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Stinktier

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Tierart – Säugetiere > Raubtiere – Marder

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Familie Mephitidae
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Familie: Skunks (Mephitidae)
  • Gattungen: u. a. Streifenskunks (Mephitis), Fleckenskunks (Spilogale), Weißrüsselskunks (Conepatus), Stinkdachse (Mydaus)
  • Lebensraum: Wälder, Grasland, Halbwüsten, Vorstadtgebiete – von Kanada bis Südamerika sowie Südostasien
  • Größe: 30–75 cm Kopf-Rumpf-Länge je nach Art, Schwanzlänge 12–40 cm
  • Gewicht: 0,5–5,5 kg
  • Lebenserwartung: 3–7 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis 12 Jahre

Aussehen & Merkmale

Stinktiere – international als Skunks bezeichnet – sind kleine bis mittelgroße Säugetiere mit einem gedrungenen, kräftigen Körperbau. Ihr Fell ist dicht, lang und in der Regel schwarz mit auffälligen weißen Streifen oder Flecken. Diese kontrastreiche Zeichnung variiert je nach Art: Beim Streifenskunk (Mephitis mephitis) verlaufen zwei breite weiße Streifen vom Kopf über den Rücken, beim Fleckenskunk (Spilogale putorius) zeigt sich ein komplexeres Muster aus Flecken und unterbrochenen Streifen. Die schwarz-weiße Färbung dient als Warnfärbung (Aposematismus) und signalisiert potenziellen Fressfeinden die chemische Wehrhaftigkeit der Tiere.

Der Kopf ist klein und kegelförmig mit einer spitzen Schnauze. Die Ohren sind kurz und abgerundet. Die Beine sind relativ kurz und enden in kräftigen Pfoten mit langen, nicht einziehbaren Krallen, die gut zum Graben geeignet sind. Der buschige Schwanz wird bei Erregung oder Bedrohung aufgestellt und dient als zusätzliches Warnsignal.

Das namensgebende Merkmal aller Stinktiere sind die paarig angelegten Analdrüsen, die ein übelriechendes Sekret – ein Gemisch aus schwefelhaltigen Thiolen – produzieren. Die Tiere können dieses Sekret bis zu fünf Meter weit gezielt versprühen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Stinktiere erstreckt sich über weite Teile des amerikanischen Kontinents. Der Streifenskunk besiedelt ein Habitat von Südkanada bis Nordmexiko, Fleckenskunks kommen von den südlichen USA bis nach Mittelamerika vor, und Weißrüsselskunks bewohnen Gebiete von den südwestlichen USA bis nach Südamerika. Eine biogeographische Besonderheit stellen die Stinkdachse (Mydaus) dar, die auf den Inseln Sumatra, Borneo, Java und den Philippinen leben und die einzigen Vertreter der Familie in der Alten Welt sind.

Stinktiere besiedeln ein breites Spektrum an Biotopen: offenes Grasland, lichte Wälder, buschbestandene Halbwüsten, felsige Gebirgslagen und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Mehrere Arten zeigen eine ausgeprägte Anpassungsfähigkeit an menschliche Siedlungsräume und nutzen Vorstadtgärten, Parks und Scheunen als Lebensraum. Entscheidend für die Habitatwahl sind die Verfügbarkeit von Unterschlupfmöglichkeiten – etwa verlassene Erdbaue anderer Tiere, Felsspalten oder Hohlräume unter Gebäuden – sowie ein ausreichendes Nahrungsangebot.

Ernährung

Stinktiere sind Allesfresser (Omnivoren) mit einem opportunistischen Nahrungsspektrum. Den Hauptbestandteil ihrer Nahrung bilden Insekten und deren Larven, insbesondere Käfer, Heuschrecken und Engerlinge, die sie mit ihren kräftigen Krallen aus dem Erdreich scharren. Ergänzt wird der Speiseplan durch kleine Wirbeltiere wie Mäuse, Eidechsen und Frösche, durch Vogeleier, Aas sowie pflanzliche Kost wie Beeren, Wurzeln, Nüsse und Früchte. In der Nähe menschlicher Siedlungen durchsuchen Skunks regelmäßig Abfallbehälter. Die saisonale Zusammensetzung der Nahrung schwankt erheblich: Im Frühjahr und Sommer überwiegt tierische Kost, im Herbst nehmen pflanzliche Bestandteile zu, um Fettreserven für den Winter aufzubauen.

Verhalten & Lebensweise

Stinktiere sind überwiegend nachtaktiv und dämmerungsaktiv. Tagsüber ruhen sie in ihren unterirdischen Bauen, die sie entweder selbst graben oder von anderen Tieren wie Murmeltieren übernehmen. Die meisten Arten leben als Einzelgänger und beanspruchen kein fest abgegrenztes Revier, sondern durchstreifen überlappende Streifgebiete. Streifenskunks können in kalten Wintern eine Winterruhe halten, bei der die Körpertemperatur leicht absinkt – ein echter Winterschlaf liegt jedoch nicht vor. In dieser Phase teilen sich mitunter mehrere Weibchen einen Bau, um Körperwärme zu sparen.

Ihr Verteidigungsverhalten folgt einer gestuften Eskalation: Zunächst stampft das Tier mit den Vorderpfoten, richtet den Schwanz auf und dreht dem Angreifer das Hinterteil zu. Fleckenskunks vollführen dabei sogar einen Handstand auf den Vorderpfoten. Erst wenn diese Warnungen ignoriert werden, erfolgt das gezielte Versprühen des Analsekrets. Die Kapazität der Drüsen reicht für etwa fünf bis sechs Sprühstöße, danach benötigen die Drüsen mehrere Tage zur Regeneration – das Versprühen ist also eine wohl dosierte letzte Maßnahme.

Die Fortbewegung der Stinktiere ist gemächlich und plantigrad (auf den Fußsohlen laufend). Ihre Hauptfeinde sind Greifvögel, insbesondere der Virginia-Uhu, der über einen kaum ausgebildeten Geruchssinn verfügt und daher von dem Sekret wenig beeinträchtigt wird.

Fortpflanzung & Aufzucht