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Seekuh

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Tierart – Säugetiere > Meeressäuger – Robben & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Sirenia (Ordnung)
  • Ordnung: Sirenia (Seekühe)
  • Familien: Trichechidae (Rundschwanzseekühe / Manatis), Dugongidae (Gabelschwanzseekühe / Dugongs)
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Küstengewässer, Flussmündungen, Flüsse, Lagunen
  • Größe: 2,5–4,5 m (je nach Art)
  • Gewicht: 250–1.500 kg
  • Lebenserwartung: 40–70 Jahre

Aussehen & Merkmale

Seekühe besitzen einen massigen, torpedoförmigen Körper mit grauer bis graubrauner, nahezu haarloser Haut. Die Epidermis ist dick und faltig, einzelne Tasthaare (Vibrissen) verteilen sich über den gesamten Körper – besonders dicht stehen sie an der Oberlippe. Ein Fell im eigentlichen Sinne fehlt; die spärliche Behaarung dient nicht der Isolation, sondern der taktilen Wahrnehmung.

Die Vorderextremitäten sind zu paddelförmigen Flossen umgebildet, Hinterextremitäten fehlen vollständig. Manatis (Gattung Trichechus) tragen eine runde, spatelförmige Schwanzflosse, während der Dugong (Dugong dugon) eine gegabelte Schwanzflosse besitzt, die an die Fluke von Walen erinnert. Der Kopf ist vergleichsweise klein, die Augen sind winzig, die Ohröffnungen kaum sichtbar. Die gespaltene, bewegliche Oberlippe dient als Greiforgan beim Fressen. Manatis verfügen über ein ungewöhnliches Gebiss: Ihre Backenzähne werden zeitlebens von hinten nachgeschoben und ersetzen abgenutzte Zähne – ein Merkmal, das sonst nur bei wenigen Säugetieren vorkommt. Dugongs besitzen im Oberkiefer stoßzahnartige Schneidezähne, die bei Männchen häufig sichtbar hervortreten.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Seekühe erstreckt sich über tropische und subtropische Regionen beider Hemisphären. Der Karibik-Manati (Trichechus manatus) bewohnt die Küstengewässer, Flussmündungen und Lagunen des westlichen Atlantiks – von Florida über die Karibik bis zur Nordostküste Brasiliens. Der Afrikanische Manati (Trichechus senegalensis) lebt in westafrikanischen Flüssen und Küstengewässern. Der Amazonas-Manati (Trichechus inunguis) ist die einzige rein im Süßwasser lebende Art und besiedelt das Flusssystem des Amazonas. Der Dugong kommt im Indopazifik vor – von der ostafrikanischen Küste über den Indischen Ozean bis nach Nordaustralien und in die westlichen Pazifikgewässer.

Als Habitat bevorzugen Seekühe flache, warme Gewässer mit reicher Vegetation. Seegraswiesen, Mangrovenbuchten und strömungsarme Flussabschnitte bilden ihre typischen Biotope. Temperaturen unter 20 °C meiden sie; in Florida suchen Manatis im Winter gezielt warme Quellen und Abwasserkanäle von Kraftwerken auf.

Ernährung

Seekühe sind die einzigen vollständig herbivoren Meeressäuger. Manatis fressen Wasserpflanzen aller Art – Seegras, Wasserhyazinthen, Algen und gelegentlich auch Ufervegetation. Der Dugong ernährt sich überwiegend von Seegras, das er mit seiner kräftigen Oberlippe mitsamt der Wurzel aus dem Sediment zieht und dabei charakteristische Fraßspuren hinterlässt. Der tägliche Nahrungsbedarf liegt bei etwa fünf bis acht Prozent des Körpergewichts. Ein ausgewachsener Manati von 500 kg frisst demnach 25 bis 40 kg Pflanzenmasse pro Tag. Die Verdauung der zellulosereichen Kost erfolgt in einem verlängerten Darm mit Blinddarmgärung – ein Prozess, der dem von Pferden ähnelt.

Verhalten & Lebensweise

Seekühe sind überwiegend dämmerungs- und tagaktiv, können aber zu jeder Tages- und Nachtzeit beim Fressen oder Ruhen beobachtet werden. Sie leben weitgehend solitär oder in losen, wechselnden Gruppen ohne feste Sozialstruktur. Feste Reviere werden nicht verteidigt; stattdessen nutzen die Tiere große Streifgebiete und legen teilweise saisonale Wanderungen zurück. Manatis in Florida etwa wandern im Frühjahr nordwärts und kehren im Herbst in wärmere Gewässer zurück.

Die Schwimmgeschwindigkeit liegt gewöhnlich bei drei bis fünf Kilometern pro Stunde, in Gefahrensituationen sind kurze Sprints bis 25 km/h möglich. Seekühe müssen alle drei bis fünf Minuten zum Atmen auftauchen, können aber im Ruhezustand bis zu 20 Minuten unter Wasser bleiben. Zur Kommunikation nutzen sie leise Quietsch- und Pfeiflaute, besonders zwischen Mutter und Kalb.

Fortpflanzung & Aufzucht

Seekühe pflanzen sich langsam fort. Die Geschlechtsreife tritt mit drei bis fünf Jahren ein (bei Dugongs teils erst mit neun bis zehn Jahren). Die Paarung findet nicht saisonal gebunden statt; bei Manatis umwerben oft mehrere Männchen ein Weibchen in sogenannten Paarungsherden – ein Verhalten, das als Balz im weiteren Sinne gedeutet werden kann. Die Tragzeit beträgt rund zwölf bis dreizehn Monate. In der Regel wird ein einzelnes Kalb geboren, Zwillinge sind selten. Das Kalb wiegt bei der Geburt etwa 20 bis 35 kg und wird über ein bis zwei Jahre gesäugt, wobei sich die Zitzen in der Achselregion der Vorderflossen befinden. Die Geburtenrate liegt bei einem Kalb alle zwei bis fünf Jahre, was die Populationen besonders anfällig für Verluste macht.

Bedrohung & Schutzstatus

Alle rezenten Seekuharten gelten als bedroht. Der Dugong wird von der IUCN als „gefährdet" (Vulnerable) eingestuft, wobei einzelne Teilpopulationen – etwa in Ostafrika und im westlichen Pazifik – vom Aussterben bedroht sind. Der Karibik-Manati und