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Spulwurm

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Tierart – Wirbellose > Würmer & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ascaris lumbricoides (Mensch), Ascaris suum (Schwein)
  • Stamm: Fadenwürmer (Nematoda)
  • Ordnung: Ascaridida
  • Familie: Spulwürmer (Ascarididae)
  • Gattung: Ascaris
  • Lebensraum: Dünndarm von Säugetieren; Eier und Larven im Erdreich
  • Größe: Weibchen 20–40 cm, Männchen 15–25 cm
  • Gewicht: ca. 2–6 g (adulte Weibchen)
  • Lebenserwartung: 1–2 Jahre im Wirt

Aussehen & Merkmale

Der Spulwurm gehört zu den größten Fadenwürmern (Nematoden), die den Menschen besiedeln. Sein Körper ist langgestreckt, zylindrisch und an beiden Enden leicht zugespitzt. Die äußere Körperwand besteht aus einer glatten, elastischen Kutikula von gelblich-weißer bis rosaroter Färbung. Anders als bei Bandwürmern (Cestoda) ist der Körper nicht segmentiert, sondern durchgehend glatt und rundlich im Querschnitt – daher die Bezeichnung Rundwurm.

Weibchen sind deutlich größer als Männchen. Letztere lassen sich an ihrem hakenförmig nach ventral (bauchseitig) eingerollten Hinterende erkennen. Am Kopfende befinden sich drei charakteristische Lippen, die den Mundbereich umgeben und mit feinen Papillen ausgestattet sind. Diese dienen als Tast- und Chemorezeptoren. Ein After liegt subterminal. Der Spulwurm besitzt weder Kreislauf- noch Atmungsorgane; der Gasaustausch erfolgt über die Körperoberfläche. Unter der Kutikula liegt eine Hypodermis, darunter eine Schicht aus Längsmuskulatur, die dem Tier seine typisch schlängelnde Fortbewegung ermöglicht.

Lebensraum & Verbreitung

Der Spulwurm ist ein obligater Endoparasit. Sein Habitat im engeren Sinne ist der Dünndarm warmblütiger Wirte. Ascaris lumbricoides befällt den Menschen, Ascaris suum das Hausschwein. Ob es sich tatsächlich um zwei getrennte Arten oder um Wirtsrassen einer einzigen Spezies handelt, wird in der Parasitologie kontrovers diskutiert – genetische Analysen zeigen eine sehr enge Verwandtschaft.

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über alle Kontinente. Die höchste Prävalenz besteht in tropischen und subtropischen Regionen mit unzureichender Sanitärinfrastruktur. In feucht-warmen Böden überleben die Eier besonders lange. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation gehen von etwa 800 Millionen bis über eine Milliarde infizierter Menschen weltweit aus, womit die Ascariasis zu den häufigsten Helminthosen überhaupt zählt. In Mitteleuropa ist die Infektion beim Menschen heute selten, beim Schwein in der Nutztierhaltung hingegen nach wie vor verbreitet.

Ernährung

Adulte Spulwürmer ernähren sich vom vorverdauten Nahrungsbrei (Chymus) im Dünndarm ihres Wirts. Sie nehmen die Nährstoffe über ihren einfach gebauten Verdauungstrakt auf, der aus Mundöffnung, Pharynx, Mitteldarm und Enddarm besteht. Gelegentlich lösen die Lippen auch oberflächliche Epithelzellen der Darmschleimhaut ab. Bei massivem Befall kann die Konkurrenz um Nährstoffe beim Wirt zu Mangelerscheinungen führen – insbesondere bei Kindern sind Wachstumsverzögerungen und Vitamindefizite dokumentiert.

Die Larven durchlaufen während ihrer Wanderung durch den Wirtskörper verschiedene Gewebe (Leber, Lunge) und ernähren sich dabei von Gewebeflüssigkeit und Blut.

Verhalten & Lebensweise

Da der Spulwurm ein Endoparasit ist, unterscheidet sich sein Verhalten grundlegend von freilebenden Tieren. Er zeigt keine Territorialität, keine Balz und kein Sozialverhalten im klassischen Sinne. Dennoch reagiert er auf chemische und mechanische Reize. Die Würmer halten sich im Darmlumen gegen die Peristaltik, indem sie sich mit ihrer kräftigen Muskulatur stemmen und ständig in Bewegung bleiben.

Ein typisches Verhaltensmerkmal ist die sogenannte Körperwanderung der Larven: Nach dem Schlüpfen im Darm durchbohren die Larven die Darmwand, gelangen über die Pfortader in die Leber, wandern weiter über das Blut in die Lunge, werden dort hochgehustet, abgeschluckt und erreichen so erneut den Dünndarm, wo sie zu adulten Würmern heranreifen. Dieser Migrationszyklus dauert etwa 10 bis 14 Tage.

Bei Fieber des Wirts oder nach Verabreichung bestimmter Medikamente können Spulwürmer atypisch wandern und in Gallengänge, den Magen oder sogar durch Körperöffnungen nach außen gelangen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Spulwürmer vermehren sich ausschließlich geschlechtlich. Die Geschlechter sind getrennt (Gonochorismus). Nach der Begattung im Dünndarm produziert ein einziges Weibchen täglich bis zu 200.000 Eier. Diese gelangen mit dem Stuhl des Wirts in die Umwelt. Die Eier sind von einer mehrschichtigen, äußerst widerstandsfähigen Schale umgeben, die sie gegen Austrocknung, UV-Strahlung und viele Desinfektionsmittel schützt. Im Erdreich entwickelt sich bei günstigen Bedingungen (25–30 °C, ausreichende Feuchtigkeit) innerhalb von 2 bis 6 Wochen eine infektionsfähige Larve im Ei.

Die Übertragung erfolgt fäkal-oral: Der neue Wirt nimmt die embryonierten Eier über kontaminierte Nahrung, verunreinigtes Wasser oder verschmutzte Hände auf. Im Dünndarm schlüpfen die Larven und beginnen den oben beschriebenen Migrationszyklus. Von der Aufnahme der Eier bis zur Geschlechtsreife der adulten Würmer vergehen etwa 8 bis 12 Wochen. Eine Vermehrung