Streifenhörnchen
STierart – Säugetiere > Nagetiere
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Tamias (Gattung), bekannteste Art: Östliches Streifenhörnchen (Tamias striatus)
- Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
- Familie: Hörnchen (Sciuridae)
- Unterfamilie: Erdhörnchen (Xerinae)
- Tribus: Streifenbackenhörnchen (Marmotini)
- Anzahl der Arten: 25 anerkannte Arten
- Lebensraum: Laub- und Mischwälder, Waldränder, felsige Hänge, Parks und Gärten
- Größe: Kopf-Rumpf-Länge 12–17 cm, Schwanzlänge 8–13 cm
- Gewicht: 30–120 g je nach Art
- Lebenserwartung: 2–5 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 8 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Streifenhörnchen sind kleine, schlanke Nagetiere mit einem unverwechselbaren Fellmuster. Ihr Rückenfell zeigt fünf dunkle und vier helle Längsstreifen, die vom Nacken bis zum Schwanzansatz verlaufen. Dieses Streifenmuster dient der Tarnung im lichtdurchfluteten Unterholz, wo abwechselnd Licht und Schatten auf den Waldboden fallen. Die Grundfärbung des Fells variiert je nach Art von rötlichbraun über graubraun bis zu gelbbraun. Die Bauchseite ist stets heller, meist weißlich bis cremfarben.
Der buschige, leicht abgeflachte Schwanz erreicht etwa zwei Drittel der Körperlänge und dient beim Klettern als Balancierhilfe. Die großen, dunklen Augen sitzen seitlich am Kopf und ermöglichen ein weites Gesichtsfeld – ein typisches Merkmal von Beutetieren, das eine frühzeitige Feindwahrnehmung erleichtert. Besonders auffällig sind die geräumigen Backentaschen, in denen die Tiere Nahrung transportieren können. Diese dehnbaren Wangentaschen fassen ein erstaunliches Volumen und können bis auf die dreifache Kopfbreite anschwellen.
Die Vorderpfoten besitzen vier Zehen mit einer rudimentären Daumenkralle, die Hinterpfoten fünf Zehen. Die scharfen, gebogenen Krallen eignen sich sowohl zum Graben als auch zum Klettern auf Bäume, obwohl Streifenhörnchen überwiegend bodenbewohnend leben.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Streifenhörnchen erstreckt sich über weite Teile Nordamerikas und Nordasiens. 24 der 25 Arten sind auf dem nordamerikanischen Kontinent heimisch, wo sie von Kanada bis Mexiko in verschiedensten Habitaten vorkommen. Die einzige außeramerikanische Art ist das Asiatische Streifenhörnchen (Tamias sibiricus), auch Burunduk genannt, dessen Verbreitungsgebiet sich von Nordeuropa über Sibirien bis nach Korea, Japan und Nordchina erstreckt.
Als bevorzugtes Biotop dienen lichte Laub- und Mischwälder mit dichtem Unterholz, Waldränder, Geröllhalden und buschbestandene Flächen. Entscheidend ist das Vorhandensein von Deckung und geeignetem Boden zum Anlegen von Erdbauen. Einige Arten, etwa das Kleine Streifenhörnchen (Tamias minimus), besiedeln auch alpine Lebensräume bis über 3.000 Meter Höhe. In Nordamerika haben sich mehrere Arten an menschliche Siedlungsräume angepasst und kommen regelmäßig in Vorstadtgärten und Parks vor.
In Europa wurde der Burunduk als Heimtier eingeführt und hat sich nach Freisetzungen in einigen Regionen, etwa in Teilen Italiens, Frankreichs und der Niederlande, als Neozoon etabliert. Diese verwilderten Populationen werden ökologisch kritisch bewertet, da sie mit einheimischen Arten um Ressourcen konkurrieren und als Reservoir für Zecken und deren Krankheitserreger dienen können.
Ernährung
Streifenhörnchen sind Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. Ihre Nahrung setzt sich hauptsächlich aus Samen, Nüssen, Eicheln, Beeren, Pilzen, Knospen und Wurzeln zusammen. Ergänzt wird der Speiseplan durch tierisches Eiweiß in Form von Insekten, Schnecken, kleinen Fröschen, Vogeleiern und gelegentlich Jungvögeln. Diese opportunistische Ernährungsweise sichert eine flexible Anpassung an saisonale Nahrungsverfügbarkeit.
Im Spätsommer und Herbst sammeln die Tiere intensiv Vorräte für den Winter. Mit voll beladenen Backentaschen tragen sie Samen und Nüsse in ihre unterirdischen Vorratskammern. Ein einzelnes Tier kann dabei mehrere Kilogramm Nahrung horten, verteilt auf verschiedene Depots innerhalb seines Bausystems. Diese Strategie unterscheidet sie von echten Winterschläfern wie dem Murmeltier, das seinen Energiebedarf ausschließlich aus Fettreserven deckt.
Verhalten & Lebensweise
Streifenhörnchen sind tagaktive Einzelgänger. Jedes Tier beansprucht ein eigenes Revier, das je nach Art und Nahrungsangebot zwischen 0,04 und 1,2 Hektar umfasst. Die Reviere werden durch Lautäußerungen und Duftmarken abgegrenzt, Überschneidungen werden toleriert, direkte Begegnungen aber häufig mit lautstarkem Drohen und Verfolgungsjagden beantwortet.
Ihr Bausystem besteht aus einem unterirdischen Gangsystem mit mehreren Kammern, die als Schlafplatz, Vorratslager und Latrine getrennt genutzt werden. Die Eingänge sind meist gut getarnt unter Wurzeln, Steinen oder Totholz. Die Gänge können mehrere Meter lang sein und bis zu einem Meter tief unter der Erdoberfläche verlaufen.
Im Winter halten Streifenhörnchen eine Winterruhe, die je nach geographischer Breite und Art von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten dauern kann. Anders als beim echten Winterschlaf sinkt die Körpertemperatur nicht auf nahezu Umgebungstemperatur ab. Die Tiere wachen regelm