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Schmuckhornfrosch

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Tierart – Amphibien > Froschlurche – Frösche

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ceratophrys (Gattung mit mehreren Arten, bekannteste Art: Ceratophrys ornata – Schmuck-Hornfrosch)
  • Ordnung: Froschlurche (Anura)
  • Familie: Ceratophryidae (Hornfrösche)
  • Gattung: Ceratophrys
  • Verbreitungsgebiet: Südamerika (Argentinien, Uruguay, Brasilien, Kolumbien, Venezuela, Ecuador, Peru, Bolivien, Paraguay)
  • Größe: 10–17 cm Kopf-Rumpf-Länge (Weibchen größer als Männchen)
  • Gewicht: 200–500 g, in Einzelfällen bis 800 g
  • Lebenserwartung: 6–10 Jahre in freier Natur, in Gefangenschaft bis 15 Jahre

Aussehen & Merkmale

Schmuckhornfrösche gehören zu den auffälligsten Froschlurchen Südamerikas. Ihr gedrungener, nahezu kugelförmiger Körper wirkt im Verhältnis zum Kopf überproportional breit. Das namensgebende Merkmal sind die hornartigen Hautfortsätze über den Augen, die je nach Art unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Bei Ceratophrys cornuta, dem Surinam-Hornfrosch, erreichen diese „Hörner" eine besonders markante Länge, während sie bei Ceratophrys ornata eher kurz und stumpf ausfallen.

Die Haut ist glatt bis leicht warzig und zeigt eine kontrastreiche Zeichnung aus grünen, braunen, rötlichen und schwarzen Flecken. Dieses Muster dient der Tarnung im Bodenstreu tropischer und subtropischer Lebensräume. Der enorm breite Kopf nimmt etwa ein Drittel der gesamten Körperlänge ein. Das Maul ist proportional riesig – Schmuckhornfrösche können Beutetiere verschlingen, die beinahe ihre eigene Körpergröße erreichen. Der Oberkiefer trägt kleine, zahnartige Knochenfortsätze (Odontoidfortsätze), die das Festhalten der Beute unterstützen. Im Unterkiefer befinden sich bei einigen Arten zwei deutliche Fanghaken.

Die kurzen, kräftigen Hinterbeine sind weniger zum Springen als zum Eingraben geeignet. An den Hinterfüßen sitzen verhornte Grabschwielen (Metatarsaltuberkeln), mit denen sich die Tiere rückwärts in den Boden einarbeiten.

Lebensraum & Verbreitung

Die Gattung Ceratophrys umfasst acht beschriebene Arten, die über weite Teile Südamerikas verbreitet sind. Ihr Habitat reicht von tropischen Regenwäldern im Amazonasbecken über die Chaco-Region bis hin zu den subtropischen Graslandschaften der argentinischen Pampa. Ceratophrys ornata besiedelt bevorzugt offene, feuchte Graslandschaften und lichte Wälder im östlichen Argentinien, in Uruguay und im südlichen Brasilien. Ceratophrys cornuta hingegen bewohnt den Boden tropischer Tieflandregenwälder im nördlichen Südamerika.

Allen Arten gemeinsam ist die Bindung an feuchte Biotope mit lockeren, grabfähigen Böden. Temporäre Gewässer, Sümpfe und saisonal überflutete Flächen bilden die bevorzugten Fortpflanzungshabitate. In Trockenperioden graben sich die Frösche tief in den Boden ein und bilden einen schützenden Kokon aus eingetrockneten Hautschichten, der den Wasserverlust reduziert.

Ernährung

Schmuckhornfrösche sind ausgesprochene Lauerjäger mit einem äußerst breiten Beutespektrum. Sie vergraben sich bis auf die Augenpartie im Substrat und warten reglos auf vorbeikommende Beute. Nähert sich ein geeignetes Tier, schnellt der Frosch mit geöffnetem Maul hervor und packt zu. Das Zubeißen erfolgt mit erheblicher Kraft – Messungen an Ceratophrys cranwelli ergaben eine Bisskraft, die im Verhältnis zur Körpergröße unter den Amphibien ohne Vergleich ist.

Die Nahrung umfasst Insekten, Spinnen, Schnecken, kleinere Frösche, Eidechsen, Schlangen und kleine Nagetiere. Kannibalismus kommt sowohl unter Jungtieren als auch unter adulten Exemplaren vor. In der Terrarienhaltung werden Schmuckhornfrösche häufig mit Heimchen, Schaben, Regenwürmern und gelegentlich jungen Mäusen gefüttert.

Verhalten & Lebensweise

Schmuckhornfrösche sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, zeigen aber auch tagsüber Aktivität, wenn Beute verfügbar ist. Sie leben einzelgängerisch und territorial. Die Tiere sind ausgeprägt standorttreu und verbringen den Großteil ihres Lebens eingegraben an einem Platz. Ihre Fortbewegung beschränkt sich auf kurze, hüpfende Schritte – eine ausdauernde Lokomotion findet kaum statt.

Bei Bedrohung reagieren Schmuckhornfrösche aggressiv: Sie blasen sich auf, reißen das Maul weit auf und stoßen laute Schreilaute aus. Einige Arten beißen kräftig zu, wenn sie bedrängt werden. Dieser Verteidigungsmechanismus hat ihnen im englischsprachigen Raum den Trivialnamen „Pac-Man Frog" eingebracht, der auf das übergroße Maul und die gefräßige Natur anspielt.

In Regionen mit ausgeprägter Trockenzeit fallen die Frösche in eine Trockenstarre (Ästivation). Dabei sinkt der Stoffwechsel drastisch, und der bereits erwähnte Hautkokon schützt vor Austrocknung. Diese Ruhephase kann mehrere Monate andauern, bis einsetzende Regenfälle die Tiere wieder aktivieren.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung ist eng an die Regenzeit gekoppelt. Männchen locken die Weibchen mit lauten, pulsierenden Rufen an, die sie aus temporären Tümpeln und überfluteten Senken abgeben. Die Balzrufe sind artspezifisch und dienen der Arterkennung. Bei der Paarung umklammert das kleinere Männchen das