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Spitzhörnchen

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Tierart – Säugetiere > Insektenfresser & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Tupaia (Gattung); Scandentia (Ordnung)
  • Ordnung: Spitzhörnchen (Scandentia)
  • Familien: Tupaiidae (Spitzhörnchen i. e. S.) und Ptilocercidae (Federschwanz-Spitzhörnchen)
  • Gattungen: 5 (u. a. Tupaia, Dendrogale, Anathana, Urogale, Ptilocercus)
  • Artenzahl: ca. 23 rezente Arten
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Regenwälder, Sekundärwälder, Plantagen in Süd- und Südostasien
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 12–22 cm, Schwanzlänge 10–20 cm (artabhängig)
  • Gewicht: 30–350 g je nach Art
  • Lebenserwartung: 2–3 Jahre in freier Wildbahn, bis 12 Jahre in menschlicher Obhut

Aussehen & Merkmale

Spitzhörnchen erinnern auf den ersten Blick an kleine Eichhörnchen oder Spitzmäuse, sind mit keiner dieser Gruppen jedoch näher verwandt. Ihr Körperbau ist schlank und langgestreckt, der Kopf zeichnet sich durch eine spitz zulaufende Schnauze aus, die den Tieren ihren deutschen Namen eingetragen hat. Die Augen sind im Verhältnis zum Kopf relativ groß, was auf ein gut entwickeltes Sehvermögen hindeutet. Die Ohren sind klein und abgerundet.

Das Fell ist kurz, dicht und je nach Art oberseits olivbraun, rötlich oder dunkelbraun gefärbt. Die Unterseite ist in der Regel heller, oft gelblich bis weißlich. Einige Arten wie das Große Spitzhörnchen (Tupaia tana) besitzen einen hellen Schulterstreifen. Der buschige Schwanz ist bei den meisten Arten etwa so lang wie der Körper und wird beim Klettern als Balancierhilfe eingesetzt. Eine Sonderstellung nimmt das Federschwanz-Spitzhörnchen (Ptilocercus lowii) ein, dessen Schwanz weitgehend nackt ist und nur an der Spitze federartig angeordnete Haare trägt.

An den Vorder- und Hinterfüßen sitzen jeweils fünf Zehen mit scharfen, gebogenen Krallen, die das Klettern an Baumstämmen und Ästen erleichtern. Das Gebiss umfasst 38 Zähne und zeigt eine wenig spezialisierte Zahnformel, die sowohl zum Zerbeißen von Insekten als auch zum Kauen von Früchten geeignet ist.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Spitzhörnchen erstreckt sich über Süd- und Südostasien. Es reicht vom Nordosten Indiens und dem südlichen China über die Malaiische Halbinsel bis zu den Inseln Borneo, Sumatra, Java und den Philippinen. Das Indische Spitzhörnchen (Anathana ellioti) ist die einzige Art auf dem indischen Subkontinent und besiedelt dort vor allem Trockenwälder und felsige Biotope.

Typische Habitate sind tropische Tieflandregenwälder, montane Bergwälder bis in Höhen von etwa 3.000 Metern, aber auch Sekundärwälder, Mangroven und von Menschen veränderte Landschaften wie Plantagen oder Gärten. Die meisten Arten sind auf Waldgebiete angewiesen, wobei einige – etwa das Gewöhnliche Spitzhörnchen (Tupaia glis) – eine beträchtliche Toleranz gegenüber Habitatveränderungen zeigen.

Ernährung

Spitzhörnchen sind Allesfresser mit einer deutlichen Neigung zu tierischer Kost. Ihre Nahrung besteht zu einem großen Teil aus Insekten, Spinnen, kleinen Wirbellosen und gelegentlich auch kleinen Eidechsen. Daneben nehmen sie Früchte, Samen, Blätter und Nektar zu sich. Das Federschwanz-Spitzhörnchen trinkt regelmäßig den vergorenen Nektar der Bertampalme (Eugeissona tristis), der einen Alkoholgehalt von bis zu 3,8 % aufweisen kann – ohne dass die Tiere dabei Anzeichen von Trunkenheit zeigen.

Die Nahrungssuche findet sowohl am Boden als auch im Geäst statt. Bodenlebende Arten wie das Große Spitzhörnchen wühlen mit der Schnauze in der Laubstreu, während baumlebende Formen wie die Zwerghörnchen (Dendrogale) überwiegend in den Baumkronen nach Beute suchen.

Verhalten & Lebensweise

Die meisten Spitzhörnchen-Arten sind tagaktiv. Eine Ausnahme bildet das Federschwanz-Spitzhörnchen, das als einzige Art der Ordnung überwiegend nachtaktiv ist. Die tagaktiven Arten zeigen Aktivitätsspitzen in den Morgen- und Abendstunden.

Spitzhörnchen leben in der Regel als Einzelgänger oder in monogamen Paaren, die ein gemeinsames Revier bewohnen und dieses mit Duftsekreten aus speziellen Drüsen am Bauch und an der Kehle markieren. Revierstreitigkeiten werden durch Lautäußerungen, Drohgebärden und gelegentlich durch direkte Auseinandersetzungen ausgetragen. Die Reviergrößen variieren je nach Art und Nahrungsangebot zwischen 0,5 und 10 Hektar.

Als Ruheplätze dienen Baumhöhlen, dichte Vegetationspolster oder selbst angelegte Nester aus Blättern und Pflanzenfasern. Die Tiere kommunizieren über ein Repertoire aus hohen Pfeif- und Zwitscherlauten.

Fortpflanzung & Aufzucht

Spitzhörnchen können sich in den Tropen ganzjährig fortpflanzen. Nach einer Tragzeit von 41 bis 56 Tagen – je nach Art – bringt das Weibchen ein bis drei, meist zwei Jungtiere zur Welt. Die Neugeborenen sind nackt, blind und wiegen nur wenige Gramm.

Ungewöhnlich unter Säugetieren ist das Aufzuchtverhalten einiger Tupaia-Arten: Das Weibchen setzt die Jungen in einem separaten Nest ab und besucht sie nur alle 48