Separator
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Steckbrief
- Herkunft: Frankreich
- Rassestandard: Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK), Gruppe Haarstrukturmutanten / Kurzhaarrassen
- Gewicht: 2,5 – 5,5 kg (je nach Schlagzuordnung)
- Körperbau: Gedrungen, walzenförmig, gut bemuskelt
- Fell: Extrem kurzes, plüschartiges Fell von ca. 14–18 mm Länge; dicht und senkrecht abstehend
- Farben: Alle anerkannten Farbenschläge, darunter Weiß, Schwarz, Blau, Havanna, Castor, Chinchilla, Thüringer und zahlreiche weitere
- Lebenserwartung: 8 – 12 Jahre
Herkunft & Geschichte
Die Bezeichnung „Separator" ist kein eigenständiger Rassename im klassischen Sinne, sondern wird im deutschen Kaninchenzuchtwesen als historischer und teils umgangssprachlicher Begriff für bestimmte Rex-Kaninchen verwendet, bei denen die charakteristische Haarstruktur – das sogenannte Separatorfell – namensgebend war. Die Besonderheit dieses Fells liegt in der nahezu gleichen Länge von Deck- und Unterhaar, wodurch die Haare voneinander „separiert" stehen und dem Fell seine unverwechselbare samtige Textur verleihen.
Die Ursprünge dieser Fellmutation lassen sich ins frühe 20. Jahrhundert nach Frankreich zurückverfolgen. Bereits um 1919 traten in bäuerlichen Kaninchenbeständen bei Coulongé-lès-Sablons Jungtiere mit auffällig kurzem, pluschartigem Fell auf. Der französische Pfarrer Abbé Gillet erkannte das züchterische Potenzial und begann mit einer systematischen Selektion. 1924 wurden die Tiere erstmals auf der Pariser Kaninchenausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt und sorgten für großes Aufsehen.
Die Abstammung der Separator-Kaninchen beruht auf einer natürlichen Genmutation, die das Haarwachstum beeinflusst. Durch gezielte Zucht wurde diese Mutation gefestigt und in verschiedene Farbenschläge eingekreuzt. In Deutschland fand die Rasse ab den späten 1920er-Jahren rasch Verbreitung. Der Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK) nahm die Tiere unter verschiedenen Bezeichnungen in den Rassestandard auf, wobei der Begriff „Separator" bis heute in Züchterkreisen geläufig ist.
Aussehen & Rassemerkmale
Das herausragende Merkmal des Separators ist sein einzigartiges Fell. Die Haare stehen nahezu senkrecht vom Körper ab und fühlen sich beim Überstreichen samtig-weich an. Streicht man gegen den Strich, kehren die Haare nicht sofort in ihre Ausgangslage zurück – ein entscheidendes Bewertungskriterium auf Ausstellungen. Die ideale Felllänge liegt bei etwa 17 mm. Das Fell soll dicht, gleichmäßig und frei von kahlen Stellen oder Lockenbildung sein.
Der Körperbau ist je nach Größenklasse gedrungen bis walzenförmig. Die Hinterhand ist gut gerundet und kräftig bemuskelt. Der Kopf sitzt eng am Körper, die Ohren sind mittellang, aufrecht stehend und ebenfalls mit der typischen kurzen Behaarung versehen. Besonders auffällig sind die leicht gewellten Tasthaare, die kürzer und gekräuselter als bei normalhaarigen Rassen ausfallen.
Anerkannte Farbenschläge umfassen unter anderem Castor (wildfarben-braun mit dunkler Unterfarbe), Chinchilla, Blau, Schwarz, Havanna, Dalmatiner-gescheckt, Gelb, Weiß Rotauge und Weiß Blauauge. Jeder Farbenschlag hat seine eigenen Bewertungsmaßstäbe hinsichtlich Decke, Zwischen- und Unterfarbe.
Charakter & Wesen
Separator-Kaninchen gelten als ruhige, ausgeglichene und neugierige Tiere. Sie sind weniger schreckhaft als viele andere Rassen und zeigen sich gegenüber ihren Haltern oft zutraulich und anhänglich. Ihr Wesen lässt sich als sanftmütig und gelassen beschreiben, was sie besonders angenehm im Umgang macht.
Trotz ihrer Gelassenheit sind diese Kaninchen keineswegs träge. Sie zeigen ein gesundes Maß an Verspieltheit und erkunden ihre Umgebung aufmerksam. In der Gruppenhaltung verhalten sie sich meist sozialverträglich, wobei – wie bei allen Kaninchenrassen – eine sorgfältige Vergesellschaftung wichtig ist. Gegenüber Kindern und anderen Haustieren zeigen sie sich in der Regel friedlich und geduldig.
Haltung & Pflege
Die Haltung von Separator-Kaninchen unterscheidet sich in den Grundanforderungen nicht wesentlich von anderen mittelgroßen Kaninchenrassen. Sie benötigen ausreichend Platz: Ein Gehege von mindestens 6 Quadratmetern für zwei Tiere gilt als Minimum, täglicher Auslauf in einem gesicherten Bereich ist empfehlenswert. Kaninchen sind Gesellschaftstiere und sollten niemals einzeln gehalten werden.
Die Fellpflege gestaltet sich beim Separator vergleichsweise unkompliziert. Das kurze, dichte Fell neigt kaum zur Verfilzung und muss nur während des Fellwechsels regelmäßig gebürstet werden, um lose Haare zu entfernen und die Verdauung nicht durch übermäßiges Verschlucken von Haaren zu belasten. Eine wöchentliche Kontrolle der Krallen, Zähne, Ohren und der Analregion gehört zur Standardpflege.
Bei der Außenhaltung ist zu beachten, dass das kurze Fell weniger Kälteschutz bietet als bei normalhaarigen Rassen. Ein gut isolierter, zugfreier Stall mit reichlich Einstreu ist in den Wintermonaten unerlässlich. In extremen Kälteperioden sollte geprüft werden, ob zusätzliche Schutzmaßnahmen erforderlich sind.
Ernährung
Die Ernährung basiert auf hochwertigem Heu, das den Tieren rund um die Uhr zur Verfügung stehen muss. Heu ist nicht nur Hauptnahrungsmittel, sondern sorgt auch für den notwendigen Zahnabrieb. Ergänzt wird der Speiseplan durch frisches Grünfutter wie Wiesenk