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Springmaus

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Tierart – Säugetiere > Nagetiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Dipodidae (Familie); zahlreiche Gattungen und Arten, z. B. Jaculus jaculus (Kleine Ägyptische Springmaus)
  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Familie: Springmäuse (Dipodidae)
  • Lebensraum: Steppen, Halbwüsten, Wüsten und trockene Graslandschaften in Nordafrika, dem Nahen Osten und Zentralasien
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge je nach Art 4–15 cm; Schwanz 7–25 cm
  • Gewicht: 10–120 g, artabhängig
  • Lebenserwartung: 2–6 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis etwa 6 Jahre

Aussehen & Merkmale

Springmäuse besitzen einen gedrungenen, rundlichen Körper mit einem auffällig großen Kopf. Die Augen sind im Verhältnis zur Körpergröße sehr groß, was mit der überwiegend nachtaktiven Lebensweise zusammenhängt und eine gute Lichtausbeute bei Dämmerung und Dunkelheit ermöglicht. Die Ohren variieren je nach Gattung erheblich: Während die Arten der Gattung Euchoreutes (Langohrige Springmaus) extrem verlängerte Ohrmuscheln tragen, sind die Ohren bei Jaculus eher mittelgroß.

Das Fell ist dicht, weich und sandfarben bis gelbbraun, an der Unterseite cremeweiß. Diese Färbung dient als Tarnung im Wüsten- und Steppenhabitat. Ein charakteristisches Merkmal aller Springmäuse sind die stark verlängerten Hinterbeine, die eine bipede, also zweibeinig hüpfende Fortbewegung ermöglichen. Die Hinterfußknochen – insbesondere die Metatarsalia – sind bei vielen Arten teilweise miteinander verwachsen, was den Fuß zu einer stabilen Sprungfeder macht. Die Vorderbeine sind dagegen deutlich kürzer und dienen vor allem dem Greifen von Nahrung und dem Graben. Der lange Schwanz endet bei vielen Arten in einer deutlichen, zweifarbigen Quaste. Er fungiert als Balancierhilfe beim Springen und bei schnellen Richtungswechseln.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Springmäuse erstreckt sich von Nordafrika über die Arabische Halbinsel und den Nahen Osten bis nach Zentralasien, China und die Mongolei. Die Familie Dipodidae umfasst rund 50 Arten in etwa 16 Gattungen, die unterschiedliche ökologische Nischen besetzen. Typische Biotope sind sandige und steinige Wüsten, Halbwüsten, trockene Steppen und lockere Graslandschaften. Einige Arten, etwa die Waldspringmäuse der Unterfamilie Zapodinae, kommen auch in gemäßigten Laub- und Nadelwäldern vor, doch die Mehrheit der Dipodidae ist an aride Habitate gebunden.

Die Fünfzehen-Springmäuse der Gattung Allactaga besiedeln ein besonders breites Areal von Osteuropa bis in die Mongolei. Die Gattung Jaculus hingegen ist stärker an die Sahara und die Wüsten des Nahen Ostens angepasst. In ihrem jeweiligen Verbreitungsgebiet bevorzugen Springmäuse Böden, die das Anlegen von Erdbauten erlauben – fester Sand, Löss oder lehmiger Untergrund.

Ernährung

Die Ernährung der Springmäuse ist omnivor, wobei pflanzliche Kost den Hauptanteil bildet. Je nach Art und saisonalem Angebot fressen sie Samen, Wurzeln, Knollen, Gräser, Kräuter und Blüten. Ergänzend werden Insekten, Larven und andere Wirbellose aufgenommen, die eine wichtige Proteinquelle darstellen. In extrem trockenen Regionen decken Springmäuse ihren Wasserbedarf nahezu vollständig über die Nahrung. Ihre Nieren sind in der Lage, hoch konzentrierten Urin zu produzieren, wodurch der Wasserverlust minimiert wird – eine physiologische Anpassung, die auch von anderen Wüstennagern wie den Rennmäusen (Gerbillinae) bekannt ist.

Verhalten & Lebensweise

Springmäuse sind überwiegend nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie in selbst gegrabenen Erdbauten, die je nach Art aus einfachen Röhren oder verzweigten Gangsystemen mit mehreren Eingängen bestehen. Manche Arten verschließen den Eingang des Baus mit einem Erdpfropfen, um die Feuchtigkeit im Inneren zu halten und Fressfeinde fernzuhalten. In kühlen Nächten oder bei winterlicher Kälte können einige Arten in einen Torpor oder echten Winterschlaf fallen – insbesondere die in gemäßigten Breiten vorkommenden Vertreter.

Die Fortbewegung erfolgt in der Regel bipede: Springmäuse hüpfen auf den verlängerten Hinterbeinen in raschen, unregelmäßigen Sprüngen, was es Prädatoren wie Eulen, Schlangen und Wüstenfüchsen erheblich erschwert, die Tiere zu fangen. Die Sprungweite kann bei manchen Arten das Zehnfache der Kopf-Rumpf-Länge erreichen. Springmäuse leben je nach Art einzelgängerisch oder in lockeren Gruppen. Feste Reviere werden in der Regel nicht verteidigt, doch die Bauten einzelner Individuen liegen oft in ausreichendem Abstand zueinander.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzungszeit richtet sich nach Klima und Nahrungsangebot. In tropischen und subtropischen Regionen können sich Springmäuse mehrmals im Jahr fortpflanzen, in gemäßigten Gebieten fällt die Paarungszeit meist in das Frühjahr nach dem Ende der Winterruhe. Die Tragzeit beträgt je nach Art 25–42 Tage. Ein Wurf umfasst zwei bis sechs Jungtiere, die nackt und blind zur Welt kommen. Die Entwicklung verläuft rasch: Bereits nach zwei bis drei Wochen öffnen die Jungen die Augen, und mit etwa fünf bis acht Wochen werden sie entwöhnt. Die Geschlechtsreife tritt bei den meisten Arten im Alter von zwei bis vier Monaten ein. Die Aufzucht erfolgt ausschließlich durch das Weibchen; die Männchen beteiligen sich nicht an der