T Tierlexikon.net
← Lexikon

Sebright

S

Rassen > Hühnerrassen

Steckbrief

  • Herkunft: England (Hertfordshire)
  • Rassestandard: Anerkannt durch den BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter), Entente Européenne d'Aviculture et de Cuniculture (EE), American Poultry Association (APA)
  • Kategorie: Echte Zwerghühner (ohne Großrasse-Pendant)
  • Gewicht Hahn: ca. 600 g
  • Gewicht Henne: ca. 500 g
  • Legeleistung: ca. 60–80 kleine, weiße bis cremefarbene Eier pro Jahr
  • Eigewicht: ca. 25–30 g
  • Lebenserwartung: 8–12 Jahre bei artgerechter Haltung
  • Gefiederfarben: Gold-schwarzgesäumt, Silber-schwarzgesäumt

Herkunft & Geschichte

Das Sebright zählt zu den ältesten und traditionsreichsten Zwerghuhnrassen überhaupt. Es wurde Anfang des 19. Jahrhunderts von Sir John Saunders Sebright (1767–1846), einem britischen Parlamentarier und passionierten Geflügelzüchter aus Hertfordshire, gezielt herausgezüchtet. Sir Sebright investierte über 30 Jahre in die Veredelung dieser Rasse und gründete bereits 1810 den „Sebright Bantam Club" – einen der ersten Rassegeflügelvereine der Welt.

Die genaue Abstammung der Rasse ist nicht vollständig dokumentiert, doch es gilt als gesichert, dass Sir Sebright verschiedene Zwerghühner mit Polnischen Hühnern und möglicherweise auch Hamburgern kreuzte, um die charakteristische Gesäumtzeichnung und die hennenfiederige Befiederung des Hahns zu erzielen. Charles Darwin selbst erwähnte das Sebright in seinen Werken zur Variation domestizierter Tiere und nutzte die Rasse als Beispiel für die Prinzipien der Selektion.

Heute ist das Sebright weltweit anerkannt und wird in praktisch allen bedeutenden Rassestandards geführt. In Deutschland betreut der Sonderverein der Züchter des Sebright-Bantam die Rasse mit großem Engagement. Trotz seiner Beliebtheit auf Ausstellungen gilt das Sebright als anspruchsvolle Zuchtrasse, weshalb die Zahl engagierter Züchter überschaubar bleibt.

Aussehen & Rassemerkmale

Das Sebright ist ein ausgesprochen elegantes, kompaktes Zwerghuhn mit einer stolzen, leicht nach vorn geneigten Haltung. Der Körper ist gedrungen und breit, die Brust voll gerundet und nach vorn getragen. Die Flügel werden leicht gesenkt, fast bis zum Boden reichend, was dem Tier eine besonders aristokratische Erscheinung verleiht.

Das wohl markanteste Rassemerkmal ist die Gesäumtzeichnung: Jede einzelne Feder zeigt einen klar abgegrenzten, schwarzen Saum, der die gold- oder silberfarbene Grundfarbe umrahmt. Diese Zeichnung muss gleichmäßig über den gesamten Körper verlaufen – ein Kriterium, das in der Zucht außerordentlich schwer zu perfektionieren ist und bei Ausstellungsbewertungen streng beachtet wird.

Eine weitere Besonderheit ist die sogenannte Hennenfiedrigkeit des Hahns. Im Gegensatz zu den meisten anderen Hühnerrassen bildet der Sebright-Hahn keine typischen Schmuckfedern wie Sichelschwanz oder spitze Hals- und Sattelbehänge aus. Sein Gefieder ähnelt dem der Henne, was auf einen genetisch bedingten, erhöhten Östrogenspiegel zurückzuführen ist. Der Schwanz wird fächerförmig und aufrecht getragen.

Der Kopf trägt einen kleinen Rosenkamm, der nach hinten in einen feinen Dorn ausläuft. Die Ohrscheiben sind rötlich bis maulbeerfarben, die Augen groß und dunkel. Die Läufe sind schieferblau und unbefiedert.

Charakter & Wesen

Sebrights sind lebhafte, neugierige und erstaunlich selbstbewusste kleine Hühner. Trotz ihrer geringen Größe zeigen sie ein ausgeprägtes Temperament und eine gewisse Keckheit, die erfahrene Halter an ihnen schätzen. Die Tiere sind aktiv, fliegen gern und nutzen erhöhte Sitzplätze mit Vorliebe.

Gegenüber Menschen können Sebrights bei regelmäßigem, ruhigem Umgang durchaus zutraulich werden, ohne jedoch typische „Schoßhühner" zu sein. Ihr Wesen ist eher unabhängig und wachsam. Hähne können trotz ihrer Zierlichkeit bemerkenswert mutig auftreten und verteidigen ihre kleine Herde entschlossen.

Der Bruttrieb ist bei Sebright-Hennen unterschiedlich ausgeprägt, insgesamt aber eher schwach. Viele Züchter greifen daher auf Ammenhennen anderer Rassen oder auf Kunstbrut zurück.

Haltung & Pflege

Sebrights benötigen trotz ihrer kompakten Größe ausreichend Bewegungsraum. Ein gut strukturierter Auslauf mit verschiedenen Ebenen, Sitzstangen und Versteckmöglichkeiten kommt ihrem aktiven Naturell entgegen. Da sie ausgezeichnete Flieger sind, sollte der Auslauf entweder überdacht oder mit einem ausreichend hohen Zaun (mindestens 1,80 m) gesichert werden.

Der Stall muss trocken, zugfrei und gut belüftet sein. Sebrights reagieren empfindlicher auf Kälte und Nässe als größere, robustere Rassen. Ein trockener, eingestreuter Stall mit geschütztem Scharrbereich ist im Winter besonders wichtig. Das Gefieder bedarf keiner besonderen Pflege, sollte aber regelmäßig auf Parasitenbefall kontrolliert werden.

Für Beschäftigung sorgen eingestreutes Futter zum Scharren, frische Grünflächen und gelegentlich angebotene Leckerbissen wie Mehlwürmer. Die Vergesellschaftung mit deutlich größeren, dominanten Rassen ist nicht empfehlenswert, da Sebrights in gemischten Gruppen leicht unterdrückt werden.

Ernährung

Die Fütterung von Sebrights unterscheidet sich nicht grundlegend von der anderer Zwerghühner, erfordert aber Aufmerksamkeit beim Mengenverhältnis. Ein hochwertiges Alleinfutter für Zwerghühner bildet die Basis.