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Sprung

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Jäger- & Weidmannssprache > Jäger- & Weidmannssprache

Definition und Überblick

Der Begriff Sprung gehört zum festen Vokabular der Jäger- und Weidmannssprache und bezeichnet eine Gruppe von Rehen, die sich zeitweise oder dauerhaft zusammengefunden haben. Ähnlich wie man bei Hirschen von einem Rudel spricht, ist der Sprung die korrekte weidmännische Bezeichnung für einen Zusammenschluss mehrerer Rehe. Der Ausdruck leitet sich vermutlich von der charakteristischen Fortbewegungsweise des Rehwildes ab, das bei Beunruhigung mit eleganten, federnden Sätzen flüchtet und dabei regelrecht zu springen scheint.

In der Jägerprüfung und im jagdlichen Alltag wird großer Wert auf die korrekte Verwendung solcher Kollektivbezeichnungen gelegt. Wer in der Weidmannssprache sattelfest ist, spricht daher nie von einer „Herde Rehe" oder einem „Rudel Rehe", sondern stets von einem Sprung Rehe.

Zusammensetzung und Sozialstruktur eines Sprungs

Ein Sprung besteht in der Regel aus einer Ricke (weibliches Reh) mit ihren Kitzen aus dem laufenden und gelegentlich auch aus dem vorangegangenen Jahr. Häufig schließen sich mehrere Ricken mit ihrem Nachwuchs zu einem größeren Sprung zusammen. Die Gruppengröße variiert je nach Jahreszeit, Lebensraum und Nahrungsangebot erheblich:

  • Kleine Sprünge bestehen aus zwei bis vier Stücken, etwa einer Ricke mit ihren ein bis zwei Kitzen.
  • Größere Sprünge können im Winter bis zu zehn oder mehr Stücke umfassen, wenn sich mehrere Familienverbände zusammenfinden.
  • Rehböcke sind im Sprung eher selten anzutreffen. Außerhalb der Blattzeit (Brunft des Rehwildes im Juli und August) leben ältere Böcke überwiegend als Einzelgänger. Jüngere Böcke, sogenannte Jährlinge, werden hingegen manchmal noch im Sprung geduldet.

Das Rehwild ist grundsätzlich kein ausgesprochenes Herdentier wie etwa das Rotwild. Es gilt als Einzelgänger mit sozialen Tendenzen. Die Bildung von Sprüngen ist daher vor allem eine saisonale Erscheinung und dient dem gegenseitigen Schutz sowie der effizienteren Nahrungssuche in den Wintermonaten.

Saisonale Dynamik

Die Zusammensetzung und Größe eines Sprungs unterliegt einem deutlichen jahreszeitlichen Rhythmus. Im Frühjahr und Sommer leben Rehe überwiegend einzeln oder in kleinen Familienverbänden. Die Ricken sondern sich kurz vor dem Setzen (Geburt der Kitze) ab und suchen geschützte Einstände auf. In dieser Phase sind größere Sprünge kaum zu beobachten.

Mit dem Einsetzen des Herbstes beginnen sich die Familienverbände wieder zu vergrößern. Die Kitze sind mittlerweile selbstständiger, und die Rehböcke haben nach der Blattzeit ihr territoriales Verhalten abgelegt. Es bilden sich zunehmend größere Sprünge, die bis in den Spätwinter Bestand haben.

In den Wintermonaten erreichen Sprünge ihre maximale Größe. An günstigen Äsungsflächen, etwa an Winterfütterungen oder auf abgeernteten Feldern mit Wintergrün, lassen sich gelegentlich Ansammlungen von zwanzig und mehr Rehen beobachten. Streng genommen handelt es sich dabei häufig nicht um einen einzigen Sprung, sondern um mehrere Sprünge, die sich am gleichen Nahrungsangebot einfinden und dabei eine lockere Notgemeinschaft bilden.

Abgrenzung zu anderen weidmännischen Gruppenbezeichnungen

Die Jägersprache kennt für nahezu jede Wildart eine eigene Kollektivbezeichnung. Der Sprung ist dabei ausschließlich dem Rehwild (Capreolus capreolus) vorbehalten. Zur Unterscheidung einige gängige Gruppenbezeichnungen aus der Weidmannssprache:

  • Rudel – Bezeichnung für eine Gruppe von Rotwild (Hirsche), Damwild oder Gamswild
  • Rotte – Bezeichnung für eine Gruppe von Schwarzwild (Wildschweine)
  • Kette – Bezeichnung für einen Familienverband bei Rebhühnern
  • Gesperre – Bezeichnung für eine Fasanenhenne mit ihren Küken
  • Volk – gelegentlich für Wildenten verwendet

Diese Begriffe sind nicht austauschbar. Die korrekte Zuordnung gehört zum Grundwissen jedes Jägers und wird in der Jägerprüfung regelmäßig abgefragt.

Bedeutung für Jagdpraxis und Hege

Für den Jäger liefert die Beobachtung von Sprüngen wertvolle Hinweise auf den Zustand des Rehwildbestandes in einem Revier. Anhand der Zusammensetzung eines Sprungs – Verhältnis von Ricken zu Kitzen, Anteil von Jährlingen, allgemeiner Ernährungszustand – lassen sich Rückschlüsse auf die Bestandsdichte, den Zuwachs und die Geschlechterverteilung ziehen.

Bei der Ansitzjagd im Winter, wenn Sprünge an Äsungsflächen oder Fütterungen auftreten, ist besondere Vorsicht geboten. Der erfahrene Weidmann achtet darauf, nicht das führende Stück – also die Leitricke – zu erlegen, da dies die soziale Struktur des gesamten Sprungs empfindlich stören kann. Der Verlust der Leitricke führt häufig dazu, dass sich der Sprung auflöst und insbesondere die Kitze orientierungslos umherziehen, was ihre Überlebenschancen im Winter deutlich mindert.

Auch bei der Erstellung des Abschussplans spielt die Beobachtung von Sprüngen eine Rolle. Werden im Revier regelmäßig große Sprünge gesichtet, kann dies auf eine hohe Bestandsdichte hindeuten, die eventuell eine Anpassung der Abschusszahlen erfordert. Umgekehrt deuten kleine,