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Sägefisch

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Tierart – Fische > Knorpelfische – Haie & Rochen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Familie Pristidae
  • Ordnung: Sägerochen (Rhinopristiformes)
  • Familie: Pristidae
  • Gattungen: Pristis und Anoxypristis
  • Anzahl der Arten: 5 rezente Arten
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Küstengewässer, Flussmündungen, teils Süßwasser
  • Größe: Je nach Art 1,4 bis über 7 Meter Gesamtlänge
  • Gewicht: Bis zu 600 kg (Großer Sägefisch, Pristis pristis)
  • Lebenserwartung: Geschätzt 30–50 Jahre

Aussehen & Merkmale

Sägefische gehören trotz ihres haiähnlichen Körperbaus zu den Rochen. Ihr auffälligstes Merkmal ist das stark verlängerte Rostrum – eine flache, schwertartige Schnauzenfortsetzung, die beidseitig mit zahnartig modifizierten Hautzähnchen (Rostralzähnen) besetzt ist. Diese sogenannte „Säge" kann bei großen Exemplaren des Großen Sägefisches (Pristis pristis) bis zu ein Viertel der Gesamtlänge ausmachen. Die Rostralzähne sind tief in seitlichen Furchen des knorpeligen Rostrums verankert und wachsen bei Verlust nicht nach – ein wesentlicher Unterschied zu den echten Zähnen im Kiefer.

Der Körper ist dorsoventral abgeflacht, wobei die Abflachung weniger ausgeprägt ist als bei typischen Rochen. Die Brustflossen sind mit dem Kopf verwachsen und bilden eine breite Körperscheibe. Die Haut ist mit Plakoidschuppen bedeckt, die sich rau anfühlen. Die Kiemenöffnungen liegen ventral, also auf der Unterseite des Körpers – ein typisches Rochenmerkmal. Die Augen sitzen auf der Oberseite des Kopfes, dahinter befinden sich die Spritzlöcher (Spirakula), durch die Atemwasser zu den Kiemen geleitet wird.

Die fünf Arten unterscheiden sich unter anderem in der Anzahl der Rostralzähne, der Körpergröße und der Form der unteren Schwanzflossenhälfte. Der Schmalzahn-Sägefisch (Anoxypristis cuspidata) besitzt als einziger Vertreter der Gattung Anoxypristis ein Rostrum ohne Zähne an der Basis.

Lebensraum & Verbreitung

Sägefische bewohnen tropische und subtropische Küstenregionen weltweit, wobei ihr Verbreitungsgebiet durch menschliche Einflüsse in den letzten Jahrzehnten drastisch geschrumpft ist. Ihr bevorzugtes Habitat sind flache, schlammige Gewässer: Mangrovenwälder, Flussmündungen, Lagunen und die vorgelagerten Schelfgebiete in Tiefen von meist unter 10 Metern.

Mehrere Arten, insbesondere Pristis pristis und der Süßwasser-Sägefisch (Pristis microdon), dringen regelmäßig weit in Süßwasserflüsse vor und können dort über längere Zeiträume leben. In Australien wurde Pristis pristis Hunderte Kilometer flussaufwärts nachgewiesen. Diese euryhaline Lebensweise – die Fähigkeit, sowohl in Salz- als auch Süßwasser zu existieren – ist unter Knorpelfischen selten.

Historisch erstreckten sich die Vorkommen über den Atlantik, den Indischen Ozean und den westlichen Pazifik. Heute gelten Nordaustralien und Teile der westafrikanischen Küste als letzte Rückzugsgebiete mit stabilen Populationen. In den Gewässern der USA, des Mittelmeers und weiter Teile Südostasiens sind Sägefische lokal ausgestorben oder extrem selten geworden.

Ernährung

Die Säge dient als multifunktionales Jagdwerkzeug. Sägefische ernähren sich vorwiegend von kleinen Schwarmfischen wie Meeräschen und Heringen sowie von bodenbewohnenden Wirbellosen, darunter Krebstiere und Würmer. Bei der Nahrungssuche wird das Rostrum seitlich durch Fischschwärme geschlagen, wobei die Rostralzähne Beutefische aufspießen oder verletzen. Verletzte oder betäubte Beute wird anschließend vom Boden aufgenommen.

Zusätzlich dient die Säge als Sinnesorgan: Auf der Unterseite des Rostrums befinden sich Elektrorezeptoren (Lorenzinische Ampullen), die schwache bioelektrische Felder von vergrabener Beute im Sediment detektieren können. Das Rostrum wird dabei wie ein Metalldetektor knapp über dem Substrat geführt – eine Strategie, die bei der Suche nach im Sand eingegrabenen Garnelen und Krabben zum Einsatz kommt.

Verhalten & Lebensweise

Sägefische sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie häufig am Gewässergrund. Sie leben einzelgängerisch und bilden keine Gruppen oder Reviere im engeren Sinn. Juvenile Tiere halten sich bevorzugt in sehr flachen, geschützten Küstenabschnitten und Flussabschnitten auf, die als natürliche Kinderstuben (Nursery Areas) fungieren. Mit zunehmender Größe weiten die Tiere ihren Aktionsradius in tiefere Gewässer aus.

Telemetrische Studien in Australien zeigen, dass adulte Tiere saisonale Wanderungen entlang der Küste unternehmen, die möglicherweise mit Fortpflanzungszyklen und Nahrungsangebot zusammenhängen. Die Tiere gelten als wenig aggressiv gegenüber Menschen; Verletzungen durch Sägefische sind äußerst selten und resultieren fast ausschließlich aus der Handhabung gefangener Tiere.

Fortpflanzung & Aufzucht

Sägefische sind ovovivipar: Die Embryonen entwickeln sich in Eikapseln innerhalb des Uterus des Muttertieres und werden lebend geboren. Ein Wurf umfasst je nach Art zwischen 1 und etwa 20 Jungtiere. Die Tragzeit beträgt vermutlich rund fünf Monate. Die Rostralzähne der Neugeborenen sind bei der Geburt in eine schützende Gewebehülle eingebettet,