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Schwebfliege

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Tierart – Insekten > Zweiflügler

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Syrphidae (Familie)
  • Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
  • Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
  • Familie: Schwebfliegen (Syrphidae)
  • Anzahl der Arten: Weltweit ca. 6.000, in Mitteleuropa rund 450
  • Lebensraum: Wiesen, Gärten, Waldränder, Feuchtgebiete, Agrarlandschaften
  • Größe: 4–25 mm je nach Art
  • Gewicht: 10–120 mg
  • Lebenserwartung: Wenige Wochen bis mehrere Monate (Imagines), Überwinterung bei einzelnen Arten

Aussehen & Merkmale

Schwebfliegen gehören zu den artenreichsten Familien innerhalb der Ordnung der Zweiflügler. Ihr Körperbau entspricht dem typischen Dipteren-Grundplan: ein Paar häutige Vorderflügel und zu Schwingkölbchen (Halteren) reduzierte Hinterflügel, die der Flugstabilisierung dienen. Die Komplexaugen sind groß und nehmen einen erheblichen Teil des Kopfes ein – bei Männchen vieler Arten stoßen sie auf der Stirn zusammen (holoptisch), bei Weibchen bleiben sie getrennt (dichoptisch).

Das auffälligste Merkmal zahlreicher Schwebfliegenarten ist ihre schwarz-gelbe oder schwarz-orange Bänderung des Hinterleibs (Abdomen), die eine verblüffende Ähnlichkeit mit Wespen, Bienen oder Hummeln erzeugt. Diese Mimikry – in der Fachsprache als Bates'sche Mimikry bezeichnet – schützt die harmlosen, stachellosen Fliegen vor Fressfeinden. Nicht alle Arten zeigen dieses Muster: Einige Gattungen wie Cheilosia sind unauffällig dunkel gefärbt und ähneln eher gewöhnlichen Fliegen, während Vertreter der Gattung Volucella täuschend echte Hummel-Doppelgänger darstellen.

Ein weiteres diagnostisches Merkmal der Familie ist die sogenannte Scheinader (Vena spuria), eine faltige Verdickung in der Flügelmembran, die keiner echten Flügelader entspricht und bei der Bestimmung unter dem Binokular als sicheres Familiennmerkmal dient.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Syrphidae erstreckt sich über alle Kontinente mit Ausnahme der Antarktis. Sie besiedeln eine außerordentlich breite Palette an Habitaten – von tropischen Regenwäldern über alpine Matten bis hin zu arktischen Tundren. In Mitteleuropa finden sich Schwebfliegen in nahezu jedem Biotop, das blühende Pflanzen aufweist: Streuobstwiesen, Hausgärten, Ruderalflächen, Auwälder und Hochmoore zählen zu den bevorzugten Lebensräumen.

Einige Arten wie die Hain-Schwebfliege (Episyrphus balteatus) unternehmen saisonale Wanderflüge über mehrere hundert Kilometer und überqueren dabei Gebirgspässe und Meerengen. Diese Migrationen folgen dem Nahrungsangebot und den klimatischen Bedingungen und ähneln im Prinzip den Zugbewegungen bestimmter Schmetterlingsarten.

Ernährung

Die Nahrungsökologie der Schwebfliegen unterscheidet sich grundlegend zwischen Larven und Imagines. Adulte Schwebfliegen ernähren sich ausschließlich von Nektar und Pollen, die sie mit ihrem leckend-saugenden Mundwerkzeug von Blüten aufnehmen. Pollen liefert dabei die notwendigen Proteine für die Eireifung der Weibchen. Schwebfliegen zählen nach den Bienen zu den bedeutendsten Bestäubern in gemäßigten Breiten und besuchen eine Vielzahl von Pflanzenfamilien – darunter Doldenblütler, Korbblütler und Rosengewächse.

Die Larven zeigen je nach Gattung drei grundverschiedene Ernährungsstrategien:

  • Aphidophag (räuberisch): Larven der Gattungen Syrphus, Episyrphus und Eupeodes ernähren sich von Blattläusen. Eine einzige Larve kann während ihrer Entwicklung mehrere hundert Blattläuse vertilgen, was diese Arten zu geschätzten Nützlingen in der biologischen Schädlingsbekämpfung macht.
  • Saprophag (zersetzend): Larven der Gattungen Eristalis und Eristalinus leben in faulenden organischen Substanzen, Jauchegruben oder verschlammten Gewässern. Die Larven von Eristalis tenax (Mistbiene) besitzen ein teleskopartig ausfahrbares Atemrohr und werden als „Rattenschwanzlarven" bezeichnet.
  • Phytophag (pflanzenfressend): Larven einiger Cheilosia-Arten minieren in Blättern oder bohren sich in Pflanzenstängel und Zwiebeln.

Verhalten & Lebensweise

Schwebfliegen sind tagaktive Insekten, deren Flugaktivität stark von Sonneneinstrahlung und Temperatur abhängt. Ihr namensgebendes Verhalten – das stationäre Schweben an einer Stelle in der Luft – wird durch extrem schnelle Flügelschläge von bis zu 300 Schlägen pro Sekunde ermöglicht. Aus dem Schwebflug heraus können sie blitzartig in jede Richtung ausweichen, rückwärts fliegen oder seitlich abdriften. Diese Manövrierfähigkeit dient sowohl der Nahrungssuche als auch der Revierverteidigung.

Männchen vieler Arten besetzen kleine Luftreviere, die sie im Schwebflug gegen Artgenossen und andere Insekten verteidigen. Dieses Territorialverhalten ist besonders an sonnenbeschienenen Waldlichtungen und entlang von Hecken zu beobachten. Es handelt sich nicht um eine Balz im engeren Sinne, sondern um eine Strategie, um vorbeifliegende Weibchen abzufangen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung findet in der Regel im Flug oder auf