Spanier
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Steckbrief
- Herkunft: Spanien, mit Verbreitung über die Niederlande und England nach Mitteleuropa
- Rassestandard: Anerkannt durch den BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter) und den Europäischen Verband für Geflügel-, Tauben-, Vogel-, Kaninchen- und Caviazucht (EE)
- Gewicht: Hahn 2,0–2,5 kg, Henne 1,75–2,25 kg
- Legeleistung: ca. 160–180 Eier pro Jahr
- Eigewicht: ca. 55–60 g, weiße Schale
- Lebenserwartung: 6–8 Jahre bei artgerechter Haltung
- Gefieder/Farben: Schwarz mit intensivem Grünglanz; Gesicht, Kehllappen und Ohrscheiben auffallend weiß
Herkunft & Geschichte
Das Spanierhuhn zählt zu den ältesten bekannten Hühnerrassen Europas. Seine Abstammung geht auf Landhuhnschläge der Iberischen Halbinsel zurück, die bereits im Mittelalter auf spanischen Höfen gehalten wurden. Über die Handelsrouten der Niederlande gelangte die Rasse im 16. und 17. Jahrhundert nach Nordeuropa. Besonders in England fand der Spanier ab dem 18. Jahrhundert große Beachtung, wo er systematisch weitergezüchtet wurde. Die britischen Züchter legten dabei besonderen Wert auf die Ausprägung des markanten weißen Gesichts, das zum unverwechselbaren Markenzeichen dieser Rasse werden sollte.
In Deutschland etablierte sich die Zucht des Spaniers im 19. Jahrhundert. Der Zuchtverband und die damals entstehenden Rassegeflügelvereine nahmen den Spanier rasch in ihre Standards auf. Trotz seiner langen Geschichte ist die Rasse heute selten geworden und steht auf der Roten Liste bedrohter Nutztierrassen. Engagierte Züchter und Erhaltungszuchtprogramme bemühen sich intensiv um den Fortbestand dieser historisch bedeutsamen Rasse.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Spanier ist ein elegantes, hochgestelltes Huhn mit aufrechter Körperhaltung und stolzem Auftreten. Der Körperbau ist schlank, dabei aber keinesfalls schmächtig – vielmehr wirkt das Tier athletisch und edel. Die Brust ist voll und gut gerundet, der Rücken leicht abfallend, die Schenkel mittellang und kräftig.
Das herausragendste Rassemerkmal ist das große, kreideweise Gesicht, das beide Geschlechter auszeichnet. Diese glatte, unbefiederte Hautpartie erstreckt sich über Wangen und Ohrregion und bildet einen dramatischen Kontrast zum tiefschwarz glänzenden Gefieder. Der einfache, aufrecht stehende Kamm ist bei Hähnen groß und leuchtend rot, bei Hennen etwas kleiner und seitlich umgelegt. Die Kehllappen sind lang, dünn und ebenfalls intensiv rot. Die Ohrscheiben sind weiß und mandelförmig, die Augen dunkelbraun bis schwarz.
Das Gefieder liegt straff am Körper an und zeigt einen ausgeprägten Grünglanz, der bei Sonnenlicht besonders eindrucksvoll zur Geltung kommt. Die Läufe sind schiefergrau bis dunkelbleifarben. Insgesamt vermittelt der Spanier ein Bild von Noblesse und Ausdruckskraft, das ihn auf Ausstellungen stets zu einem Blickfang macht.
Charakter & Wesen
Spanier gelten als lebhafte, temperamentvolle Hühner mit einem wachsamen Naturell. Sie sind aufmerksam, reagieren schnell auf Veränderungen in ihrer Umgebung und zeigen ein ausgeprägtes Erkundungsverhalten. Gegenüber ihrem Halter verhalten sie sich bei regelmäßigem Umgang durchaus zutraulich, bleiben jedoch im Vergleich zu manchen Zwiehuhnrassen etwas distanzierter.
Untereinander sind Spanier verträglich, sofern ausreichend Platz vorhanden ist. Hähne können bei beengten Verhältnissen Rangordnungskämpfe austragen, was für die Rasse typisch ist. Die Hennen sind aktiv, bewegungsfreudig und zeigen wenig Bruttrieb – ein Merkmal, das zwar die Naturbrut erschwert, aber die gleichmäßige Legeleistung begünstigt. Insgesamt lässt sich der Charakter als eigenständig, lebendig und intelligent beschreiben.
Haltung & Pflege
Der Spanier ist ein mediterranes Huhn und bevorzugt ein trockenes, mildes Klima. In Regionen mit kalten, feuchten Wintern muss besonders auf einen zugfreien, gut isolierten Stall geachtet werden. Der große Kamm und die ausgeprägten Gesichtspartien sind frostempfindlich – Erfrierungen an Kamm und Kehllappen gehören zu den häufigsten Haltungsproblemen in nördlichen Breiten. Eine Einfettung mit Melkfett oder Vaseline kann in Frostnächten vorbeugend wirken.
Spanier brauchen großzügigen Auslauf. Sie sind gute Futtersucher, bewegen sich viel und fühlen sich in weitläufigen Freigehegen deutlich wohler als in beengten Ställen. Die Umzäunung sollte ausreichend hoch sein, da die Tiere flugfreudig sind. Für Beschäftigung sorgen Sandbäder, erhöhte Sitzstangen und Strukturelemente im Auslauf wie Büsche oder Unterstände.
Die Gefiederpflege ist unkompliziert. Das straff anliegende Federkleid neigt kaum zum Verfilzen. Regelmäßige Kontrollen auf Parasiten wie Milben und Federlinge gehören zur Basispflege, ebenso die Überprüfung von Kamm, Kehllappen und Gesichtshaut auf Veränderungen.
Ernährung
Die Fütterung des Spaniers unterscheidet sich nicht grundlegend von der anderer Legehühnerrassen. Ein hochwertiges Alleinfutter für Legehennen bildet die Basis, ergänzt durch Körnerfutter aus Weizen, Gerste und Mais. Kalk in Form von Muschelschalen oder Austernschalen sollte stets zur freien Aufnahme bereitstehen, um die Eierschalenqualität zu sichern. Frisches Grünfutter, Gemüse und gelegentlich tierisches Eiweiß in Form von Mehlwürmern oder Quark runden den Speiseplan ab.
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