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Saibling

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – heimisch

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Salvelinus alpinus (Seesaibling), Salvelinus fontinalis (Bachsaibling)
  • Ordnung: Lachsartige (Salmoniformes)
  • Familie: Lachsfische (Salmonidae)
  • Gattung: Saiblinge (Salvelinus)
  • Lebensraum: Kalte, sauerstoffreiche Seen und Fließgewässer, vorwiegend im alpinen und subalpinen Raum
  • Größe: 20–80 cm, je nach Art und Gewässer; Zwergformen teils nur 15 cm
  • Gewicht: 0,2–8 kg, in Ausnahmefällen über 10 kg
  • Lebenserwartung: 8–15 Jahre, in tiefen Alpenseen gelegentlich über 20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Saiblinge besitzen einen langgestreckten, seitlich leicht abgeflachten Körper, der dem typischen Habitus der Lachsfische entspricht. Wie alle Salmoniden tragen sie zwischen Rücken- und Schwanzflosse eine kleine Fettflosse, die keinerlei Flossenstrahlen enthält. Die Schuppen sind sehr klein und tief in die Haut eingebettet, sodass sich der Fisch glatt anfühlt.

Der Seesaibling (Salvelinus alpinus) zeigt auf der Oberseite eine dunkelgrüne bis blaugraue Grundfärbung, die an den Flanken in ein silbriges Grau übergeht. Charakteristisch sind zahlreiche helle, runde Punkte auf Flanken und Rücken – ein verlässliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber der Bachforelle, deren Punkte dunkel auf hellem Grund stehen. Zur Laichzeit intensiviert sich die Bauchfärbung bei beiden Geschlechtern deutlich: Der Bauch leuchtet dann in kräftigem Orange bis Rot, die Flossenränder erscheinen weiß gesäumt.

Der Bachsaibling (Salvelinus fontinalis), ein aus Nordamerika eingebürgerter Verwandter, unterscheidet sich durch seine wurmartig gemusterte, olivgrüne Rückenzeichnung (sogenannte Vermikulation) und die rot-blauen Tupfen an den Flanken. Beide Arten besitzen ein relativ großes, bis hinter das Auge reichendes Maul mit feinen Zähnen auf Kieferknochen, Pflugscharbein und Gaumenbein.

Lebensraum & Verbreitung

Der Seesaibling gilt als der am nördlichsten vorkommende Süßwasserfisch der Erde. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich zirkumpolar über die arktischen und subarktischen Regionen Europas, Asiens und Nordamerikas. In Mitteleuropa besiedelt er als Eiszeitrelikt vor allem tiefe, kalte Alpenseen in Österreich, der Schweiz, Süddeutschland und Norditalien. Typische Habitate sind oligotrophe Seen mit Tiefen über 50 Metern und ganzjährigen Wassertemperaturen unter 12 °C in der Tiefe. Er kommt unter anderem im Bodensee, Königssee, Wolfgangsee und zahlreichen Kärntner Seen vor.

Der Bachsaibling bevorzugt kühle, sauerstoffreiche Bäche und kleinere Flüsse mit kiesigem bis steinigem Substrat. Sein ursprüngliches Biotop liegt in den Appalachen Nordamerikas; seit dem 19. Jahrhundert wurde er in vielen europäischen Gewässern ausgesetzt und hat sich in einigen Gebirgsbächen dauerhaft etabliert. In manchen Regionen steht er in Konkurrenz zur heimischen Bachforelle.

Ernährung

Saiblinge sind opportunistische Räuber mit einem breiten Nahrungsspektrum. Juvenile Tiere ernähren sich überwiegend von Zooplankton, insbesondere Kleinkrebsen wie Daphnien und Copepoden. Mit zunehmender Größe erweitert sich das Beuteschema um Insektenlarven, Flohkrebse (Amphipoda), Schnecken und andere Bodentiere (Benthos). Große Exemplare des Seesaiblings in tiefen Alpenseen stellen teilweise auf eine fischfressende (piscivore) Ernährungsweise um und erbeuten kleine Artgenossen, Elritzen oder junge Renken.

Die Nahrungsaufnahme erfolgt überwiegend in der Dämmerung und während der Nachtstunden. Saiblinge zeigen dabei ein teils nachtaktives Verhalten, besonders in klaren, nährstoffarmen Seen, wo sie tagsüber größere Tiefen aufsuchen und erst bei nachlassender Helligkeit in höhere Wasserschichten aufsteigen.

Verhalten & Lebensweise

Seesaiblinge leben den Großteil des Jahres in den kühlen Tiefenzonen ihrer Wohngewässer, oft in Bereichen zwischen 30 und 80 Metern Tiefe. Sie bilden keine festen Schwärme, zeigen aber eine gewisse Tendenz zur lockeren Vergesellschaftung, besonders in nahrungsreichen Zonen. Ein ausgeprägtes Revierverhalten ist außerhalb der Laichzeit nicht bekannt.

Der Bachsaibling lebt dagegen stationär in seinem Gewässerabschnitt und verteidigt Standplätze hinter Steinen oder in Strömungskehren gegen Artgenossen. Diese Territorialität ähnelt dem Verhalten der Bachforelle und kann bei hoher Besatzdichte zu intraspezifischer Konkurrenz führen.

Beide Arten sind kälteliebend (stenotherm kalt) und meiden Wassertemperaturen über 18 °C. Bei sommerlicher Erwärmung der Oberflächenschichten ziehen sich Seesaiblinge in die kühle Sprungschicht (Thermokline) oder darunter zurück.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Laichzeit des Seesaiblings fällt in Mitteleuropa auf die Monate Oktober bis Januar. In manchen Alpenseen existieren zwei ökologisch getrennte Laichpopulationen: Ufersaiblinge, die auf kiesigen Flachwasserbereichen am Seeufer ablaichen, und Grundsaiblinge (Tiefseesaiblinge), die ihre Eier in großer Tiefe auf grobem Substrat ablegen. Diese Formen können sich in Körpergröße und Wachstumsrate erheblich unterscheiden.

Das Weibchen schlägt mit kräftigen Schwanzbewegungen eine flache Laichgrube in den Kiesgrund. Nach der Eiablage und Befruchtung durch das Männchen werden die Eier mit Kies bedeckt.