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Stummelschwanzhörnchen

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Tierart – Säugetiere > Nagetiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Zetamys (Gattung) / Familie Anomaluridae – je nach Quelle auch als eigene Unterfamilie Zenkerellinae geführt; bekannteste Art: Zenkerella insignis (Kamerun-Stummelschwanzhörnchen)
  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Unterordnung: Anomaluromorpha
  • Familie: Dornschwanzhörnchen (Anomaluridae)
  • Gattung: Zenkerella
  • Lebensraum: Tropische Regenwälder Zentral- und Westafrikas
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge ca. 17–23 cm, Schwanzlänge ca. 6–9 cm
  • Gewicht: ca. 150–250 g
  • Lebenserwartung: In freier Wildbahn unbekannt; geschätzt auf 4–8 Jahre

Aussehen & Merkmale

Stummelschwanzhörnchen erinnern auf den ersten Blick an kleine Eichhörnchen, gehören taxonomisch jedoch nicht zu den Sciuridae, sondern zur Familie der Dornschwanzhörnchen (Anomaluridae). Ihr auffälligstes Merkmal ist der namensgebende kurze, stummelartige Schwanz, der im Vergleich zur Kopf-Rumpf-Länge deutlich verkürzt ist. Anders als bei den übrigen Vertretern der Anomaluridae fehlt den Stummelschwanzhörnchen der Gattung Zenkerella die Gleitmembran (Patagium), die ihren Verwandten, den Gleitbilchen, das Gleitfliegen ermöglicht.

Das Fell ist dicht und weich, oberseits graubraun bis olivbraun gefärbt, an der Unterseite heller – meist cremefarben oder weißlich. Die Augen sind verhältnismäßig groß, was auf eine überwiegend nachtaktive oder dämmerungsaktive Lebensweise hindeutet. Die Ohren sind gerundet und von mittlerer Größe. An der Unterseite des Schwanzes befinden sich bei vielen Anomaluridae-Arten spezialisierte, stachelartige Hornschuppen, die beim Klettern als Widerhaken dienen. Bei Zenkerella insignis sind diese Strukturen nur rudimentär ausgebildet.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Stummelschwanzhörnchen beschränkt sich auf die tropischen Regenwälder Zentral- und Westafrikas. Zenkerella insignis, die einzige rezente Art der Gattung, kommt in Kamerun, Äquatorialguinea (insbesondere auf der Insel Bioko), Gabun und möglicherweise in der Republik Kongo vor. Ihr Habitat sind dichte, immergrüne Tieflandregenwälder in Höhenlagen von Meereshöhe bis etwa 1.000 Metern.

Die Art bewohnt vorwiegend das geschlossene Kronendach und die mittleren Baumschichten des Primärwaldes. Sekundärwälder und stark degradierte Waldgebiete werden offenbar gemieden, was die Art an intakte Waldökosysteme bindet. Da die Tiere extrem selten gesichtet werden und die meisten Nachweise auf toten Exemplaren oder Fängen durch lokale Jäger beruhen, ist die genaue Ausdehnung des Verbreitungsgebiets nur unzureichend bekannt.

Ernährung

Über die Ernährung der Stummelschwanzhörnchen liegen nur wenige gesicherte Daten vor. Magenanalysen und Beobachtungen deuten auf eine überwiegend pflanzliche Kost hin. Die Tiere fressen Samen, Früchte, Blüten und wahrscheinlich auch Baumrinde. Eine Isotopenanalyse an Museumsexemplaren aus dem Jahr 2017 ergab, dass sich Zenkerella insignis vorwiegend von Samen und ölhaltigen Früchten tropischer Baumarten ernährt. Ob daneben auch Insekten oder andere tierische Nahrung aufgenommen werden, ist nicht abschließend geklärt, gilt aber als wahrscheinlich, da viele verwandte Nagetiere gelegentlich Insekten als Proteinquelle nutzen.

Verhalten & Lebensweise

Stummelschwanzhörnchen gehören zu den am wenigsten erforschten Säugetieren Afrikas. Bis 2017 war kein einziges lebendes Exemplar wissenschaftlich dokumentiert worden. Nahezu alles, was über ihr Verhalten bekannt ist, beruht auf indirekten Hinweisen.

Die Tiere sind nach derzeitigem Kenntnisstand nachtaktiv und streng arboricol – sie verbringen ihr gesamtes Leben in den Bäumen. Tagsüber ruhen sie vermutlich in Baumhöhlen. Anders als die verwandten Gleitbilche (Gattungen Anomalurus und Idiurus) können Stummelschwanzhörnchen nicht gleiten und bewegen sich kletternd und springend durch das Geäst. Es wird vermutet, dass sie einzelgängerisch leben oder allenfalls in lockeren Paarbindungen auftreten; Nachweise für eine gesellige Lebensweise fehlen.

Die Seltenheit von Sichtungen hat verschiedene Ursachen: nachtaktive Lebensweise, Aufenthalt im oberen Kronendach, geringe Populationsdichte und ein schwer zugängliches Habitat. Diese Kombination macht Zenkerella insignis zu einer der am schwierigsten zu beobachtenden Säugetierarten weltweit.

Fortpflanzung & Aufzucht

Zur Fortpflanzungsbiologie der Stummelschwanzhörnchen gibt es kaum verlässliche Informationen. Aufgrund von Analogien zu verwandten Anomaluridae wird angenommen, dass die Weibchen ein bis zwei Jungtiere pro Wurf zur Welt bringen. Die Tragzeit ist unbekannt. Bei den nah verwandten Dornschwanzgleitbilchen der Gattung Anomalurus beträgt sie etwa drei Monate; ein ähnlicher Wert erscheint plausibel.

Die Jungtiere werden vermutlich in Baumhöhlen geboren und dort gesäugt, bis sie selbstständig klettern können. Über die Dauer der Aufzucht, die Geschlechtsreife und das Paarungsverhalten liegen keine Daten vor.

Bedrohung & Schutzstatus

Die IUCN führt Zenkerella insign