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Seeschlange

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Giftschlangen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Hydrophiinae (Unterfamilie), mit rund 17 Gattungen und etwa 70 Arten
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Familie: Giftnattern (Elapidae)
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Meeresgebiete des Indischen und Pazifischen Ozeans, teils Küstengewässer und Flussmündungen
  • Größe: Je nach Art zwischen 50 cm und 270 cm (Hydrophis spiralis)
  • Gewicht: 0,5 bis 3 kg, je nach Art und Körperlänge
  • Lebenserwartung: Schätzungsweise 5 bis 10 Jahre in freier Wildbahn; genaue Daten für viele Arten fehlen

Aussehen & Merkmale

Seeschlangen sind an ein dauerhaft aquatisches Leben angepasst und unterscheiden sich in mehreren Körperbau-Merkmalen deutlich von ihren landlebenden Verwandten. Der Körper ist seitlich abgeflacht, was den Tieren eine ruderartige Fortbewegung im Wasser ermöglicht. Besonders auffällig ist der paddelförmige Schwanz, der als Hauptantrieb beim Schwimmen dient. Die Bauchschuppen (Ventralia), die bei terrestrischen Schlangen groß und breit ausgebildet sind, um die Fortbewegung an Land zu erleichtern, sind bei den echten Seeschlangen stark reduziert oder kaum noch von den übrigen Körperschuppen zu unterscheiden. Viele Arten bewegen sich an Land daher nur noch schwerfällig oder sind vollständig auf das Meer angewiesen.

Die Nasenlöcher sitzen bei den meisten Arten auf der Oberseite der Schnauze und lassen sich durch klappenartige Ventile verschließen – eine Anpassung an das Tauchen. Die Schuppen sind häufig glatt und überlappen weniger stark als bei Landschlangen, was den Strömungswiderstand verringert. Die Färbung variiert stark: Viele Arten zeigen eine Querbänderung in Schwarz, Braun, Gelb oder Blau, andere sind einfarbig oder zweifarbig mit dunkler Oberseite und hellem Bauch. Diese Gegenzeichnung dient der Tarnung im offenen Wasser.

Die Giftdrüsen der Seeschlangen produzieren hochwirksame Neurotoxine und Myotoxine. Gemessen an der letalen Dosis (LD₅₀) gehören einige Seeschlangen-Arten – darunter die Dubois-Seeschlange (Aipysurus duboisii) und der Schnabel-Seeschlange (Enhydrina schistosa) – zu den giftigsten Schlangen überhaupt. Die Giftzähne sind allerdings kurz und die abgegebene Giftmenge pro Biss vergleichsweise gering.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Seeschlangen erstreckt sich über den tropischen und subtropischen Indopazifik – vom Persischen Golf und der Ostküste Afrikas über den Indischen Ozean, Südostasien und Nordaustralien bis in den westlichen Pazifik. Einzelne Arten, insbesondere die Gelbbauch-Seeschlange (Hydrophis platurus), besiedeln ein wesentlich größeres Areal und kommen auch an der Pazifikküste Mittel- und Südamerikas vor. Hydrophis platurus gilt damit als die Schlangenart mit dem weltweit größten natürlichen Verbreitungsgebiet.

Als Habitat bevorzugen die meisten Arten flache Küstengewässer, Korallenriffe, Seegraswiesen und Mangrovengebiete, wo sie Deckung und Nahrung finden. Einige Arten leben pelagisch, also im offenen Meer, und treiben mit Meeresströmungen über große Distanzen. Wenige Arten, etwa Hydrophis semperi, haben sich an Süßwasserlebensräume angepasst und kommen in philippinischen Binnenseen vor. Die Wassertemperatur ihres Biotops liegt in der Regel über 20 °C, weshalb Seeschlangen in kalten Meeresregionen fehlen.

Ernährung

Seeschlangen ernähren sich überwiegend von Fischen. Das genaue Beutespektrum hängt von der Art und der Kopfform ab. Arten mit schmalem Kopf und dünnem Vorderkörper, wie etwa Vertreter der Gattung Hydrophis, jagen bevorzugt Aale und schlanke Grundfische, die sie aus Spalten und Höhlen in Korallenriffen herausziehen. Arten mit breiterem Kopf erbeuten auch größere Fischarten. Einige wenige Spezies, darunter Emydocephalus annulatus, haben sich auf Fischeier spezialisiert und fressen ausschließlich die Gelege von Riff-Fischen – ein unter Schlangen einzigartiges Nahrungsspektrum. Die Jagd erfolgt überwiegend tagsüber, manche Arten sind jedoch dämmerungs- oder nachtaktiv.

Verhalten & Lebensweise

Seeschlangen sind als Reptilien lungenatmend und müssen regelmäßig an die Wasseroberfläche kommen. Die Tauchtiefe beträgt bei den meisten Arten zwischen 20 und 50 Metern, in Ausnahmefällen bis über 100 Meter. Einzelne Tauchgänge können je nach Art und Aktivitätsniveau 30 Minuten bis über zwei Stunden dauern. Ein Teil des Gasaustauschs findet über die Haut statt – Seeschlangen können bis zu 25 Prozent ihres Sauerstoffbedarfs kutan aufnehmen.

Die Tiere leben in der Regel einzelgängerisch. Gelegentlich wurden jedoch große Ansammlungen beobachtet, etwa bei der Gelbbauch-Seeschlange, die in Meeresströmungen passive Aggregate von Tausenden Individuen bilden kann. Solche Ansammlungen stehen wahrscheinlich im Zusammenhang mit Nahrungskonzentrationen oder Strömungsverhältnissen und sind kein soziales Verhalten im engeren Sinne. Seeschlangen sind trotz ihres starken Giftes gegenüber Menschen meist wenig aggressiv und beißen nur bei direkter Bedrängung zu. Die meisten dokumentierten Vergiftungen betreffen Fischer, die Seeschlangen in ihren Netzen handhaben.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die echten Seeschlangen (Hydrophiinae im engeren Sinne) sind mit wenigen Ausnahmen lebendgebärend (vivipar). Die Weibchen bringen nach einer Tragzeit von vier