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Steinhummel

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Tierart – Insekten > Hautflügler

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Bombus lapidarius
  • Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
  • Familie: Echte Bienen (Apidae)
  • Gattung: Hummeln (Bombus)
  • Lebensraum: Offenland, Gärten, Wiesen, Waldränder, Siedlungsgebiete
  • Größe: Königin 20–23 mm, Arbeiterinnen 12–16 mm, Drohnen 14–16 mm
  • Gewicht: Königin ca. 0,6–0,8 g, Arbeiterinnen ca. 0,2–0,4 g
  • Lebenserwartung: Arbeiterinnen wenige Wochen; Königinnen bis zu 12 Monate

Aussehen & Merkmale

Die Steinhummel gehört zu den am leichtesten bestimmbaren Hummelarten Mitteleuropas. Ihr Körper ist überwiegend samtschwarz behaart, die letzten drei bis vier Hinterleibssegmente (Tergite) tragen dagegen eine leuchtend orangerote Behaarung. Dieser auffällige Kontrast zwischen dem schwarzen Pelz und dem roten Hinterleibsende macht die Art selbst für Laien gut erkennbar. Die Behaarung ist relativ kurz und dicht, was der Steinhummel ein kompaktes, gedrungenes Erscheinungsbild verleiht.

Königinnen sind deutlich größer als Arbeiterinnen und weisen eine kräftigere Körperform auf. Die Drohnen ähneln den Arbeiterinnen in der Größe, lassen sich aber an der gelblichen Behaarung auf dem Kopfschild (Clypeus) und am vorderen Brustabschnitt (Thorax) unterscheiden. Zudem fehlt den Drohnen – wie bei allen Hummelarten – der Stachel. Die Flügel sind leicht bräunlich getönt und erreichen eine Spannweite von etwa 30–38 mm bei Königinnen.

Verwechslungsmöglichkeiten bestehen vor allem mit der seltenen Grashummel (Bombus ruderarius), deren rote Hinterleibsbehaarung weniger scharf abgegrenzt ist und die insgesamt kleiner wirkt. Auch die Felsen-Kuckuckshummel (Bombus rupestris), ein Brutparasit der Steinhummel, zeigt ein ähnliches Farbmuster, unterscheidet sich aber durch dunklere Flügel und das Fehlen von Sammelkörbchen (Corbiculae) an den Hinterbeinen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Steinhummel erstreckt sich über weite Teile der Westpaläarktis. Sie kommt von Nordafrika über ganz Europa bis nach Zentralasien vor. In Skandinavien erreicht sie etwa den 64. Breitengrad, in den Alpen besiedelt sie Höhenlagen bis etwa 2.500 Meter. In Mitteleuropa zählt sie zu den häufigsten und am weitesten verbreiteten Hummelarten.

Ihr bevorzugtes Habitat umfasst offene bis halboffene Landschaften: Blumenwiesen, Streuobstwiesen, Ruderalflächen, Gärten, Parks und Waldränder. Die Art profitiert von der menschlichen Siedlungstätigkeit und kommt in urbanen Gebieten teils häufiger vor als in intensiv genutzten Agrarlandschaften. Entscheidend für die Besiedlung eines Biotops ist ein ausreichendes Blütenangebot über die gesamte Vegetationsperiode hinweg sowie das Vorhandensein geeigneter Nistplätze.

Ernährung

Steinhummeln ernähren sich wie alle Hummelarten von Nektar und Pollen. Der Nektar dient als Energielieferant, der proteinreiche Pollen wird vor allem zur Aufzucht der Larven benötigt. Die Art gilt als polylektisch, nutzt also ein breites Spektrum an Blütenpflanzen. Besonders häufig werden Schmetterlingsblütler (Fabaceae) wie Rot-Klee, Wicken und Platterbsen besucht, aber auch Lippenblütler (Lamiaceae), Korbblütler (Asteraceae) und Raublattgewächse (Boraginaceae) stehen auf dem Speiseplan.

Dank ihrer relativ kurzen Zunge (Rüssellänge etwa 10–13 mm) bevorzugt die Steinhummel Blüten mit kurzer Kronröhre. Bei tieferen Blüten wendet sie gelegentlich den sogenannten Nektarraub an: Sie beißt ein Loch in die Basis der Blütenkrone und gelangt so an den Nektar, ohne die Blüte zu bestäuben.

Verhalten & Lebensweise

Die Steinhummel ist tagaktiv und beginnt ihre Flugzeit an warmen Tagen bereits in den frühen Morgenstunden. Die Königinnen erscheinen im Frühjahr, je nach Witterung zwischen März und April, und gehören damit zu den frühesten Hummelarten des Jahres. Sie sind in der Lage, durch Muskelzittern Körpertemperaturen von über 30 °C zu erzeugen – eine Voraussetzung für den Flug bei kühlen Außentemperaturen.

Die Nester werden bevorzugt unterirdisch angelegt, etwa in verlassenen Mäusenestern, unter Steinhaufen, in Trockenmauern oder in Erdhöhlen. Dieser Hang zu steinigen Nistplätzen hat der Art vermutlich ihren deutschen Namen eingebracht. Ein typisches Volk umfasst im Hochsommer 100 bis 300 Individuen – deutlich weniger als ein Honigbienenvolk, aber im Vergleich zu manchen anderen Hummelarten durchaus stattlich.

Steinhummeln zeigen ein ausgeprägtes Verteidigungsverhalten am Nest, stechen aber abseits davon nur selten. Ihr Stich ist schmerzhaft, medizinisch aber in der Regel unbedenklich, sofern keine Allergie vorliegt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Der Jahreszyklus der Steinhummel folgt dem typischen Muster sozialer Hummelarten. Die im Vorjahr begattete Jungkönigin überwintert einzeln im Erdboden und gründet im Frühjahr ein neues Volk. Sie sucht einen geeigneten Nistplatz, legt ein Pollenbrot an und errichtet eine wächserne Zelle, in die sie die ersten Eier ablegt. Die Königin bebrütet das Gelege selbst und versorgt die ersten Larven allein.

Nach etwa vier bis fünf Wochen schlüpfen die ersten Arbeiterinnen. Diese übernehmen zunehmend die Aufgaben der Nahrungssuche, Brutp