Stechmücke
STierart – Insekten > Zweiflügler
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Culicidae (Familie)
- Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
- Unterordnung: Mücken (Nematocera)
- Familie: Stechmücken (Culicidae)
- Anzahl der Arten: weltweit ca. 3.600 beschriebene Arten in rund 40 Gattungen
- Lebensraum: Feuchtgebiete, Wälder, Sümpfe, urbane Siedlungsräume – überall dort, wo stehende Gewässer vorhanden sind
- Größe: 3–15 mm (artabhängig)
- Gewicht: ca. 1–2,5 mg
- Lebenserwartung: Weibchen bis zu mehreren Wochen oder Monaten (je nach Art und Überwinterung), Männchen meist nur 10–14 Tage
Aussehen & Merkmale
Stechmücken besitzen den typischen Körperbau der Zweiflügler: einen in Kopf, Thorax und Abdomen gegliederten Körper, ein Paar häutiger Flügel sowie ein Paar Schwingkölbchen (Halteren), die als Gleichgewichtsorgane dienen. Der Kopf trägt große Facettenaugen und lange, vielgliedrige Antennen. Bei Männchen sind diese federartig behaart (plumös) und dienen der akustischen Ortung von Weibchen; bei Weibchen sind sie schlanker und weniger dicht behaart.
Das auffälligste Merkmal der Stechmücken ist der lange, nadelartige Stechrüssel (Proboscis). Er besteht aus mehreren stilettförmigen Mundwerkzeugen – zwei Mandibeln, zwei Maxillen, dem Hypopharynx und dem Labrum –, die von der Unterlippe (Labium) scheidenartig umhüllt werden. Beim Stich gleiten diese Werkzeuge in die Haut des Wirts, während das Labium zurückgebogen wird. Die sechs langen, dünnen Beine sind bei manchen Arten hell geringelt, etwa bei der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus), was zur Artbestimmung herangezogen wird. Die Flügeladerung und die Beschuppung der Flügel und des Körpers sind weitere taxonomische Unterscheidungsmerkmale.
Lebensraum & Verbreitung
Stechmücken kommen auf allen Kontinenten vor, mit Ausnahme der Antarktis. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von tropischen Regenwäldern über gemäßigte Breiten bis in subarktische Regionen. Die Artendichte ist in den Tropen und Subtropen am höchsten. In Mitteleuropa sind rund 50 Arten heimisch, darunter die Gemeine Stechmücke (Culex pipiens), die Ringelmücke (Culiseta annulata) und verschiedene Aedes-Arten.
Das bevorzugte Habitat hängt eng mit dem Vorhandensein stehender oder langsam fließender Gewässer zusammen, da die Larvalentwicklung im Wasser stattfindet. Geeignete Biotope reichen von natürlichen Tümpeln, Überschwemmungsflächen, Mooren und Baumhöhlen bis hin zu künstlichen Wasseransammlungen wie Regentonnen, verstopften Dachrinnen oder Altreifen. Einige Arten wie die Hausmücke (Culex pipiens) haben sich stark an menschliche Siedlungsräume angepasst und brüten in Kellern, Kanalisation und anderen urbanen Strukturen.
Ernährung
Beide Geschlechter ernähren sich von Pflanzensäften, insbesondere von Nektar, der als Energiequelle dient. Nur die Weibchen der meisten Arten benötigen zusätzlich eine Blutmahlzeit, da die darin enthaltenen Proteine und Lipide für die Eireifung (Vitellogenese) notwendig sind. Einige Gattungen, etwa Toxorhynchites, bilden eine Ausnahme: Ihre Weibchen legen Eier ohne vorherige Blutaufnahme (autogene Fortpflanzung).
Beim Stich injiziert das Weibchen Speichel in die Einstichstelle. Dieser Speichel enthält gerinnungshemmende und gefäßerweiternde Substanzen, die das Saugen erleichtern. Die allergische Reaktion des Wirts auf diese Speichelproteine verursacht die typische juckende Quaddel. Die Wirtsfindung erfolgt über eine Kombination aus Kohlendioxid-Detektion, Wahrnehmung von Körperwärme, Milchsäure und anderen Hautausdünstungen. Stechmücken können CO₂-Fahnen über Entfernungen von mehreren Dutzend Metern wahrnehmen.
Verhalten & Lebensweise
Die meisten mitteleuropäischen Stechmückenarten sind dämmerungs- und nachtaktiv, wobei die Aktivitätsmuster artspezifisch variieren. Die Asiatische Tigermücke etwa sticht vorwiegend tagsüber. Männchen bilden häufig Schwärme (Mückentänze), die an markanten Landschaftspunkten wie Baumwipfeln oder über Gewässern auftreten und der Paarung dienen. Das charakteristische Summgeräusch entsteht durch die hohe Flügelschlagfrequenz von 300 bis 600 Schlägen pro Sekunde. Weibchen und Männchen unterscheiden sich in der Tonhöhe ihres Fluggeräuschs – bei der Annäherung synchronisieren Paarungspartner ihre Flügelschlagfrequenz, ein Verhalten, das als akustische Balz gedeutet wird.
In gemäßigten Breiten überwintern je nach Art begattete Weibchen in geschützten Unterschlüpfen wie Kellern, Höhlen oder Baumhöhlen (Imaginaldiapause), oder die Überwinterung erfolgt im Eistadium. Manche Überschwemmungsmücken der Gattung Aedes legen trockenresistente Eier ab, die erst bei der nächsten Überflutung schlüpfen – teilweise nach Jahren.
Fortpflanzung & Aufzucht
Nach der Paarung, die oft im Flug innerhalb der Männchenschwärme stattfindet, legt das Weibchen je nach Art 50 bis 300 Eier ab. Die Eiablage erfolgt artspezifisch: Culex-Weibchen setzen die Eier als schwimmende Eischiffchen auf die Wasseroberfläche,