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Spinnenjäger

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Arachnothera (Gattung mit etwa 13 Arten)
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Nektarvögel (Nectariniidae)
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder Süd- und Südostasiens
  • Größe: 13–20 cm je nach Art
  • Gewicht: 8–45 g
  • Lebenserwartung: Geschätzt 5–8 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Spinnenjäger unterscheiden sich in ihrem äußeren Erscheinungsbild deutlich von den meisten anderen Vertretern der Familie Nectariniidae. Während viele Nektarvögel durch ein schillerndes, metallisch glänzendes Gefieder auffallen, zeigen die Arten der Gattung Arachnothera ein vergleichsweise unauffälliges Federkleid. Die Oberseite ist bei den meisten Arten olivgrün bis graugrün gefärbt, die Unterseite heller, oft gelblich bis weißlich, bei manchen Arten mit dunklen Längsstreifen versehen. Ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus fehlt weitgehend – Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum zu unterscheiden, was innerhalb der Nektarvogel-Familie ungewöhnlich ist.

Charakteristisch für alle Spinnenjäger ist der kräftige, deutlich gebogene Schnabel, der je nach Art unterschiedlich lang ausfällt. Der Große Spinnenjäger (Arachnothera magna) besitzt den längsten Schnabel der Gattung und erreicht eine Gesamtlänge von bis zu 20 cm. Die Zunge ist wie bei allen Nektarvögeln röhrenförmig gespalten und dient der Aufnahme von Nektar. Die Beine sind kräftig und mit langen Zehen ausgestattet, die ein geschicktes Klettern an Blütenständen und Blättern ermöglichen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Spinnenjäger erstreckt sich über Süd- und Südostasien, von den Vorgebirgen des Himalaya in Nordostindien, Nepal und Bhutan über Myanmar, Thailand, die Malaiische Halbinsel, Sumatra, Borneo und Java bis zu den Philippinen. Einzelne Arten haben eng begrenzte Areale: Der Nacktgesicht-Spinnenjäger (Arachnothera clarae) kommt ausschließlich auf den Philippinen vor, während der Streifenbrust-Spinnenjäger (Arachnothera affinis) ein breiteres Verbreitungsgebiet in Südostasien besiedelt.

Als Habitat bevorzugen Spinnenjäger dichte tropische Regenwälder, sowohl in der Tiefebene als auch in Bergwäldern bis etwa 2.500 m Höhe. Einige Arten besiedeln auch Waldränder, Sekundärwälder und Plantagen, sofern ausreichend Blütenpflanzen vorhanden sind. Sie halten sich bevorzugt im mittleren und oberen Stockwerk des Waldes auf, wo Epiphyten und großblütige Pflanzen wie Bananen und Ingwergewächse (Zingiberaceae) reichlich Nahrung bieten.

Ernährung

Trotz ihres Namens ernähren sich Spinnenjäger keineswegs ausschließlich von Spinnen. Nektar stellt für die meisten Arten die Hauptnahrungsquelle dar. Durch ihren langen, gebogenen Schnabel und die spezialisierte Bürstenzunge können sie tiefen Blütenkelch von Wildbananen (Musa), Helikonien und verschiedenen Ingwergewächsen erreichen. Dabei übernehmen sie eine wichtige Rolle als Bestäuber dieser Pflanzen.

Ergänzend zum Nektar fressen Spinnenjäger verschiedene Gliederfüßer, darunter tatsächlich Spinnen, aber auch kleine Insekten und deren Larven. Diese proteinreiche Kost ist besonders während der Brutzeit und für die Aufzucht der Jungvögel von Bedeutung. Die Jagd auf Arthropoden erfolgt durch gezieltes Absuchen von Blattunterseiten, aufgerollten Blättern und Blütenkelchen – Mikrohabitate, in denen sich Spinnen und Insekten bevorzugt aufhalten. Dieses systematische Durchsuchen zusammengerollter Blätter nach Beute dürfte den Vögeln ihren deutschen Namen eingebracht haben.

Verhalten & Lebensweise

Spinnenjäger sind tagaktiv und führen eine überwiegend einzelgängerische Lebensweise. Gelegentlich sind sie paarweise oder in lockeren Gruppen an ergiebigen Nahrungsquellen wie blühenden Bananenstauden zu beobachten. Ein klar abgegrenztes Revier wird nach derzeitigem Kenntnisstand nicht dauerhaft verteidigt, die Vögel streifen vielmehr auf Nahrungssuche durch größere Waldbereiche.

Im Gegensatz zu vielen anderen Nektarvögeln, die exponierte Sitzwarten bevorzugen, halten sich Spinnenjäger eher im dichten Blattwerk auf und sind trotz ihrer Größe schwer zu beobachten. Ihre Lautäußerungen – scharfe, metallische Rufe und schnelle Rufserien – sind oft der einzige Hinweis auf ihre Anwesenheit. Der Flug ist schnell und direkt, mit raschen Flügelschlägen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutsaison variiert je nach Verbreitungsgebiet und fällt meist in die feuchteren Monate. Spinnenjäger bauen auffällige, beutelförmige Nester, die an der Unterseite großer Blätter – häufig Bananenblätter oder Palmwedel – befestigt werden. Das Nest besteht aus Pflanzenfasern, Moos und Spinnenseide und wird von unten an das Blatt genäht. Die Verwendung von Spinnweben als Baumaterial ist bei vielen Nektarvögeln verbreitet und verleiht der Konstruktion sowohl Elastizität als auch Stabilität.

Das Gelege umfasst in der Regel ein bis drei Eier, die vom Weibchen allein bebrütet werden. Die Brutdauer beträgt etwa 13–15 Tage. Beide Elternvögel beteiligen sich an der Fütterung der Nestlinge, die nach ungefähr zwei bis drei Wochen flügge werden. Über die Anzahl der Jahresbruten und die Mortalitätsrate der Jungvögel liegen nur wenige gesicherte Daten vor, da die versteckte