Springfrosch
STierart – Amphibien > Froschlurche – Frösche
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Rana dalmatina
- Ordnung: Froschlurche (Anura)
- Familie: Echte Frösche (Ranidae)
- Gattung: Rana
- Lebensraum: Lichte Laubwälder, Waldränder, Auenlandschaften
- Größe: 4,5–6,5 cm (Kopf-Rumpf-Länge), Weibchen bis 8 cm
- Gewicht: 10–30 g
- Lebenserwartung: 6–10 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Der Springfrosch ist ein schlanker, langbeiniger Vertreter der Braunfrösche. Seine Oberseite zeigt eine hell- bis mittelbraune Grundfärbung, die je nach Population rötlich-braun oder gelblich-braun variieren kann. Im Gegensatz zum nah verwandten Grasfrosch (Rana temporaria) wirkt die Haut des Springfroschs glatter und weniger warzig. Ein dunkler Temporalfleck – der sogenannte Schläfenfleck – zieht sich vom Auge über das gut sichtbare Trommelfell. Dieses Trommelfell (Tympanum) ist beim Springfrosch auffallend groß und erreicht nahezu den Durchmesser des Auges, was ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu anderen Braunfröschen darstellt.
Die Unterseite ist weißlich bis cremefarben und in der Regel ungefleckt oder nur schwach marmoriert. Die Hinterbeine sind im Verhältnis zum Körper ausgesprochen lang: Legt man das Hinterbein nach vorn an den Körper an, ragt das Fersengelenk deutlich über die Schnauzenspitze hinaus. Dieses Merkmal hilft bei der sicheren Unterscheidung vom Grasfrosch und vom Moorfrosch (Rana arvalis), bei denen das Fersengelenk höchstens die Schnauze erreicht. Die Schnauze des Springfroschs ist spitz zulaufend und das gesamte Erscheinungsbild wirkt graziler als bei den anderen mitteleuropäischen Braunfröschen.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Springfroschs erstreckt sich über weite Teile Süd- und Mitteleuropas. Es reicht von Nordspanien und Frankreich über Italien, die Balkanhalbinsel bis in die westliche Türkei. In Deutschland liegt die nördliche Verbreitungsgrenze der Art. Hier kommt der Springfrosch vor allem in wärmebegünstigten Regionen vor: im Oberrheingraben, am Bodensee, in Teilen Bayerns, Thüringens und Sachsens sowie im mittleren Maingebiet. In Österreich und der Schweiz besiedelt er die tieferen Lagen.
Als Habitat bevorzugt der Springfrosch lichte, wärmegetönte Laubwälder und Mischwälder mit einer gut ausgebildeten Krautschicht. Typische Biotope sind Eichen-Hainbuchenwälder, Buchenwälder mit Lichtungen, Waldränder und Streuobstwiesen in Waldnähe. Zur Fortpflanzung sucht er stehende oder langsam fließende Gewässer auf – bevorzugt werden kleinere Waldtümpel, Weiher, Gräben und flache Teiche mit Unterwasservegetation. Anders als der Grasfrosch meidet der Springfrosch offene, baumfreie Landschaften und stark saure oder nährstoffarme Gewässer.
Ernährung
Der Springfrosch ernährt sich ausschließlich von tierischer Kost. Sein Nahrungsspektrum umfasst Insekten, Spinnen, Asseln, Schnecken und Würmer. Besonders Käfer, Ameisen, Fliegen und kleine Schmetterlinge stehen auf dem Speiseplan. Die Beute wird durch schnelles Vorstoßen der klebrigen Zunge gefangen. Da der Springfrosch überwiegend an Land lebt, jagt er vorwiegend in der Laubstreu und der bodennahen Vegetationsschicht. Die Larven (Kaulquappen) ernähren sich zunächst von Algen, Detritus und abgestorbenen Pflanzenteilen und gehen mit fortschreitender Entwicklung zunehmend zu einer omnivoren Ernährung über.
Verhalten & Lebensweise
Der Springfrosch ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verbirgt er sich unter Laub, Totholz, Steinen oder in Erdlöchern. Sein Name ist Programm: Die Art ist ein hervorragender Springer. Dank der langen Hinterbeine kann ein Springfrosch aus dem Stand Weiten von bis zu zwei Metern erreichen – das entspricht etwa dem Dreißigfachen seiner Körperlänge. Diese Sprungfähigkeit dient sowohl der Flucht vor Fressfeinden als auch der Fortbewegung im Habitat.
Die Art lebt einzelgängerisch und hält kein festes Revier. Im Herbst sucht der Springfrosch seine Winterquartiere auf, die sich an Land befinden – unter Wurzelstöcken, in Laubhaufen, Steinspalten oder Kleinsäugerbauten. Die Winterruhe dauert je nach Region von Oktober bis Februar. Der Springfrosch gehört zu den Frühlaichern und erscheint im Frühjahr oft bereits ab Ende Februar an den Laichgewässern.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit beginnt je nach Witterung Ende Februar bis Anfang April. Die Männchen wandern oft schon vor den Weibchen zu den Laichgewässern und rufen dort unter Wasser oder knapp an der Oberfläche. Die Balzrufe sind leise und erinnern an ein gedämpftes, schnelles Klopfen – sie sind deutlich leiser als die Rufe des Grasfroschs und nur auf kurze Distanz hörbar.
Das Weibchen legt einen einzigen Laichballen mit 450 bis 1.800 Eiern ab, der in der Regel an untergetauchten Pflanzenstängeln oder dünnen Ästen befestigt wird. Dies ist ein Alleinstellungsmerkmal unter den mitteleuropäischen Braunfröschen: Der Laich liegt nicht frei am Gewässergrund oder an der Wasseroberfläche, sondern umschließt manschettenartig einen vertikalen Stängel. Die Gallerthülle quillt nach der Ablage stark auf. Die Embryonalentwicklung dauert je nach Wassertemperatur zwei bis vier Wochen. Die Kaulquappen erreichen eine Gesamtlänge von bis zu 6 cm und durchlaufen die Metamorphose nach etwa zwei bis drei Monaten