende planktische Arten, vor allem aus der Ordnung Calanoida, ernähren sich überwiegend als Filtrierer von Phytoplankton, Bakterien und Detritus. Mit feinen Borsten an den Mundwerkzeugen erzeugen sie Wasserströme, die Nahrungspartikel heranführen. Viele cyclopoide Arten sind dagegen räuberisch und erbeuten andere Zooplankter, Rotatorien oder Larven verschiedener Invertebraten.

Benthische Harpacticoida schaben Aufwuchsalgen und Biofilme von Substratoberflächen ab oder nehmen organisches Material aus dem Sediment auf. Parasitische Ruderfußkrebse, etwa aus der Ordnung Siphonostomatoida, ernähren sich von Körperflüssigkeiten, Schleim oder Gewebe ihrer Wirte – darunter Fische, Wale, Haie und verschiedene wirbellose Meerestiere.

Verhalten & Lebensweise

Freilebende Ruderfußkrebse zeigen ein ausgeprägtes Migrationsverhalten. Zahlreiche planktische Arten führen tägliche Vertikalwanderungen durch: Nachts steigen sie in oberflächennahe Wasserschichten auf, um zu fressen, tagsüber sinken sie in größere Tiefen ab, um Fressfeinden zu entgehen. Diese diel vertikale Migration gehört zu den größten synchronen Tierbewegungen auf der Erde und beeinflusst den globalen Kohlenstoffkreislauf erheblich, da organisches Material aktiv in die Tiefe transportiert wird.

Die Fluchtreaktion der Copepoden ist außerordentlich schnell. Bei Wahrnehmung von Druckwellen eines herannahenden Räubers können sie innerhalb von Millisekunden Geschwindigkeiten von über 500 Körperlängen pro Sekunde erreichen – relativ zur Körpergröße eine der höchsten Beschleunigungen im Tierreich. Diese Fluchtsprünge werden durch kräftige Schläge der Thorakopoden und der zweiten Antennen ausgelöst.

Chemische Kommunikation spielt eine zentrale Rolle. Männchen vieler Arten folgen Pheromonspuren der Weibchen über beträchtliche Distanzen. Im Grundwasser lebende Arten zeigen oft eingeschränkte Mobilität und sind an stabile, nährstoffarme Verhältnisse angepasst.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung der Ruderfußkrebse erfolgt geschlechtlich. Bei der Paarung überträgt das Männchen mit Hilfe spezialisierter Greifantennen ein Spermatophor (Samenpaket) auf das Genitalsegment des Weibchens. Die befruchteten Eier werden in ein oder zwei Eisäckchen am Körper des Weibchens getragen oder direkt ins freie Wasser abgegeben.

Die Entwicklung verläuft über sechs Naupliusstadien und fünf Co