Springschwanz
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Collembola
- Taxonomische Stellung: Klasse Collembola (früher Ordnung innerhalb der Insekten, heute als eigenständige Klasse der Hexapoda geführt)
- Wichtige Ordnungen: Entomobryomorpha, Poduromorpha, Symphypleona, Neelipleona
- Bekannte Familien: Entomobryidae, Isotomidae, Sminthuridae, Hypogastruridae
- Lebensraum: Böden, Laubstreu, Humus, Baumrinde, Gewässeroberflächen, Höhlen, Gletscherränder
- Größe: 0,1–10 mm, meist 1–3 mm
- Gewicht: wenige Mikrogramm
- Lebenserwartung: wenige Monate bis etwa 1,5 Jahre je nach Art
Aussehen & Merkmale
Springschwänze sind winzige, meist mit bloßem Auge kaum erkennbare Sechsfüßer (Hexapoda). Ihre Körperlänge liegt in der Regel zwischen einem und drei Millimetern, wobei die kleinsten Arten unter 0,2 mm messen und die größten bis zu zehn Millimeter erreichen. Der Körper ist je nach Ordnung langgestreckt-zylindrisch (etwa bei den Entomobryomorpha und Poduromorpha) oder kugelförmig gedrungen (Symphypleona, die sogenannten Kugelspringer).
Die Körperoberfläche ist nicht von Schuppen, Fell oder Chitin-Panzerplatten im engeren Sinn bedeckt, sondern von einer dünnen Cuticula, die bei vielen Arten mit feinen Haaren, Borsten oder Schuppen besetzt ist. Diese Strukturen können wasserabweisende Eigenschaften besitzen. Die Färbung variiert erheblich: Bodenlebende Arten sind häufig weiß, gelblich oder blass, während oberflächennah lebende Formen blaue, violette, grüne oder gemusterte Färbungen aufweisen. Viele bodenbewohnende Arten sind augenlos oder besitzen nur reduzierte Augenflecken (Ocellen), während epigäisch lebende Formen bis zu acht Einzelaugen pro Kopfseite tragen.
Das namensgebende Merkmal ist die Furca (Sprunggabel), ein gegabeltes Anhängsel an der Unterseite des vierten Abdominalsegments. In Ruhestellung wird die Furca durch eine hakenförmige Haltestruktur, das Retinaculum (auch Tenaculum), unter dem Bauch eingeklinkt. Bei Gefahr schnellt sie nach unten und katapultiert das Tier mehrere Zentimeter weit durch die Luft. Nicht alle Arten besitzen eine funktionsfähige Furca – bei einigen tiefer im Boden lebenden Formen ist sie zurückgebildet.
Am Bauch befindet sich zusätzlich der Ventraltubus (Collophore) am ersten Abdominalsegment, ein schlauchförmiges Organ, das der Wasser- und Ionenaufnahme dient und dem Anheften an glatten Oberflächen. Dieses Organ gab der gesamten Gruppe ihren wissenschaftlichen Namen Collembola (von griechisch „kolla" = Leim und „embolon" = Zapfen).
Lebensraum & Verbreitung
Springschwänze gehören zu den am weitesten verbreiteten landlebenden Arthropoden. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über alle Kontinente, einschließlich der Antarktis, wo Arten wie Cryptopygus antarcticus zu den wenigen dauerhaft an Land lebenden Tieren zählen. Sie besiedeln praktisch jedes terrestrische Habitat: Waldböden, Wiesen, Äcker, Wüsten, Hochgebirge, Küstenzonen, Höhlen und urbane Lebensräume.
Die höchste Dichte erreichen sie in feuchten, humusreichen Böden gemäßigter Wälder. Dort können bis zu 400.000 Individuen pro Quadratmeter vorkommen. Einige Arten leben auf der Oberfläche stehender Gewässer, andere in Baumkronen, in Nestern von Ameisen und Termiten oder in Blattachseln tropischer Pflanzen. Ihr bevorzugtes Biotop ist die obere Bodenschicht mit hoher Feuchtigkeit, da sie über die dünne Cuticula leicht Wasser verlieren.
Ernährung
Die Ernährung der Springschwänze ist vielfältig. Die meisten Arten sind Saprophagen und ernähren sich von zersetztem Pflanzenmaterial, Pilzhyphen, Algen, Bakterienbelägen und organischen Partikeln im Boden. Einige Arten fressen bevorzugt Pilzsporen und Myzel, andere nehmen Pollen, Algen auf Baumrinde oder tierische Reste auf. Wenige Formen gelten als räuberisch und erbeuten Nematoden oder andere Kleinstorganismen.
Durch ihre Fraßtätigkeit an Pilzhyphen und abgestorbenem Pflanzenmaterial tragen Springschwänze erheblich zur Humusbildung und zur Nährstoffmineralisierung bei. Sie beeinflussen zudem die Zusammensetzung der Bodenpilzgemeinschaften, indem sie bestimmte Pilzarten selektiv abweiden.
Verhalten & Lebensweise
Springschwänze sind überwiegend lichtscheu und bevorzugen dunkle, feuchte Mikrohabitate. Viele Arten zeigen eine erhöhte Aktivität in den Morgen- und Abendstunden oder sind nachtaktiv. Sie bilden keine Sozialverbände wie Rudel oder Kolonien im engeren Sinn, treten aber häufig in großen Aggregationen auf, die durch Feuchtigkeitsverhältnisse und Nahrungsangebot bedingt sind. Unter günstigen Bedingungen können Massenansammlungen entstehen, etwa auf Schneefeldern (sogenannte „Schneeflöhe", häufig Arten der Gattung Hypogastrura) oder auf Wasseroberflächen.
Der Sprungmechanismus dient ausschließlich der Flucht vor Fressfeinden. Der Sprung ist unkontrolliert – die Tiere können weder Richtung noch Weite gezielt steuern. Zu den natürlichen Feinden gehören Raubmilben, Pseudoskorpione, Kurzflügelkäfer, Ameisen, Spinnen und verschiedene bodenbewohnende Insektenlarven.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung erfolgt bei den meisten Arten indir