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Steinwild

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Jäger- & Weidmannssprache > Jäger- & Weidmannssprache

Definition und Überblick

Der Begriff Steinwild ist ein Sammelbegriff der Jäger- und Weidmannssprache und bezeichnet die in Gebirgsregionen lebenden Wildziegen der Gattung Capra. Im deutschsprachigen Raum bezieht sich der Ausdruck in erster Linie auf den Alpensteinbock (Capra ibex), schließt aber im weiteren Sinne auch andere Steinbockarten wie den Iberischen Steinbock (Capra pyrenaica) oder den Sibirischen Steinbock (Capra sibirica) ein. In der jagdlichen Praxis Österreichs, der Schweiz und Südtirols spielt Steinwild bis heute eine bedeutende Rolle, wenngleich die Bejagung strengen Regulierungen unterliegt.

Steinwild gilt als Charakterwild des Hochgebirges und bewohnt steile, felsige Lagen oberhalb der Baumgrenze. Die Tiere sind hervorragend an das Leben in extremen Höhenlagen angepasst und besiedeln Lebensräume zwischen etwa 1.600 und 3.500 Metern Seehöhe.

Weidmännische Bezeichnungen

Die Jägersprache kennt für das Steinwild eine Reihe spezifischer Begriffe, die sich teils deutlich von der allgemeinen Umgangssprache unterscheiden:

  • Steinbock: Das männliche Tier, auch als Bock bezeichnet. Ältere, kapitale Böcke werden gelegentlich als Großbock angesprochen.
  • Steingeiß: Das weibliche Tier. Im Plural spricht man von Steingeißen.
  • Kitz: Das Jungtier im ersten Lebensjahr, unabhängig vom Geschlecht.
  • Jährling: Ein Tier im zweiten Lebensjahr.
  • Rudel: Eine Gruppe von Steinwild. Böcke bilden eigene Bockrudel, während Geißen mit ihren Kitzen in Geißrudeln zusammenleben.
  • Gehörn: Die mächtigen, nach hinten gebogenen Hörner des Steinbocks, die als Krucken bezeichnet werden. Die Querwülste auf den Krucken heißen Knoten oder Schmuckleisten.
  • Brunft: Die Paarungszeit, die beim Steinwild in den Dezember und Januar fällt.
  • Setzen: Der Geburtsvorgang; die Steingeiß setzt ihr Kitz in der Regel im Juni.
  • Einstand: Der bevorzugte Aufenthaltsort des Steinwilds in den Felsen.

Körperbau und Erkennungsmerkmale

Der Alpensteinbock erreicht eine Schulterhöhe von 75 bis 90 Zentimetern und ein Gewicht von 80 bis 120 Kilogramm beim Bock. Steingeißen sind deutlich leichter und wiegen zwischen 40 und 60 Kilogramm. Das auffälligste Merkmal sind die Krucken des Bockes, die eine Länge von bis zu einem Meter erreichen können und im Querschnitt eine dreieckige bis viereckige Form aufweisen. Die Steingeiß trägt ebenfalls Hörner, die jedoch wesentlich kürzer und schlanker ausfallen – sie messen selten mehr als 30 Zentimeter.

Die Decke (das Fell in der Jägersprache) wechselt saisonal: Im Sommer zeigt sie ein helles Graubraun, im Winter wird sie deutlich dunkler und dichter. Der gedrungene, muskulöse Körperbau und die breiten, harten Schalen (Hufe) ermöglichen dem Steinwild eine außergewöhnliche Kletterfähigkeit in steilstem Gelände.

Lebensraum und Lebensweise

Steinwild ist an das Leben im alpinen und subalpinen Bereich gebunden. Die Tiere bevorzugen südexponierte, steile Felswände und Gratlagen, wo sie Schutz vor Raubwild finden und im Winter von der Sonneneinstrahlung profitieren. Die Äsung (Nahrung) besteht aus Gräsern, Kräutern, Flechten und im Winter auch aus Zwergsträuchern und Moosen.

Die Geschlechter leben den größten Teil des Jahres getrennt. Bockrudel halten sich in höheren Lagen auf, während Geißrudel mit den Kitzen tiefer gelegene, nahrungsreichere Bereiche nutzen. Erst zur Brunft im Hochwinter suchen die Böcke die Geißrudel auf. Die Rangordnung unter den Böcken wird durch Kommentkämpfe geklärt, bei denen sich die Kontrahenten auf die Hinterläufe stellen und mit den Krucken aufeinanderprallen.

Nach einer Tragzeit von rund 165 Tagen setzt die Steingeiß meist ein einzelnes Kitz, selten Zwillinge. Das Kitz ist ein Nestflüchter und folgt der Geiß bereits nach wenigen Stunden über die Felsen.

Jagdgeschichte und Wiederansiedlung

Die Geschichte des Steinwilds in den Alpen ist eng mit der Geschichte seiner Beinahe-Ausrottung verbunden. Durch unkontrollierte Bejagung, unter anderem wegen des Aberglaubens an die Heilkraft von Steinbock-Bezoaren und Herzknöchelchen, war der Alpensteinbock bis Anfang des 19. Jahrhunderts in weiten Teilen seines ursprünglichen Verbreitungsgebiets verschwunden. Lediglich im Gran-Paradiso-Massiv in den italienischen Westalpen überlebte eine Restpopulation von wenigen hundert Tieren, die unter den Schutz des Hauses Savoyen gestellt wurde.

Ab dem frühen 20. Jahrhundert begannen systematische Wiederansiedlungsprojekte in der Schweiz, Österreich, Deutschland, Frankreich und Slowenien. Heute leben in den Alpen wieder schätzungsweise 50.000 bis 55.000 Stück Steinwild. Diese Bestandserholung zählt zu den erfolgreichsten Artenschutzprojekten Europas.

Jagdliche Bedeutung und Regulierung

Die Bejagung von Steinwild ist in allen Alpenländern streng reglementiert. In Österreich und der Schweiz werden jährlich Abschusspläne erstellt, die sich an den Ergebnissen von Wildstandszählungen und der Al