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Seelöwe

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Tierart – Säugetiere > Meeressäuger – Robben & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Familie Otariidae (Unterfamilie Otariinae – Seelöwen im engeren Sinne)
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Unterordnung: Hundeartige (Caniformia)
  • Überfamilie: Robben (Pinnipedia)
  • Familie: Ohrenrobben (Otariidae)
  • Gattungen & Arten: 5 Gattungen mit insgesamt 6 rezenten Arten, darunter der Kalifornische Seelöwe (Zalophus californianus), der Stellersche Seelöwe (Eumetopias jubatus), der Südamerikanische Seelöwe (Otaria flavescens), der Australische Seelöwe (Neophoca cinerea), der Neuseeländische Seelöwe (Phocarctos hookeri) und der Japanische Seelöwe (Zalophus japonicus, ausgestorben)
  • Lebensraum: Küstengewässer, Felsküsten, Sandstrände, gelegentlich Flussmündungen
  • Größe: Je nach Art 1,5–3,3 m Körperlänge
  • Gewicht: Weibchen 50–270 kg, Männchen 150–1.100 kg
  • Lebenserwartung: 15–25 Jahre in freier Wildbahn, in menschlicher Obhut bis über 30 Jahre

Aussehen & Merkmale

Seelöwen gehören zur Familie der Ohrenrobben und unterscheiden sich von den Hundsrobben (Phocidae) durch ihre kleinen, äußerlich sichtbaren Ohrmuscheln. Der Körper ist stromlinienförmig und kräftig gebaut. Das kurze, anliegende Fell besitzt keine dichte Unterwolle – ein wesentlicher Unterschied zu den eng verwandten Seebären (Arctocephalinae), die über ein wasserabweisendes, doppelschichtiges Haarkleid verfügen.

Die vorderen Flossen (Vorderflipper) sind lang und muskulös. An Land können Seelöwen sie unter den Körper drehen und sich dadurch auf allen vier Extremitäten fortbewegen – ein Merkmal, das sie deutlich von Seehunden und anderen Hundsrobben abhebt, die sich an Land nur robbend vorwärtsbewegen können. Die Hinterflossen lassen sich nach vorn klappen und dienen als Stütze beim Gehen.

Ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus kennzeichnet alle Seelöwenarten. Männchen (Bullen) sind erheblich größer und schwerer als Weibchen (Kühe). Beim Stellerschen Seelöwen, der größten Art, erreichen Bullen ein Gewicht von über 1.000 kg und eine Länge von bis zu 3,3 m. Die Männchen vieler Arten entwickeln zudem einen massiven Nacken mit einer mähnenartigen Verdickung von Haut, Fett und dichtem Haar – ein Merkmal, das der gesamten Gruppe ihren volkstümlichen Namen eingebracht hat.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Seelöwen erstreckt sich über weite Teile des Pazifischen Ozeans, die Küsten Südamerikas, Australiens, Neuseelands und die subantarktischen Inseln. Der Kalifornische Seelöwe bewohnt die nordostpazifische Küste von British Columbia bis Mexiko. Der Stellersche Seelöwe kommt im Nordpazifik von Kalifornien über Alaska bis nach Japan und Russland vor. In der südlichen Hemisphäre besiedeln der Südamerikanische, der Australische und der Neuseeländische Seelöwe jeweils ihre namensgebenden Küstenregionen.

Als Habitat bevorzugen Seelöwen felsige Küstenabschnitte, vorgelagerte Inseln und Sandbänke. Diese Ruheplätze an Land, sogenannte Haul-out-Plätze, dienen der Thermoregulation, der Häutung und der Fortpflanzung. Im Wasser halten sich Seelöwen vorwiegend über dem Kontinentalschelf auf, können aber auch offene Gewässer durchqueren. Einzelne Individuen des Kalifornischen Seelöwen wurden bereits weit flussaufwärts in Flüssen gesichtet, etwa im Columbia River im Nordwesten der USA.

Ernährung

Seelöwen sind opportunistische Jäger mit einem breiten Nahrungsspektrum. Ihre Hauptbeute besteht aus Fischen wie Sardinen, Sardellen, Heringen, Makrelen und Lachsen. Daneben fressen sie Tintenfische, Kraken und gelegentlich Krebstiere. Große Arten wie der Stellersche Seelöwe erbeuten mitunter auch kleinere Robben und Pinguine.

Die Jagd findet überwiegend in Küstennähe statt, wobei Seelöwen Tauchtiefen von 100 bis 300 Metern erreichen können. Typisch sind kurze Tauchgänge von wenigen Minuten Dauer. Der Kalifornische Seelöwe wurde bei Tauchgängen von bis zu 10 Minuten und Tiefen von über 270 Metern dokumentiert. Die Jagd erfolgt sowohl tagsüber als auch in der Dämmerung und bei Nacht, abhängig von der Verfügbarkeit der Beutetiere.

Verhalten & Lebensweise

Seelöwen sind ausgesprochen gesellige Tiere und leben in großen Kolonien, die an den Ruheplätzen mehrere Hundert bis Tausend Individuen umfassen können. Außerhalb der Fortpflanzungszeit sind die sozialen Strukturen relativ locker. Die Tiere ruhen dicht gedrängt auf Felsen oder Stränden und kommunizieren durch lautes Bellen, Brüllen und verschiedene Körperhaltungen.

Im Wasser bewegen sich Seelöwen mit hoher Wendigkeit. Der Vortrieb wird hauptsächlich durch die langen Vorderflossen erzeugt, die gleichzeitig schlagen – ein Schwimmstil, der an den Flügelschlag von Vögeln erinnert und als aquatisches Fliegen bezeichnet wird. Geschwindigkeiten von bis zu 35 km/h sind möglich. An Land sind Seelöwen dank ihrer drehbaren Hinterflossen überraschend beweglich und können kurze Sprints einlegen.

Zu den natürlichen Feinden zählen Weiße Haie, Schwertwale (Orcas) und in einigen Regionen große Haifischarten wie der Bullenhai. Junge Seelöwen sind besonders gefährdet.

Fortpflanzung