Schwarze Mamba
STierart – Reptilien > Schlangen – Giftschlangen
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Dendroaspis polylepis
- Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
- Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
- Familie: Giftnattern (Elapidae)
- Gattung: Mambas (Dendroaspis)
- Lebensraum: Savannen, lichte Wälder, Buschland und felsige Hänge im östlichen und südlichen Afrika
- Größe: durchschnittlich 2,5–3 m, maximal bis 4,5 m
- Gewicht: 1,5–3 kg
- Lebenserwartung: ca. 11–15 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 20 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Entgegen ihrem Namen ist die Schwarze Mamba keine schwarze Schlange. Die Bezeichnung leitet sich von der tiefschwarzen Färbung der Maulinnenseite ab, die das Tier bei Drohgebärden deutlich zur Schau stellt. Die Körperoberseite variiert von olivgrün über graubraun bis hin zu dunkelgrau; die Bauchseite ist heller, oft cremefarben bis gelblich. Junge Tiere zeigen eine etwas hellere Grundfärbung, die sich mit zunehmendem Alter verdunkelt.
Der Körperbau ist schlank, langgestreckt und muskulös. Die Schwarze Mamba zählt mit einer durchschnittlichen Gesamtlänge von etwa 2,5 bis 3 Metern zu den längsten Giftschlangen Afrikas und wird nur von der Königskobra (Ophiophagus hannah) als längste Giftschlange der Welt übertroffen. Einzelne Exemplare erreichen nachweislich über 4 Meter. Der Kopf ist schmal, länglich und sargförmig – ein Merkmal, das sie von den rundköpfigeren Vipern gut unterscheidbar macht. Die Augen sind mittelgroß mit runder Pupille, typisch für tagaktive Elapiden. Die glatten, in Längsreihen angeordneten Schuppen schimmern je nach Lichteinfall leicht metallisch. Die Schwarze Mamba besitzt 23 bis 25 Reihen von Dorsalschuppen in der Körpermitte.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Schwarzen Mamba erstreckt sich über weite Teile des subsaharischen Afrikas. Die Art kommt vom nordöstlichen Südafrika über Mosambik, Simbabwe, Sambia, Tansania und Kenia bis nach Somalia, Äthiopien und den Senegal vor. Ihr Habitat umfasst trockene Savannen, Buschland, lichte Trockenwälder und felsige Hanglagen. Im tropischen Regenwald fehlt sie weitgehend, ebenso in Wüstengebieten. In manchen Regionen dringt sie in landwirtschaftlich genutztes Gebiet und in die Nähe menschlicher Siedlungen vor, was das Konfliktpotenzial zwischen Mensch und Tier erhöht.
Als Biotop bevorzugt die Schwarze Mamba Bereiche mit ausreichend Versteckmöglichkeiten – etwa Termitenhügel, Felsspalten, hohle Baumstämme oder verlassene Tierbauten. Sie ist überwiegend bodenbewohnend (terrestrisch), kann aber durchaus klettern und wurde gelegentlich in Bäumen beobachtet. Im Gegensatz zu den übrigen Arten der Gattung Dendroaspis, zu denen die Grüne Mamba (Dendroaspis viridis), die Gewöhnliche Mamba (Dendroaspis angusticeps) und Jamesons Mamba (Dendroaspis jamesoni) gehören, führt die Schwarze Mamba ein vorwiegend terrestrisches Leben.
Ernährung
Die Schwarze Mamba ernährt sich hauptsächlich von kleinen Säugetieren wie Mäusen, Ratten, Eichhörnchen und Klippschliefern. Auch Vögel, deren Eier und gelegentlich andere Reptilien stehen auf dem Speiseplan. Die Jagdstrategie beruht auf schnellen, gezielten Bissen: Die Schlange nähert sich ihrer Beute, beißt ein- oder mehrmals zu und zieht sich zurück, bis das Neurotoxin wirkt. Das Gift lähmt die Beute innerhalb weniger Minuten, woraufhin die Mamba sie im Ganzen verschlingt – Kopf voran. Der Stoffwechsel ist effizient; eine größere Mahlzeit kann die Schlange mehrere Wochen ohne weitere Nahrungsaufnahme überdauern lassen.
Verhalten & Lebensweise
Die Schwarze Mamba ist tagaktiv und verbringt die Nacht in festen Rückzugsorten, denen sie oft über längere Zeiträume treu bleibt. Sie gilt als Einzelgängerin und beansprucht ein lockeres Revier, das sie jedoch nicht aktiv gegen Artgenossen verteidigt – außer in der Paarungszeit.
Bekannt ist die Art für ihre hohe Geschwindigkeit. Auf kurzen Strecken erreicht sie Geschwindigkeiten von bis zu 16–20 km/h, was sie zur schnellsten Schlange der Welt macht. Diese Schnelligkeit dient primär der Flucht und nicht dem Angriff. Die Schwarze Mamba ist scheu und meidet den Kontakt mit Menschen. Wird sie jedoch in die Enge getrieben oder überrascht, richtet sie den vorderen Körperabschnitt auf, spreizt einen schmalen Halslappen, reißt das Maul auf und zeigt die namensgebende schwarze Maulhöhle. Bleibt die Bedrohung bestehen, beißt sie mehrfach hintereinander zu und injiziert dabei große Mengen Gift.
Das Gift der Schwarzen Mamba ist ein hochwirksames Gemisch aus Neurotoxinen – darunter Dendrotoxine und Cardiotoxine. Bereits 10–15 mg können für einen erwachsenen Menschen tödlich sein; ein einzelner Biss liefert jedoch bis zu 400 mg. Ohne Behandlung mit einem polyvalenten Antivenin verläuft ein Vollbiss nahezu immer tödlich, meist innerhalb von 7 bis 15 Stunden durch Atemlähmung und Herz-Kreislauf-Versagen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit fällt in den Frühling der südlichen Hemisphäre (etwa September bis November). Männchen suchen aktiv nach paarungsbereiten Weibchen und folgen deren Duftspur. Treffen zwei Männchen aufeinander, kommt es zu ritualisierten Kommentkämpfen: Die Rivalen umwinden einander, richten die vorderen Kör