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Schlagen

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Jäger- & Weidmannssprache > Jäger- & Weidmannssprache

Definition und Überblick

Der Begriff Schlagen gehört zum festen Wortschatz der Jäger- und Weidmannssprache und beschreibt in erster Linie das Ergreifen und Töten von Beutetieren durch Greifvögel und Falken. Wenn ein Habicht eine Taube in der Luft packt oder ein Wanderfalke im Sturzflug eine Krähe erbeutet, so schlägt der Greifvogel seine Beute. Der Ausdruck leitet sich von der charakteristischen Bewegung ab, mit der die Vögel ihre Fänge – so die weidmännische Bezeichnung für die Krallen der Greifvögel – in das Beutetier treiben. In der Beizjagd, also der Jagd mit abgerichteten Greifvögeln, ist das Schlagen der zentrale Moment des gesamten Jagdvorgangs.

Darüber hinaus wird der Begriff in der Jägersprache auch in weiteren Zusammenhängen verwendet, etwa wenn Raubwild wie der Fuchs oder der Marder Beutetiere reißt oder wenn bestimmte Vogelarten charakteristische Lautäußerungen von sich geben. Diese Mehrdeutigkeit macht den Ausdruck zu einem besonders vielseitigen Fachbegriff der Weidmannssprache.

Schlagen in der Beizjagd und bei Greifvögeln

Die ursprüngliche und wichtigste Bedeutung von Schlagen bezieht sich auf den Beutefang durch Greifvögel. In der Falknerei – einer Jagdtradition, die in Mitteleuropa bis ins frühe Mittelalter zurückreicht und seit 2010 zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe zählt – steht das Schlagen im Mittelpunkt des jagdlichen Geschehens. Dabei unterscheidet man verschiedene Jagdtechniken:

  • Der Stoß aus großer Höhe: Falken, insbesondere der Wanderfalke, steigen zunächst hoch auf und stürzen sich dann im sogenannten Sturzflug auf die Beute herab. Dabei schlagen sie das Beutetier mit den Fängen, wobei die enorme Geschwindigkeit – beim Wanderfalken über 300 km/h – den tödlichen Aufprall verursacht.
  • Der Verfolgungsflug: Habicht und Sperber jagen aus dem Ansitz oder aus kurzer Distanz und verfolgen die Beute in schnellem, wendigen Flug durch Hecken und Baumbestände. Sie schlagen das Beutetier, indem sie es mit den Fängen greifen und zu Boden drücken.
  • Das Binden: Wird die Beute in der Luft geschlagen und dabei festgehalten, spricht der Falkner vom Binden. Der Greifvogel hält die Beute mit seinen Fängen umklammert und geht mit ihr zu Boden.

Der Falkner sagt nicht, dass sein Vogel die Beute „fängt" oder „tötet" – er schlägt sie. Dieses Vokabular ist Teil einer jahrhundertealten Fachsprache, die in der Beizjagd bis heute gepflegt wird. Ein Falke, der erfolgreich jagt, wird als gut schlagend bezeichnet. Eine Beute, die im Flug geschlagen wurde, nennt man Beizbeute.

Schlagen als Lautäußerung

Eine zweite, davon klar abgegrenzte Bedeutung von Schlagen betrifft die Lautäußerungen bestimmter Vogelarten. In der Jägersprache schlägt die Wachtel, wenn sie ihren charakteristischen Ruf „pick-werwick" ertönen lässt. Ebenso schlägt die Nachtigall, deren Gesang in der weidmännischen Terminologie als Schlagen bezeichnet wird. Beim Buchfink spricht man gleichfalls vom Schlagen, wenn er seinen arttypischen Gesang vorträgt.

Diese Verwendung des Begriffs unterscheidet sich grundlegend von der Bedeutung im Kontext der Greifvogeljagd. Hier dient Schlagen als weidmännischer Fachausdruck für den Vogelgesang und steht neben anderen Begriffen wie Balzen, Orgeln (beim Hirsch) oder Pfeifen (beim Murmeltier), die jeweils bestimmten Tierarten zugeordnet sind.

Schlagen bei Raubwild und Raubzeug

In erweiterter Bedeutung wird Schlagen gelegentlich auch für das Erbeuten durch Raubwild verwendet. Wenn ein Fuchs ein Kaninchen erbeutet oder ein Marder ein Huhn tötet, kann in der älteren Jägersprache ebenfalls vom Schlagen die Rede sein, obwohl hier heute häufiger die Begriffe Reißen oder Greifen gebräuchlich sind. Die Abgrenzung zu diesen Synonymen ist nicht immer trennscharf und variiert je nach Region und jagdlicher Tradition.

Beim Raubzeug – so die weidmännische Sammelbezeichnung für Beutegreifer, die nicht dem Jagdrecht unterliegen, wie etwa Rabenvögel – spricht man ebenfalls mitunter vom Schlagen, wenn diese Tiere Jungwild oder Gelege erbeuten.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Die Jägersprache kennt zahlreiche Fachausdrücke für den Vorgang des Beutemachens, die je nach Tierart und Situation unterschiedlich verwendet werden:

  • Reißen: Wird vorwiegend für Raubwild wie Wolf, Luchs oder Fuchs verwendet.
  • Greifen: Bezeichnet ebenfalls das Erbeuten durch Greifvögel, wird aber allgemeiner gebraucht als Schlagen.
  • Rauben: Findet sich in der Jägersprache für das Erbeuten durch Raubsäuger.
  • Kröpfen: Beschreibt das Fressen der Beute durch den Greifvogel nach dem Schlagen.
  • Stoßen: Meint den gezielten Angriff des Greifvogels auf die Beute, kann aber auch den Moment des Schlagens selbst umfassen.

Das Schlagen ist somit der präziseste Ausdruck für den erfolgreichen Beutefang durch Greifvögel und bleibt in dieser Bedeutung unverwechselbar. Er zählt zu den Grundbegriffen der Weidmannssprache, die jeder Jungjäger in der Jägerprüfung beherrschen muss und die in der jagdlichen Praxis, insbesondere in der Falknerei,