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Stummelfußkröte

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Tierart – Amphibien > Froschlurche – Kröten

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Atelopus (Gattung); zahlreiche Arten, z. B. Atelopus zeteki (Panamaische Stummelfußkröte)
  • Ordnung: Froschlurche (Anura)
  • Familie: Kröten (Bufonidae)
  • Gattung: Atelopus
  • Lebensraum: Tropische Bergwälder, Nebelwälder, Bachläufe in Mittel- und Südamerika
  • Größe: 2,5–6 cm Kopf-Rumpf-Länge, je nach Art
  • Gewicht: 2–15 g
  • Lebenserwartung: In freier Wildbahn vermutlich 5–10 Jahre; in Gefangenschaft teils über 12 Jahre

Aussehen & Merkmale

Stummelfußkröten sind kleine, zierlich gebaute Froschlurche mit einer auffallend schlanken Körperform, die sie von den meisten anderen Vertretern der Familie Bufonidae unterscheidet. Der deutsche Name leitet sich von den stark reduzierten Zehen ab: Die Hinterfüße besitzen verkürzte, stummelartige Zehen ohne ausgeprägte Schwimmhäute. Die Vordergliedmaßen sind ebenfalls kurz und dünn. Die Haut ist glatt bis leicht körnig und trägt – anders als bei vielen Kröten – keine großen Ohrdrüsen (Parotiden).

Die Färbung variiert je nach Art erheblich. Viele Stummelfußkröten zeigen leuchtend gelbe, orangefarbene, rote oder grüne Muster auf dunklem Grund. Diese Warnfärbung (Aposematismus) signalisiert potenziellen Fressfeinden die Giftigkeit der Haut. Die Bauchseite ist häufig kontrastreich gefärbt. Atelopus zeteki etwa fällt durch intensives Goldgelb mit schwarzen Flecken auf, während Atelopus varius (Harlekin-Stummelfußkröte) ein unregelmäßiges schwarz-grünes oder schwarz-gelbes Muster trägt.

Männchen sind in der Regel kleiner und schlanker als Weibchen. Die Schnauze ist bei vielen Arten leicht zugespitzt. Ein Trommelfell ist äußerlich nicht sichtbar, was auf ein eingeschränktes Hörvermögen hindeutet.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gattung Atelopus erstreckt sich von Costa Rica über Panama bis in das tropische Südamerika, mit Schwerpunkten in den Anden Kolumbiens, Ecuadors, Perus und Venezuelas. Einzelne Arten kommen auch im Tiefland des Amazonasbeckens und in den Guyanas vor.

Stummelfußkröten besiedeln vorwiegend feuchte Habitate in montanen Regenwäldern und Nebelwäldern, typischerweise in Höhenlagen zwischen 500 und 3.500 Metern. Ihr bevorzugtes Biotop sind kühle, sauerstoffreiche Gebirgsbäche und deren unmittelbare Umgebung. Manche Arten halten sich fast ausschließlich auf bemoosten Felsen und feuchter Ufervegetation auf. Die enge Bindung an fließende Gewässer unterscheidet sie von vielen anderen Krötenarten, die stehende Gewässer zur Fortpflanzung nutzen.

Ernährung

Die Nahrung der Stummelfußkröten besteht überwiegend aus kleinen Wirbellosen. Ameisen und Milben machen bei mehreren untersuchten Arten den Hauptteil der Beute aus. Daneben werden Springschwänze, kleine Käfer, Fliegen und andere bodenlebende Arthropoden gefressen. Die Nahrungsaufnahme erfolgt durch schnelles Zuschnappen mit der Zunge. Da die Tiere vorwiegend tagaktiv sind, jagen sie bei Tageslicht entlang von Bachufern und auf der feuchten Laubstreu des Waldbodens.

Es wird vermutet, dass die Aufnahme bestimmter Beutetiere – insbesondere giftiger Ameisen und Milben – zur Anreicherung von Hautgiften beiträgt, ähnlich wie dies bei Pfeilgiftfröschen (Dendrobatidae) nachgewiesen wurde.

Verhalten & Lebensweise

Im Gegensatz zu vielen anderen Krötenarten sind Stummelfußkröten überwiegend tagaktiv. Sie bewegen sich langsam und bedächtig über feuchte Felsen und Vegetation, wobei sie eher laufen als springen – ein Verhalten, das mit den verkürzten Hintergliedmaßen zusammenhängt. Ihre auffällige Warnfärbung erlaubt ihnen, auf Tarnung weitgehend zu verzichten.

Männchen zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten während der Balzzeit. Sie besetzen Sitzwarten an Bachufern und verteidigen diese gegen Rivalen. Da kein äußeres Trommelfell vorhanden ist und viele Arten keine lauten Rufe erzeugen, spielt die akustische Kommunikation eine geringere Rolle als bei anderen Froschlurchen. Stattdessen scheinen visuelle Signale – etwa das Heben und Senken der Gliedmaßen – bei der innerartlichen Kommunikation von Bedeutung zu sein.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung ist an fließende Gewässer gebunden. Während der Balz klammert sich das Männchen auf dem Rücken des Weibchens fest (Amplexus). Dieser Amplexus kann bei einigen Arten über mehrere Tage oder sogar Wochen andauern, bevor die Eiablage erfolgt.

Die Weibchen legen ihre Eier in Form kurzer Laichschnüre an Steinen oder Wurzeln in Bächen ab. Die Larven (Kaulquappen) entwickeln sich im fließenden Wasser und besitzen spezielle Mundwerkzeuge, mit denen sie sich an Steinen im Strömungsbereich festsaugen und Algenbeläge abweiden. Die Metamorphose dauert je nach Wassertemperatur und Art mehrere Wochen bis Monate. Nach der Umwandlung verlassen die Jungkröten das Gewässer und besiedeln die ufernahe Umgebung.

Bedrohung & Schutzstatus

Die Gattung Atelopus gehört zu den am stärksten bedrohten Amphibiengruppen weltweit. Von den über 90 beschriebenen Arten gelten nach Einschätzung der I