Schopfibis
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Nipponia nippon
- Ordnung: Pelecaniformes (Ruderfüßer)
- Familie: Threskiornithidae (Ibisse und Löffler)
- Gattung: Nipponia
- Lebensraum: Feuchtgebiete, Reisfelder und bewaldete Hügellandschaften in Ostasien
- Größe: 68–79 cm Körperlänge, Flügelspannweite ca. 130 cm
- Gewicht: ca. 1.000–1.800 g
- Lebenserwartung: bis zu 26 Jahre in Gefangenschaft, in freier Wildbahn vermutlich 15–20 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Schopfibis ist ein mittelgroßer Ibis mit einem auffälligen Erscheinungsbild. Das Gefieder ist überwiegend weiß, weist jedoch im Bereich der Flügel, des Rückens und des Schwanzes einen zarten rosa bis lachsfarbenen Schimmer auf. Dieser Farbton entsteht durch eine spezielle Bürzeldrüsensekretion, mit der der Vogel sein Gefieder regelmäßig einfettet. Während der Brutzeit verdunkelt sich die Gefiederfärbung deutlich: Kopf, Nacken und Rücken nehmen dann einen kräftigen Grauton an, der durch das Auftragen eines dunklen Sekrets aus der Bürzeldrüse entsteht – ein unter Vögeln seltenes Verhalten.
Das unbefiederte Gesicht ist leuchtend rot gefärbt, ebenso wie die Beine und Füße. Der lange, nach unten gebogene Schnabel ist schwarz mit einer rötlichen Spitze und dient als spezialisiertes Werkzeug zur Nahrungssuche im Schlamm. Am Hinterkopf trägt der Schopfibis einen namensgebenden Federschopf aus verlängerten weißen Schmuckfedern, der besonders während der Balzzeit aufgestellt wird. Die Augen sind gelblich bis orangefarben. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich kaum, wobei Männchen im Durchschnitt etwas größer sind.
Lebensraum & Verbreitung
Das historische Verbreitungsgebiet des Schopfibis erstreckte sich einst über weite Teile Ostasiens, einschließlich Japan, China, Korea und des östlichen Russlands. Heute ist die Art in freier Wildbahn auf wenige Restpopulationen beschränkt. Die letzte natürliche Population wurde 1981 in der chinesischen Provinz Shaanxi im Qinling-Gebirge wiederentdeckt, nachdem die Art bereits als ausgestorben galt.
Als Habitat bevorzugt der Schopfibis ein Mosaik aus verschiedenen Biotopen: Zur Nahrungssuche benötigt er flache Feuchtgebiete, überflutete Reisfelder, Flussufer und schlammige Gräben. Zum Brüten wählt er hohe Laubbäume in der Nähe dieser Nahrungsgebiete, vorzugsweise Eichen und Kiefern. Diese Kombination aus geeigneten Brut- und Nahrungshabitaten in unmittelbarer Nähe ist entscheidend für das Vorkommen der Art. Der Schopfibis besiedelt Höhenlagen zwischen 200 und 1.400 Metern und zeigt eine Vorliebe für hügelige bis gebirgige Landschaften mit extensiv bewirtschafteten Nassreisfeldern.
Ernährung
Der Schopfibis ernährt sich vorwiegend von tierischer Kost. Sein Nahrungsspektrum umfasst kleine Fische, Frösche, Krebstiere, Schnecken, Insekten und deren Larven sowie Würmer. Mit seinem langen, gebogenen Schnabel stochert er im flachen Wasser und weichen Schlamm nach Beutetieren. Reisfelder stellen ein besonders ergiebiges Nahrungshabitat dar, da sie eine hohe Dichte an Kleintieren wie Schlammpeitzgern und Kaulquappen aufweisen. Gelegentlich nimmt der Schopfibis auch pflanzliche Nahrung wie Sämereien auf. Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend am Tage, häufig in kleinen Gruppen von zwei bis sechs Individuen.
Verhalten & Lebensweise
Der Schopfibis ist ein tagaktiver Vogel, der außerhalb der Brutzeit in kleinen Trupps lebt. Abends finden sich die Vögel an gemeinsamen Schlafbäumen ein, die über Jahre hinweg genutzt werden. Die Tiere sind standorttreu, unternehmen jedoch saisonale Wanderungen zwischen höher gelegenen Brutgebieten und tiefer liegenden Überwinterungsgebieten. Im Winter ziehen sie in Flusstäler und tiefere Ebenen, wo die Gewässer eisfrei bleiben.
Die Vögel kommunizieren durch verschiedene Rufe, die als raues, krächzendes „kaa-kaa" beschrieben werden. Während der Balz zeigen beide Geschlechter ritualisierte Verhaltensweisen: Sie verbeugen sich voreinander, sträuben den Federschopf und übergeben einander Zweige. Diese Balzrituale festigen die Paarbindung, die bei dieser Art häufig über mehrere Brutperioden bestehen bleibt.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutzeit beginnt im März und erstreckt sich bis Juni. Der Schopfibis brütet in lockeren Kolonien oder als Einzelpaar auf hohen Bäumen. Das Nest wird aus Zweigen und Reisig errichtet und befindet sich gewöhnlich in 7 bis 20 Metern Höhe. Das Weibchen legt in der Regel zwei bis vier bläulich-grüne Eier, die von beiden Elternvögeln über einen Zeitraum von etwa 28 Tagen bebrütet werden.
Die Küken schlüpfen als Nesthocker und werden von beiden Eltern mit vorverdauter Nahrung gefüttert. Nach rund 40 bis 45 Tagen sind die Jungvögel flugfähig und verlassen das Nest, werden jedoch noch einige Wochen von den Altvögeln begleitet. Die Geschlechtsreife erreichen sie im dritten Lebensjahr. Pro Brutsaison wird in der Regel nur eine Brut durchgeführt; bei frühem Gelegeverlust kann ein Ersatzgelege folgen.
Bedrohung & Schutzstatus
Der Schopfibis gehört zu den am stärksten bedrohten Vogelarten weltweit. Die IUCN stuft ihn als „Endangered" (stark gefährdet) ein. Die Hauptursachen für den dramatischen