Seebär
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Arctocephalinae (Unterfamilie); bekannteste Arten: Südafrikanischer Seebär (Arctocephalus pusillus), Nördlicher Seebär (Callorhinus ursinus)
- Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
- Unterordnung: Hundeartige (Caniformia)
- Familie: Ohrenrobben (Otariidae)
- Lebensraum: Küstengewässer, Felsküsten und vorgelagerte Inseln in subpolaren bis subtropischen Meeren
- Größe: Weibchen 1,2–1,5 m; Männchen 1,5–2,2 m (artabhängig)
- Gewicht: Weibchen 30–55 kg; Männchen 90–200 kg (beim Nördlichen Seebär bis 270 kg)
- Lebenserwartung: 15–25 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Seebären gehören zur Familie der Ohrenrobben und unterscheiden sich damit grundlegend von den Hundsrobben (Phocidae). Äußerlich erkennbar ist das vor allem an den kleinen, nach außen sichtbaren Ohrmuscheln sowie an den kräftigen Vorderflossen, mit denen sie sich an Land erstaunlich geschickt fortbewegen können. Die Hinterflossen lassen sich unter den Körper klappen, sodass Seebären einen vierbeinigen Gang zeigen – ein Merkmal, das sie mit Seelöwen teilen.
Das Fell ist dicht und besteht aus zwei Schichten: einem groben Deckhaar und einer darunter liegenden, extrem feinen Unterwolle. Diese doppelte Fellstruktur dient der Thermoregulation und war historisch der Hauptgrund für die intensive Bejagung der Tiere. Die Fellfärbung variiert je nach Art und Geschlecht von dunkelbraun über graubraun bis silbrig. Männchen sind deutlich größer und schwerer als Weibchen – dieser sogenannte Geschlechtsdimorphismus ist bei Seebären stark ausgeprägt. Ausgewachsene Bullen tragen zudem eine deutlich verdickte Nacken- und Schulterpartie, die ihnen bei Rivalenkämpfen als Schutz dient.
Die großen, dunklen Augen sind an das Sehen unter Wasser angepasst. Die Schnauze ist spitz zulaufend und kürzer als bei Seelöwen, was den Tieren ein eher bärenartiges Gesicht verleiht – daher rührt auch der deutsche Name „Seebär".
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Seebären erstreckt sich über weite Teile der Südhalbkugel sowie den nördlichen Pazifik. Die Gattung Arctocephalus umfasst acht Arten, die vor den Küsten Südamerikas, Südafrikas, Australiens, Neuseelands und auf zahlreichen subantarktischen Inseln leben. Der Nördliche Seebär (Callorhinus ursinus) ist die einzige Art der Gattung Callorhinus und besiedelt den Nordpazifik, mit großen Kolonien auf den Pribilof-Inseln vor Alaska und den Kommandeurinseln vor Kamtschatka.
Als Habitat bevorzugen Seebären felsige Küstenabschnitte und vorgelagerte Inseln, die frei von landgebundenen Raubtieren sind. Zur Nahrungssuche bewegen sie sich in offenen Meeresgewässern, teilweise hunderte Kilometer von der Küste entfernt. Einige Populationen des Südafrikanischen Seebären nutzen auch Sandstrände und künstliche Strukturen wie Hafenmolen als Ruheplätze.
Ernährung
Seebären sind opportunistische Jäger, deren Nahrungsspektrum vorwiegend aus Fisch, Tintenfisch und Krill besteht. Die genaue Zusammensetzung der Beute variiert je nach Art, Region und Jahreszeit. Der Antarktische Seebär (Arctocephalus gazella) ernährt sich zum Großteil von antarktischem Krill, während küstennäher lebende Arten wie der Südafrikanische Seebär verstärkt Schwarmfische wie Sardinen, Sardellen und Makrelen erbeuten.
Die Tiere jagen überwiegend in der Dämmerung und nachts, wenn ihre Beutetiere im Rahmen der vertikalen Wanderung näher an die Wasseroberfläche aufsteigen. Tauchgänge dauern in der Regel zwei bis fünf Minuten bei Tiefen von 30 bis 80 Metern, obwohl Maximaltiefen von über 200 Metern dokumentiert sind.
Verhalten & Lebensweise
Seebären sind gesellige Tiere, die außerhalb der Fortpflanzungszeit in lockeren Gruppen an Küsten rasten. Während der Paarungszeit versammeln sie sich in großen Kolonien, die mehrere tausend bis hunderttausend Individuen umfassen können. Innerhalb dieser Kolonien etablieren die Bullen Reviere, die sie aggressiv gegen Rivalen verteidigen. Rangkämpfe werden mit Drohgebärden, lautstarkem Brüllen und direktem Körperkontakt ausgetragen, wobei es regelmäßig zu Bissverletzungen kommt.
Außerhalb der Paarungszeit verbringen Seebären einen erheblichen Teil ihres Lebens auf See. Manche Populationen unternehmen saisonale Wanderungen über mehrere tausend Kilometer. An Land zeigen die Tiere ein ausgeprägtes Thermoregulationsverhalten: Bei Hitze strecken sie die gut durchbluteten Flossen in die Luft oder ins Wasser, um überschüssige Körperwärme abzugeben.
Natürliche Feinde sind Weiße Haie, Orcas und gelegentlich Seeleoparden. Jungtiere fallen zudem Greifvögeln und verwilderten Hunden zum Opfer.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung folgt einem streng saisonalen Rhythmus. Dominante Bullen halten Harems von bis zu 50 Weibchen und verteidigen ihr Revier über Wochen, während derer sie kaum Nahrung zu sich nehmen. Die Weibchen bringen zunächst das Jungtier aus der vorangegangenen Saison zur Welt und werden wenige Tage nach der Geburt erneut gedeckt.
Die Tragzeit beträgt rund zwölf Monate, wobei eine verzögerte Einnistung (Keimruhe) dafür sorgt, dass die eigentliche