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Seeleopard

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Tierart – Säugetiere > Meeressäuger – Robben & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Hydrurga leptonyx
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Unterordnung: Hundeartige (Caniformia)
  • Familie: Hundsrobben (Phocidae)
  • Gattung: Hydrurga (monotypisch)
  • Lebensraum: Küstengewässer der Antarktis, subantarktische Inseln, Packeisgürtel
  • Größe: Weibchen bis 3,80 m, Männchen bis 3,30 m Körperlänge
  • Gewicht: 200–600 kg, Weibchen schwerer als Männchen
  • Lebenserwartung: ca. 25–30 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Seeleopard ist nach dem Südlichen Seeelefanten die zweitgrößte Robbenart der Antarktis. Sein Körperbau ist langgestreckt und stromlinienförmig, der Kopf auffallend groß und leicht abgeflacht. Das breite Maul mit dem kräftigen Unterkiefer verleiht ihm eine fast reptilienartige Erscheinung, die ihn von anderen Hundsrobben deutlich unterscheidet. Die Gattungsbezeichnung Hydrurga (griechisch: „Wasserarbeiter") und der Artname leptonyx („Dünnkralle") verweisen auf seine Anpassungen an das Leben im Meer.

Das kurze, dichte Fell ist am Rücken dunkelgrau bis fast schwarz gefärbt und geht an den Flanken in ein helleres Silbergrau über. Die Bauchseite erscheint weißlich bis cremefarben. Über den gesamten Körper verteilt finden sich unregelmäßige dunkle Flecken, die an das Fellmuster eines Leoparden erinnern und dem Tier seinen deutschen Namen geben. Jedes Individuum trägt ein einzigartiges Fleckenmuster, das zur Identifikation einzelner Tiere herangezogen werden kann.

Besonders kennzeichnend ist das Gebiss: Die vorderen Schneidezähne und die Eckzähne sind lang und spitz – ausgelegt für das Ergreifen großer Beute. Die hinteren Backenzähne besitzen hingegen gezackte, ineinandergreifende Höcker, die wie ein Sieb funktionieren. Mit ihnen kann der Seeleopard Krill aus dem Wasser filtern, ähnlich wie es Krabbenfresserrobben tun. Diese doppelte Funktion des Gebisses ist unter Robben einzigartig.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Seeleoparden umfasst den gesamten zirkumantarktischen Raum. Sein primäres Habitat ist das Packeis rund um den antarktischen Kontinent, wo er sich bevorzugt auf Eisschollen aufhält. Saisonale Wanderungen führen einzelne Tiere – vor allem Jungtiere und subadulte Individuen – bis zu den Küsten Südamerikas (Feuerland, Patagonien), Südafrikas, Australiens und Neuseelands. Gelegentlich werden vagabundierende Seeleoparden auch an den Küsten der Falklandinseln, Südgeorgiens und anderer subantarktischer Inseln gesichtet.

Der Seeleopard bewohnt bevorzugt die Grenzzone zwischen offenem Meer und geschlossenem Packeis. Dieses Biotop bietet sowohl ausreichend Nahrung als auch Ruheplätze auf Eisschollen. An Land geht der Seeleopard selten; er nutzt felsige Küstenabschnitte oder Strände allenfalls kurzfristig zum Ruhen.

Ernährung

Der Seeleopard ist der vielseitigste Prädator unter den antarktischen Robben. Sein Nahrungsspektrum umfasst Krill (vor allem Euphausia superba), Fische, Kopffüßer und – je nach Jahreszeit und Verfügbarkeit – andere Robben sowie Pinguine. Insbesondere Jungtiere verschiedener Pinguinarten, darunter Adelie-, Esels- und Königspinguine, stellen eine bedeutende Nahrungsquelle dar. Der Seeleopard lauert häufig in der Nähe von Pinguinkolonien im flachen Wasser und schlägt zu, wenn die Vögel ins Meer eintauchen oder an Land zurückkehren.

Die Jagdtechnik auf Pinguine und kleinere Robben wie die Antarktische Pelzrobbe ist energisch: Der Seeleopard packt die Beute mit den spitzen Vorderzähnen und schlägt sie mit ruckartigen Kopfbewegungen gegen die Wasseroberfläche, um sie in schluckbare Stücke zu zerteilen. Trotz dieser spektakulären Jagdszenen besteht der Großteil der Nahrung – je nach Region und Saison – aus Krill, der mit den spezialisierten Backenzähnen aus dem Wasser geseiht wird.

Verhalten & Lebensweise

Seeleoparden sind überwiegend einzelgängerisch. Außerhalb der Fortpflanzungszeit meiden sie den Kontakt zu Artgenossen weitgehend. Es gibt keine Revierbildung im engeren Sinne, wohl aber individuelle Jagdgebiete, die ein Tier über längere Zeit nutzen kann – etwa die Gewässer vor einer bestimmten Pinguinkolonie.

Die Tiere sind sowohl tags als auch nachts aktiv, wobei die Jagd auf Warmblüter tendenziell in den Morgen- und Abendstunden stattfindet. Auf Eisschollen verbringen Seeleoparden ausgedehnte Ruhephasen. Im Wasser bewegen sie sich mit seitlichen Schlägen der kräftigen Hinterflossen fort und erreichen dabei beträchtliche Geschwindigkeiten.

Männliche Seeleoparden erzeugen unter Wasser langanhaltende, komplexe Lautäußerungen, die über weite Strecken hörbar sind. Diese Unterwassergesänge dienen vermutlich der Anlockung paarungsbereiter Weibchen und der Abgrenzung gegenüber Rivalen. Die Struktur der Rufe variiert individuell und regional.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in die antarktischen Sommermonate November bis Januar. Die Kopulation findet im Wasser statt; über das genaue Paarungsverhalten ist aufgrund der schwierigen Beobachtungsbedingungen vergleichsweise wenig bekannt. Nach einer Tragzeit von etwa neun bis elf Monaten – die eine verzögerte Einnistung (Keimruhe) der befruchteten Eizelle einschließt – bringt das Weibchen zwischen September und