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Speikobra

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Tierart – Reptilien > Schlangen – Giftschlangen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Naja spp. (mehrere Arten, z. B. Naja pallida, Naja nigricollis, Naja mossambica)
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
  • Familie: Giftnattern (Elapidae)
  • Gattung: Echte Kobras (Naja)
  • Lebensraum: Savannen, Halbwüsten, tropische Wälder, Küstenregionen in Afrika und Südostasien
  • Größe: 70–280 cm je nach Art
  • Gewicht: 1–5 kg
  • Lebenserwartung: 15–25 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Begriff Speikobra (englisch: spitting cobra) bezeichnet keine einzelne Art, sondern eine Gruppe von Kobra-Arten innerhalb der Gattung Naja, die in der Lage sind, ihr Gift gezielt auf Angreifer zu spritzen. Zu den bekanntesten Vertretern zählen die Schwarzhalskobra (Naja nigricollis), die Rote Speikobra (Naja pallida), die Mosambik-Speikobra (Naja mossambica) sowie die südostasiatischen Arten wie die Goldene Speikobra (Naja sumatrana) und die Philippinische Kobra (Naja philippinensis).

Speikobras besitzen den für Kobras typischen Körperbau: einen schlanken, muskulösen Rumpf, einen leicht abgesetzten Kopf und glatte, glänzende Schuppen. Der Nackenschild (Hood) kann bei Bedrohung durch seitlich abstehende Halsrippen aufgespreizt werden. Die Färbung variiert stark zwischen den Arten und reicht von einheitlich schwarz über olivbraun und ziegelrot bis hin zu gebandertem Muster. Die Bauchseite ist häufig heller gefärbt. Die Augen besitzen runde Pupillen, wie es für tagaktive Giftnattern charakteristisch ist.

Ein anatomisches Schlüsselmerkmal unterscheidet Speikobras von anderen Kobras: Ihre Giftzähne weisen eine nach vorn gerichtete Austrittsöffnung auf, die das Gift nicht nur bei einem Biss injiziert, sondern auch über eine Entfernung von bis zu drei Metern als feinen Strahl auf ein Ziel schleudern kann. Die Giftzähne sind relativ kurz und stehen im vorderen Oberkiefer (proteroglyphe Bezahnung).

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Speikobras erstreckt sich über weite Teile Afrikas südlich der Sahara sowie über Südostasien. Afrikanische Arten besiedeln ein breites Spektrum an Habitaten: offene Savannen, Trockenwälder, felsige Halbwüsten, Überschwemmungsgebiete und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Einige Arten wie Naja nigricollis gelten als ausgesprochene Kulturfolger und dringen regelmäßig in menschliche Siedlungen, Ställe und Vorratskammern ein.

Die südostasiatischen Speikobras bewohnen tropische Regenwälder, Mangrovengebiete und Plantagen. Naja sumatrana findet sich auf der Malaiischen Halbinsel, Sumatra und Borneo, während Naja philippinensis auf die Philippinen beschränkt ist. Die Höhenverbreitung reicht je nach Art vom Meeresniveau bis auf etwa 1.800 Meter.

Ernährung

Speikobras sind opportunistische Jäger mit einem breiten Nahrungsspektrum. Sie erbeuten Nagetiere, Frösche, Kröten, Eidechsen, Vögel und deren Eier sowie andere Schlangen. In Siedlungsnähe stellen Mäuse und Ratten eine wesentliche Nahrungsquelle dar, was die Nähe zum Menschen teilweise erklärt. Die Beute wird durch einen Giftbiss getötet; das Speien dient ausschließlich der Verteidigung und spielt bei der Nahrungsbeschaffung keine Rolle. Wie alle Schlangen verschlingen Speikobras ihre Beute im Ganzen. Die beweglich miteinander verbundenen Kieferknochen erlauben das Hinunterschlucken von Beutetieren, die deutlich größer sind als der Kopfdurchmesser der Schlange.

Verhalten & Lebensweise

Die meisten Speikobras sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, obwohl einige Arten – insbesondere in kühleren Regionen – auch tagsüber auf Nahrungssuche gehen. Tagsüber verbergen sie sich in Felsspalten, verlassenen Termitenhügeln, Nagerbauten oder unter Steinhaufen. Speikobras leben einzelgängerisch und besetzen keine festen Reviere im engeren Sinne, zeigen aber eine gewisse Standorttreue zu geeigneten Verstecken.

Das Speien von Gift ist die auffälligste Verhaltensanpassung dieser Gruppe. Bei Bedrohung richtet sich die Schlange auf, spreizt den Nackenschild und spritzt durch Muskelkontraktion der Giftdrüsen einen feinen Giftstrahl in Richtung des Gesichts des Angreifers. Die Schlange zielt dabei gezielt auf die Augen. Trifft das Gift die Augen, verursacht es sofortige heftige Schmerzen, Entzündungen der Hornhaut und kann ohne Behandlung zu dauerhafter Erblindung führen. Auf intakter Haut richtet das Gift in der Regel keinen Schaden an. Der Biss einer Speikobra ist allerdings ebenfalls medizinisch bedeutsam und kann – je nach Art und injizierter Giftmenge – Gewebenekrosen und systemische Vergiftungen auslösen.

Studien haben gezeigt, dass Speikobras beim Spritzen schnelle seitliche Kopfbewegungen ausführen, wodurch das Gift in einem geometrischen Muster verteilt wird. Dies erhöht die Trefferwahrscheinlichkeit auf die Augenregion eines sich bewegenden Ziels erheblich.

Fortpflanzung & Aufzucht

Speikobras sind ovipar, das heißt sie legen Eier. Die Paarung findet je nach Art und Region zu unterschiedlichen Jahreszeiten statt, häufig zu Beginn der Regenzeit. Männchen führen während der Paarungszeit Kommentkämpfe durch