Samtgecko
STierart – Reptilien > Echsen – Geckos
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Homopholis wahlbergii (Wahlbergs Samtgecko); die Gattung Homopholis umfasst mehrere Arten
- Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
- Unterordnung: Geckoartige (Gekkota)
- Familie: Geckos (Gekkonidae)
- Gattung: Homopholis
- Lebensraum: Trockene bis halbfeuchte Savannen, Felsregionen und lichte Waldgebiete im südlichen und östlichen Afrika
- Größe: Gesamtlänge 12–17 cm
- Gewicht: 10–25 g
- Lebenserwartung: Etwa 8–12 Jahre in Gefangenschaft; in freier Wildbahn vermutlich kürzer
Aussehen & Merkmale
Der Samtgecko verdankt seinen deutschen Trivialnamen der auffallend weichen, samtartigen Beschaffenheit seiner Haut. Die feinen, gleichmäßig angeordneten Schuppen verleihen der Körperoberfläche eine fast textile Struktur, die sich deutlich von der körnigen oder glatten Beschuppung anderer Geckoarten unterscheidet. Die Grundfärbung variiert je nach Art und Herkunftspopulation zwischen verschiedenen Grau-, Braun- und Beigetönen. Über den Rücken ziehen sich oft unregelmäßige, dunklere Querbänder oder Fleckenmuster, die der Tarnung auf Baumrinde und Felsuntergrund dienen.
Der Körperbau ist abgeflacht, was dem Tier das Einklemmen in enge Spalten erleichtert. Die Augen sind groß und mit vertikalen Pupillen versehen – ein typisches Merkmal nachtaktiver Geckoarten. Wie bei vielen Geckos fehlen bewegliche Augenlider; stattdessen schützt eine transparente Brille das Auge, die bei Bedarf mit der Zunge gesäubert wird. Die Zehen tragen Haftlamellen, deren mikroskopisch feine Setae eine Anhaftung an glatten Oberflächen ermöglichen. Der Schwanz ist bei unverletzten Tieren etwa so lang wie der Rumpf und dient als Fettspeicher.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Gattung Homopholis erstreckt sich über weite Teile des südlichen und östlichen Afrikas. Homopholis wahlbergii, die bekannteste Art, kommt in Südafrika, Mosambik, Simbabwe, Malawi und Tansania vor. Weitere Arten wie Homopholis fasciata und Homopholis arnoldi besiedeln angrenzende Regionen in Ostafrika.
Das bevorzugte Habitat sind trockene bis halbfeuchte Savannenlandschaften mit ausreichend Baumbestand oder Felsformationen. Samtgeckos nutzen Spalten in Baumstämmen, lose Rindenstücke, Felsspalten und gelegentlich auch menschliche Bauwerke als Tagesverstecke. Sie gelten als ausgesprochen standorttreu und halten sich über längere Zeiträume in einem eng begrenzten Revier auf. Das Biotop muss ausreichend Versteckmöglichkeiten und ein stabiles Beuteangebot bieten, damit eine Population dauerhaft bestehen kann.
Ernährung
Samtgeckos ernähren sich ausschließlich carnivor. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Wirbellosen: Grillen, Heuschrecken, Schaben, Käfer, Spinnen und andere Gliederfüßer bilden die Hauptbeute. Die Jagd erfolgt in der Regel nach dem Lauerjäger-Prinzip: Das Tier verharrt reglos an einem erhöhten Punkt – etwa an einem Baumstamm oder einer Felswand – und schnappt vorbeilaufende oder -fliegende Beutetiere mit einem schnellen Vorstoß. Die breite Zunge unterstützt das Festhalten der Beute. Gelegentlich werden auch kleine Geckos anderer Arten erbeutet, sofern sie in Reichweite geraten.
In Terrarienhaltung wird das Nahrungsspektrum durch Supplementierung mit Kalzium- und Vitaminpräparaten ergänzt, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.
Verhalten & Lebensweise
Samtgeckos sind strikt nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in engen Ritzen und Spalten, deren flacher Zuschnitt dem dorsoventral abgeflachten Körperbau entgegenkommt. Mit Einbruch der Dämmerung verlassen sie ihre Verstecke und begeben sich auf Nahrungssuche. Die Tiere leben einzelgängerisch; außerhalb der Paarungszeit werden Artgenossen im eigenen Revier nicht geduldet. Männchen verteidigen ihre Rückzugsorte gegenüber Rivalen durch Drohgebärden, die lautes Fauchen, Aufstellen des Körpers und seitliches Abflachen des Rumpfes umfassen. Kommt es zu direkten Auseinandersetzungen, können Bissverletzungen entstehen.
Wie viele Geckoarten verfügen Samtgeckos über die Fähigkeit zur Autotomie: Bei Gefahr kann der Schwanz an vorgebildeten Bruchstellen abgeworfen werden. Der sich windende Schwanz lenkt Fressfeinde ab, während das Tier flüchtet. Ein Regenerat wächst nach, unterscheidet sich jedoch in Form und Beschuppung vom ursprünglichen Schwanz.
Zu den natürlichen Fressfeinden zählen Schlangen, nachtaktive Greifvögel wie Eulen sowie verschiedene kleine Raubsäuger.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung der Samtgeckos folgt dem für viele Geckoarten typischen Muster. Die Balz findet in der wärmeren Jahreszeit statt. Männchen nähern sich den Weibchen unter rhythmischem Schwanzwedeln und vorsichtigen Zungenschlägen gegen den Körper der Partnerin. Das Paarungsverhalten umfasst einen Nackenbiss, mit dem das Männchen das Weibchen während der Kopulation fixiert.
Weibchen legen pro Gelege in der Regel zwei hartschalige Eier, die in geschützten Spalten oder unter loser Rinde abgelegt werden. Die Eier haften häufig am Substrat oder aneinander. Die Inkubationszeit beträgt je nach Temperatur 60 bis 90 Tage. Die Schlüpflinge messen etwa 4–5 cm und