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Streifenwanze

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Tierart – Insekten > Wanzen, Zikaden & Läuse

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Graphosoma italicum (vormals Graphosoma lineatum)
  • Ordnung: Wanzen (Heteroptera) bzw. Schnabelkerfe (Hemiptera)
  • Familie: Baumwanzen (Pentatomidae)
  • Unterfamilie: Podopinae
  • Gattung: Graphosoma
  • Lebensraum: Trockenwarme Wiesen, Wegränder, Brachflächen, Gärten – bevorzugt an Doldenblütlern
  • Größe: 8–12 mm Körperlänge
  • Gewicht: circa 50–100 mg
  • Lebenserwartung: etwa 12–14 Monate (eine Generation pro Jahr)

Aussehen & Merkmale

Die Streifenwanze gehört zu den auffälligsten einheimischen Wanzenarten. Ihr Halsschild (Pronotum) und das Schildchen (Scutellum) tragen jeweils sechs schwarze Längsstreifen auf rotem bis orangerotem Grund. Diese kontrastreiche Zeichnung hat der Art sowohl ihren deutschen Namen als auch den volkstümlichen Beinamen „Pyjamawanze" eingebracht. Die Unterseite des Körpers ist überwiegend rot mit mehreren schwarzen Punktreihen.

Wie bei allen Baumwanzen ist der Körper von oben betrachtet breit-oval und dorsoventral abgeflacht. Die Fühler bestehen aus fünf Gliedern und sind schwarz gefärbt. Die Hemielytren – die für Wanzen typischen halbhäutigen Vorderflügel – sind bei der Streifenwanze größtenteils vom vergrößerten Schildchen überdeckt, das bis zum Hinterleibsende reicht. Die Hinterflügel sind häutig und werden nur beim Flug entfaltet.

Die auffällige Rot-Schwarz-Färbung dient als Warnfärbung (Aposematismus). Die Streifenwanze verfügt wie andere Pentatomidae über Stinkdrüsen an der Hinterbrust (Metathorax), deren Sekret einen stechend-unangenehmen Geruch verströmt und Fressfeinde abschreckt. Bei Nymphen befinden sich die Drüsenöffnungen auf der Oberseite des Hinterleibs.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Streifenwanze erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis. Sie kommt von Südeuropa über Mitteleuropa bis nach Zentralasien vor. In Deutschland war die Art lange Zeit vor allem in den wärmebegünstigten Regionen des Südens und Südwestens verbreitet. Durch die klimatische Erwärmung der letzten Jahrzehnte hat sie ihr Areal deutlich nach Norden ausgedehnt und ist inzwischen in nahezu allen Bundesländern regelmäßig anzutreffen.

Als Habitat bevorzugt die Streifenwanze trockenwarme, offene bis halboffene Biotope: Magerrasen, Trockenwiesen, sonnige Wegränder, Ruderalflächen und Gärten. Entscheidend für das Vorkommen ist das Vorhandensein von Doldenblütlern (Apiaceae), an deren Blütenständen sich die Tiere aufhalten und ernähren. In höheren Lagen und in ausgesprochen feuchten oder schattigen Biotopen fehlt die Art weitgehend.

Ernährung

Die Streifenwanze ernährt sich phytophag, also rein pflanzlich. Mit ihrem Stechrüssel (Rostrum) sticht sie in die reifenden Samen und Früchte verschiedener Doldenblütler und saugt deren Inhalt aus. Zu den bevorzugten Nahrungspflanzen zählen Wilde Möhre (Daucus carota), Bärenklau (Heracleum sphondylium), Kerbel (Anthriscus), Fenchel (Foeniculum vulgare), Dill (Anethum graveolens), Pastinak (Pastinaca sativa) sowie Haarstrang-Arten (Peucedanum).

Die Nahrungsaufnahme erfolgt extraintestinal: Durch den Stechrüssel werden Speichelsekrete mit Verdauungsenzymen in das Pflanzengewebe abgegeben, die das Innere der Samen vorverdauen. Anschließend wird die verflüssigte Nahrung aufgesaugt. In Gärten und auf landwirtschaftlichen Flächen kann die Streifenwanze gelegentlich an kultivierten Doldenblütlern wie Möhren, Petersilie oder Dill saugen. Wirtschaftlich relevante Schäden treten dabei in Mitteleuropa jedoch praktisch nicht auf.

Verhalten & Lebensweise

Die Streifenwanze ist tagaktiv und ausgesprochen wärmeliebend (thermophil). An sonnigen Tagen sitzt sie oft gut sichtbar auf den Dolden ihrer Nahrungspflanzen, wobei nicht selten mehrere Individuen dicht beieinander zu finden sind. Diese Aggregationen können Dutzende Tiere umfassen und werden vermutlich sowohl durch die gemeinsame Nahrungsquelle als auch durch Aggregationspheromone begünstigt.

Bei Bedrohung verlässt sich die Streifenwanze primär auf ihre Warnfärbung. Wird sie dennoch bedrängt, entleert sie ihre Stinkdrüsen und setzt ein Sekret frei, das unter anderem Aldehyde und Alkene enthält. Dieses Verhalten ist bei der gesamten Familie der Baumwanzen verbreitet und hat zur umgangssprachlichen Bezeichnung „Stinkwanzen" geführt. Flugaktivität zeigt die Streifenwanze eher selten; sie bewegt sich bevorzugt kletternd und laufend auf ihren Nahrungspflanzen fort.

Die Überwinterung erfolgt als adultes Tier (Imago) in der Bodenstreu, unter Laub, Rinde oder in anderen geschützten Verstecken. Die Tiere fallen dabei in eine Kältestarre (Dormanz) und werden erst im späten Frühjahr wieder aktiv, wenn die Temperaturen dauerhaft über etwa 10–15 °C steigen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Streifenwanze bildet eine Generation pro Jahr (univoltin). Nach der Überwinterung beginnt die Paarungszeit im Mai und kann bis in den Juli andauern. Kopulierende Paare sitzen häufig in entgegengesetzter Richtung aneinander und verharren in dieser Position über Stunden, mitunter sogar Tage. Dieses Verhalten dient vermutlich der Sicherung der Vaterschaft, indem nachfolgende Paarungen anderer Männchen verhindert werden.

Das Weibchen l