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Schlangenhalsvogel

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Anhinga anhinga (Amerikanischer Schlangenhalsvogel); Gattung Anhinga mit vier Arten weltweit
  • Ordnung: Suliformes (Tölpelartige)
  • Familie: Anhingidae (Schlangenhalsvögel)
  • Lebensraum: Süßwassergewässer, Sümpfe, Mangroven, Flussmündungen tropischer und subtropischer Regionen
  • Größe: 80–100 cm Körperlänge; Flügelspannweite bis 120 cm
  • Gewicht: 1.000–1.500 g
  • Lebenserwartung: ca. 9–12 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Das auffälligste Merkmal der Schlangenhalsvögel ist ihr extrem langer, dünner Hals, der ihnen sowohl den deutschen als auch den englischen Namen „Snakebird" eingebracht hat. Beim Schwimmen ragt häufig nur dieser schlangenartig gewundene Hals aus dem Wasser, während der restliche Körper vollständig untergetaucht bleibt – ein Anblick, der tatsächlich an eine schwimmende Schlange erinnert.

Das Gefieder ist überwiegend schwarz bis schwarzbraun mit einem charakteristischen silberweißen Muster auf den Oberflügeldecken und Schulterfedern. Männchen zeigen in der Brutzeit ein intensiveres, glänzend schwarzes Federkleid, während Weibchen am Hals und an der Brust heller, bräunlich bis beige gefärbt sind. Der Schnabel ist lang, gerade, dolchartig zugespitzt und an den Rändern fein gezähnt – eine Anpassung an die Jagd auf glitschige Beutetiere. Die Iris ist bei adulten Tieren rötlich. Die Füße sind vollständig mit Schwimmhäuten versehen.

Anders als bei den nahe verwandten Kormoranen (Phalacrocoracidae) ist das Gefieder der Schlangenhalsvögel nicht wasserabweisend. Diese Eigenschaft verringert den Auftrieb und erleichtert das Tauchen, zwingt die Vögel aber dazu, ihr Gefieder nach jedem Tauchgang ausgiebig zu trocknen. Die typische Pose mit weit ausgebreiteten Flügeln in der Sonne gehört deshalb zum alltäglichen Verhaltensmuster.

Lebensraum & Verbreitung

Die Gattung Anhinga umfasst vier Arten, deren Verbreitungsgebiete sich über verschiedene Kontinente erstrecken: Der Amerikanische Schlangenhalsvogel (Anhinga anhinga) besiedelt den Südosten Nordamerikas, Mittelamerika und weite Teile Südamerikas. Der Afrikanische Schlangenhalsvogel (Anhinga rufa) kommt südlich der Sahara und auf Madagaskar vor. Der Indische Schlangenhalsvogel (Anhinga melanogaster) lebt in Süd- und Südostasien, und der Australische Schlangenhalsvogel (Anhinga novaehollandiae) bewohnt Australien sowie Neuguinea.

Das bevorzugte Habitat aller Arten sind ruhige bis langsam fließende Süßwassergewässer: Seen, Altarme, Flussläufe, Sumpfgebiete und überflutete Wälder. Gelegentlich nutzen Schlangenhalsvögel auch Brackwasserzonen und Küstenlagunen. Entscheidend für die Biotopwahl ist das Vorhandensein ufernaher Bäume oder anderer erhöhter Sitzwarten, die zum Trocknen des Gefieders und als Nistplatz dienen. In Regionen mit saisonalen Überschwemmungen – etwa den Everglades in Florida oder dem Pantanal in Brasilien – erreichen Schlangenhalsvögel besonders hohe Populationsdichten.

Ernährung

Schlangenhalsvögel sind spezialisierte Fischjäger. Ihre Jagdtechnik unterscheidet sich grundlegend von der anderer fischfressender Wasservögel: Sie spießen ihre Beute mit dem dolchartigen Schnabel auf, statt sie zu greifen. Ein spezieller Knickmechanismus im achten und neunten Halswirbel ermöglicht eine blitzschnelle, katapultartige Vorwärtsbewegung des Kopfes unter Wasser. Die dabei erreichte Geschwindigkeit lässt der Beute kaum eine Chance auszuweichen.

Neben Fischen verschiedener Arten – bevorzugt werden Exemplare von 5 bis 15 cm Länge – stehen auch Amphibien, Krebstiere, Wasserinsekten und gelegentlich kleine Wasserschlangen auf dem Speiseplan. Nach dem Aufspießen wird der Fisch an der Wasseroberfläche durch eine schnelle Kopfbewegung vom Schnabel gelöst, in die Luft geworfen und kopfvoran verschluckt.

Verhalten & Lebensweise

Schlangenhalsvögel sind tagaktiv und verbringen einen erheblichen Teil des Tages mit Jagen und dem anschließenden Trocknen ihres Gefieders. Sie leben nicht in festen Revieren, sondern nutzen ein loses Netzwerk geeigneter Gewässerabschnitte. Außerhalb der Brutzeit sind sie überwiegend einzelgängerisch, schließen sich an Schlafplätzen aber häufig zu lockeren Gruppen zusammen, oft gemeinsam mit Kormoranen, Reihern und anderen Wasservögeln.

Der Flug wirkt schwerfällig und erinnert an den von Kormoranen, wobei Schlangenhalsvögel durchaus geschickte Segelflieger sind. In aufsteigender Thermik kreisen sie in großer Höhe und legen dabei beträchtliche Strecken zurück. Die nördlichen Populationen des Amerikanischen Schlangenhalsvogels ziehen im Herbst in wärmere Regionen, während tropische Populationen weitgehend standorttreu sind.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz beginnt mit der Besetzung eines Nistplatzes durch das Männchen, das durch rhythmisches Flügelschlagen, Verneigen und Präsentieren von Nistmaterial Weibchen anlockt. Schlangenhalsvögel brüten häufig in gemischten Kolonien mit Reihern und Kormoranen in Bäumen über dem Wasser oder in Ufernähe.

Das Nest ist eine Plattform aus Zweigen und Reisig, die von beiden Partnern errichtet wird. Das Gelege umfasst in der Regel 2 bis 6 blass blaugrüne Eier, die von beiden Elternvögeln über