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Seriema

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Cariama cristata (Rotfußseriema); Chunga burmeisteri (Schwarzfußseriema)
  • Ordnung: Cariamiformes (Seriemas)
  • Familie: Cariamidae (Seriemas)
  • Lebensraum: Offene Graslandschaften, Savannen und lichte Trockenwälder Südamerikas
  • Größe: 75–90 cm (Rotfußseriema), ca. 70–85 cm (Schwarzfußseriema)
  • Gewicht: 1,2–1,5 kg
  • Lebenserwartung: Bis zu 20–25 Jahre in Gefangenschaft; in freier Wildbahn vermutlich kürzer

Aussehen & Merkmale

Die Seriemas sind hochbeinige, bodenlebende Vögel, die auf den ersten Blick an einen kleinen Kranich oder Sekretärvogel erinnern. Die bekanntere der beiden Arten, die Rotfußseriema (Cariama cristata), besitzt ein überwiegend graubraunes Gefieder mit feiner, wellenförmiger Bänderung auf Brust und Rücken. Namensgebend sind die rötlichen Beine und der leuchtend rote Schnabel. Ein auffälliges Merkmal ist der aufrechte Federschopf an der Schnabelbasis, der bei Erregung aufgestellt wird.

Die Schwarzfußseriema (Chunga burmeisteri) ist etwas kleiner und insgesamt dunkler gefärbt. Ihre Beine und der Schnabel sind schwärzlich statt rot, und der Federschopf fällt weniger prominent aus. Beide Arten haben relativ kurze, abgerundete Flügel, einen langen Schwanz und große Augen mit auffälligen Wimpern – tatsächlich handelt es sich dabei um modifizierte Federstrukturen, die vermutlich als Sonnenschutz und Staubfilter dienen.

Die langen, kräftigen Beine enden in Füßen mit drei nach vorne gerichteten Zehen und einer kurzen, erhöhten Hinterzehe. Die Kralle der Innenzehe ist sichelförmig gebogen und erinnert an die Krallen der ausgestorbenen Phorusrhacidae, der sogenannten „Terrorvögel" – eine stammesgeschichtlich bedeutsame Parallele.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Rotfußseriema erstreckt sich über weite Teile des zentralen und östlichen Südamerikas: von Zentralbrasilien über Paraguay und Bolivien bis in den Norden Argentiniens und Uruguays. Ihr bevorzugtes Habitat sind die offenen Cerrado-Savannen, Trockenwälder und Grassteppen. Sie kommt in Höhenlagen bis etwa 2.000 Meter vor.

Die Schwarzfußseriema bewohnt ein kleineres Areal, das sich auf den Gran Chaco – eine trockene Buschlandschaft in Nordargentinien, Paraguay und dem südöstlichen Bolivien – konzentriert. Sie bevorzugt dichteres Buschland und lichte Wälder, während die Rotfußseriema offenere Biotope besiedelt. Die ökologische Trennung der beiden Arten erfolgt somit weitgehend über die Habitatwahl.

Ernährung

Seriemas sind Allesfresser mit deutlich räuberischer Neigung. Ihre Nahrung setzt sich aus Insekten, Spinnen, Skorpionen, kleinen Eidechsen, Schlangen, Fröschen, Nagern und gelegentlich Jungvögeln zusammen. Daneben fressen sie auch Früchte, Samen und andere Pflanzenteile. Die Zusammensetzung der Nahrung variiert je nach Jahreszeit und Verfügbarkeit.

Beim Umgang mit größerer Beute zeigen Seriemas ein charakteristisches Verhalten: Sie ergreifen das Beutetier mit dem Schnabel und schleudern es wiederholt gegen den Boden oder auf Steine, um es zu töten und aufzubrechen. Dieses Verhalten ähnelt dem Sekretärvogel Afrikas und wurde auch für die ausgestorbenen Phorusrhacidae rekonstruiert. Kleinere Schlangen, darunter auch Giftschlangen, werden mit gezielten Schnabelhieben und Tritten überwältigt.

Verhalten & Lebensweise

Seriemas sind tagaktive Vögel, die den Großteil ihrer Zeit am Boden verbringen. Sie durchstreifen ihr Revier zu Fuß – meist als Paar oder in kleinen Familiengruppen von drei bis fünf Tieren. Trotz ihrer Flugfähigkeit fliegen sie nur ungern und nur über kurze Distanzen. Bei Gefahr ziehen sie es vor, schnell laufend zu flüchten; sie können dabei Geschwindigkeiten von über 40 km/h erreichen.

Besonders auffällig ist ihr Ruf. Die Rotfußseriema stößt laute, durchdringende Schreie aus, die an hundeartiges Bellen erinnern und über mehrere Kilometer zu hören sind. Diese Rufe dienen der Reviermarkierung und der Kommunikation innerhalb der Gruppe. Häufig rufen Paare im Duett, wobei sie sich gegenseitig antworten. Die Schwarzfußseriema ist stimmlich zurückhaltender.

Zum Schlafen und Ruhen suchen Seriemas niedrige Bäume oder große Sträucher auf. Diese bieten Schutz vor nachtaktiven Bodenprädatoren wie Wildkatzen und Schlangen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit fällt in Südamerika in die Frühjahrs- und Sommermonate, also etwa von September bis Februar. Seriemas leben in der Regel monogam. Die Balz umfasst gemeinsame Lautäußerungen und rituelle Bewegungen, bei denen beide Partner mit gesträubtem Gefieder und erhobenem Schopf nebeneinander herlaufen.

Das Nest wird aus Zweigen und Ästen in niedriger bis mittlerer Höhe (2–5 Meter) in Bäumen oder dichten Büschen errichtet. Es wird mit Lehm, Blättern und gelegentlich Dung ausgekleidet. Das Gelege besteht aus zwei bis drei Eiern mit rötlich-brauner Fleckung auf weißem Grund. Beide Elternvögel bebrüten die Eier über einen Zeitraum von etwa 24 bis 30 Tagen.

Die Küken sind beim Schlüpfen mit Daunen bedeckt und verlassen das Nest nach etwa zwei Wochen, obwohl sie noch nicht flugfähig sind. Sie werden von beiden Altvögeln gefüttert und betreut. Nach rund vier bis